Waldbiotope und Waldfunktionen
Waldbiotope
Waldfunktionen
Erholungswald
Wasserschutzwald
Bodenschutzwald
Klimaschutzwald
Immissionsschutzwald
Sichtschutzwald
Waldbiotope
In den Wäldern des Landkreises Heidenheim sind rund 1440 Biotope mit einer Gesamtfläche von1435 ha durch die Waldbiotopkartierung erfasst worden. Dabei wurden ökologische Kleinode des Waldes innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten beschrieben:
Leitbiotope
- seltene, naturnahe Waldgesellschaften
- Trockenbiotope
- Moorbereiche und Feuchtbiotope
- Stillgewässer mit Verlandungsbereich
- Fließgewässer mit naturnaher Begleitvegetation
- Waldränder
- Waldbestände mit schützenswerten Tierarten
- Waldbestände mit schützenswerten Pflanzenarten
- Strukturreiche Waldbestände
- Reste historischer Bewirtschaftung
- Sukzessionsflächen
- Naturgebilde
Ihre Sicherung ist durch die naturnahe Waldbewirtschaftung gewährleistet. Einige Biotope können jedoch nur dadurch erhalten bleiben, indem besondere waldbauliche Eingriffe durchgeführt werden.
Waldfunktionen
Waldflächen mit besonderen Schutz- und Erholungsfunktionen wurden von der Landesforstverwaltung Baden - Württemberg in der sogenannten "Waldfunktionenkartierung" erfasst. Die daraus erarbeitete Waldfunktionenkarte dient als Orientierung der Revierleitenden bei der naturnahen Bewirtschaftung des Waldes.
Im Folgenden werden die einzelnen Schutzfunktionen des Waldes erläutert:
(*Die angegebenen Flächen beziehen sich auf die 13.050 Hektar Staatswald des Landkreises Heidenheim)
Erholungswald (Stufe 1: 228 ha/Stufe 2: 3762 ha*)
Knapp 15 % des Waldes im Landkreis Heidenheim dienen in insbesondere der Erholung unserer Bevölkerung. Fast 1 % der Waldfläche ist sogar als gesetzlicher Erholungswald ausgewiesen. Diese Erholungswälder haben einen hohen Stellenwert im Rahmen der Freizeitnutzung und der Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung. Saubere Luft, beruhigendes Grün, gedämpfter Lärm und anregende Düfte bilden eine einmalige Oase für die Erholung vom stressgeplagten Alltag.
Das Landeswaldgesetz bringt es auf den Punkt (§37): Jeder darf den Wald zum Zwecke der Erholung betreten.
Wasserschutzwald dient der Reinhaltung des Grundwassers sowie stehender und fließender Oberflächengewässer. Wasser wird im Waldboden biologisch und mechanisch gereinigt. Gleichzeitig ermöglicht Wald eine weitgehend gleichmäßige Wasserspende während des ganzen Jahres. Bei Stark- und Dauerregen oder bei der Schneeschmelze können Oberflächen- und oberflächennahe Abflüsse verzögert und Hochwasserspitzen gedämpft werden.
Wälder leisten somit einen wesentlichen Beitrag für die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser.
Bodenschutzwald soll vor den negativen Folgen von Wasser- und Winderosion, Steinschlag, Rutschvorgängen und Bodenkriechen schützen.
Im Rahmen der Waldfunktionenkartierung werden erosionsgefährdete Standorten erfasst. Insbesondere rutschgefährdete Hängen sowie felsige oder flachgründige Steilhängen bedürfen des Bodenschutzes.
Wald mindert dabei den Oberflächenabfluss des Regenwassers, schwächt dessen erodierende Kraft und verhindert auf diese Weise Bodenabtrag.
Durch die von den Bäumen hervorgerufene Windbremsung schützt der Wald seinen eigenen Standort und benachbarte Flächen vor Winderosion.
Rutschvorgänge können durch das intensive und tiefgehende Wurzelwerk der Bäume verhindert oder zumindest verringert werden. Gleichzeitig trägt der Wald durch seinen Wasserverbrauch zur Drainage rutschgefährdeter Hänge bei.
Klimaschutzwald bewahrt Siedlungen, Straßen, Erholungsanlagen und landwirtschaftliche Flächen vor Kaltluftschäden und vor ungünstigen Windeinwirkungen (lokaler Klimaschutzwald). Gleichzeitig wird das Klima in benachbarten Siedlungsbereichen und Freiflächen durch großräumigen Luftaustausch verbessert (regionaler Klimaschutzwald).
Durch das Temperaturgefälle zwischen Wald, Freiland und Siedlung kommt es so zu einem horizontalen Luftaustausch und damit zu einer Verbesserung des Klimas.
Immissionsschutzwald (710 ha*)
Die Waldfunktionenkartierung unterscheidet zwischen regionalem Immissionsschutzwald, der großräumig zur Verringerung der Luftschadstoffe beiträgt, und lokalem Immissionsschutzwald direkt um emittierende Anlagen (z. B. Gewerbebetriebe, Kraftwerke).
Immissionsschutzwald mindert schädliche oder belästigende Einwirkungen wie Lärm, Staub, Aerosole, Gase und Strahlen. Er schützt damit Wohn-, Arbeits- und Erholungsbereiche sowie andere schutzbedürftige Objekte vor schädigenden Wirkungen dieser Immissionen.
Immissionsschutzwald verbessert die Luftqualität eines Gebietes durch
- die Filterung von Luftverunreinigungen
- aktive Sauerstoffproduktion
- Thermik und Turbulenz.
Darüber hinaus vermindert Wald Verkehrs- und Industrielärm.
Sichtschutzwald soll Bauwerke, Abbaustätten oder Deponien, die das Landschaftsbild stören, verdecken oder vor unerwünschtem Einblick schützen. Wald trägt hier zum Erhalt und zur Gestaltung des Landschaftsbildes bei. Die Wohnqualität im Umkreis störender Bauten und Anlagen wird erhöht.





