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Wirtschaftsstruktur
An dieser Stelle haben wir Ihnen eine Zusammenfassung aus allen Informationsquellen, die uns täglich zur Verfügung stehen, komprimiert und übersichtlich dargestellt. Sie erhalten so einen ersten Gesamtüberblick über den Standort Landkreis Heidenheim.
Die Darstellung wird regelmäßig aktualisiert. Sie hat derzeit den Stand November 2009.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an uns.
Standort
Strukturwandel
Arbeitsmarkt
Patente/ Innovationen
Insolvenzen
Bevölkerungsentwicklung
Stärken
Schwächen
Trends
Standort
- Ostwürttemberg ist traditionell eine starke Industrieregion sowie ein ausgeprägter Entwicklungs- und Produktionsstandort. (WiRO)
- Der Landkreis Heidenheim bezieht einen wichtigen Teil seiner wirtschaftlichen Stärke aus familiengeführten, mittelständischen Unternehmen. Diese zeichnen sich durch Innovationsfreudigkeit und Standortverbundenheit aus. (WiRO)
- Der Landkreis steht für weltweit agierende Marktführer.(beispielsweise Voith, Hartmann, Steiff oder Edelmann) (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
- 2008 gab es insgesamt 46.437 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Arbeitnehmer im Landkreis Heidenheim. (Statistisches Landesamt BW)
- Im Jahr 2005 hat das Land mit 25.991 € pro Einwohner eine höhere Kaufkraft als die Einwohner im Landkreis Heidenheim mit je 24.328 €. (Statistisches Landesamt BW)
- Der Landkreis besitzt nach Daten von 2008 eine Markungsfläche von 627,12 qkm, wobei der Wald eine Fläche von 43% einnimmt. (Statistisches Landesamt BW, Landesforstverwaltung)
- Ende des ersten Quartals 2009 wohnen 132.509 Menschen in Heidenheim. Das sind 1,77% weniger als noch vor 3 Jahren. (Statistisches Landesamt BW)
- Das BIP sowie das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in der Region Ostwürttemberg nehmen seit 1991 bis heute konstant zu. Das BIP stieg in diesem Zeitraum von 8,02 Mrd. € auf 12,01 Mrd. €. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte nahm von 7,26 Mrd. € auf 10,46 Mrd. € zu. (Statistisches Landesamt BW)
- Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen im Zeitraum von 1995 bis 2006 in der Region Ostwürttemberg von 2,01 Mrd. € auf 2,41 Mrd. €. (Statistisches Landesamt BW)
- Auch die Bruttolöhne im Landkreis nahmen von 1991 bis 2007 von 1,38 Mrd. € auf 1,78 Mrd. € zu. Im Land stiegen in diesem Zeitraum die Bruttolöhne von 103,04 Mrd. € auf 145,8 Mrd. €. (Statistisches Landesamt BW)
Verarbeitendes Gewerbe
Das verarbeitende Gewerbe ist die Stärke und Kernkompetenz des Landkreises Heidenheim. Gemessen an der Zahl der Betriebe, Beschäftigten sowie Umsätze und Investitionen ist diese Branche der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Jedoch sinkt die Beschäftigtenzahl in den letzten Jahren kontinuierlich, so dass 2008 18.247 Menschen dort beschäftigt waren. Im Jahr 2000 waren es noch 23.241 Beschäftige im Landkreis. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
Handel
Die Handelsbranche ist vielfältig - Einzelhandel, Großhandel und Handelsvermittler sind im Landkreis erfolgreich auf dem Markt. Vor allem die Zahl der Einzelhandelsbetriebe hat in Ostwürttemberg in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Anzahl der Beschäftigten stieg in den letzten Jahren leicht an. 2005 waren in der Handelsbranche, im Gastgewerbe und in der Verkehrsbranche zusammen 11.400 Menschen beschäftigt, 2006 waren es 11.600 und 2007 11.800 Beschäftigte. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
Tourismus
Der Landkreis Heidenheim hat im Zeitraum 2007 bis 2008 einen Anstieg der Übernachtungszahlen zu verzeichnen. (Übernachtungen: 167.048 auf 177.472). Die meisten Auslandsgäste kamen dabei aus den Niederlanden und aus Österreich. Der Tourismus ist geprägt durch Geschäftsreisende, Kurzurlauber und Tagesausflügler. (Statistisches Landesamt BW)
Bauhauptgewerbe
Seit 1976 sinkt im Bauhauptgewerbe in der Region Ostwürttemberg die Anzahl der Betriebe sowie die Beschäftigungszahl. 1976 waren noch ca. 8.000 Menschen in etwa 450 Betrieben tätig, 2008 sind es nur noch ca. 4.000 Beschäftigte in etwa 300 Betrieben. Im Landkreis Heidenheim waren 2008 in dieser Branche 711 Personen in 66 Betrieben tätig. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
Strukturwandel
- Die Dienstleistungswirtschaft gewinnt im Landkreis Heidenheim weiter an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen werden in diesem Bereich gegründet. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
- 2007 sind im Landkreis insgesamt 35.100 Menschen im Dienstleistungsbereich tätig. Von 1991 bis 1996 waren es nur ca. 27.000. Seit 2006 haben die Dienstleister den Handel als gründungsstärkste Branche abgelöst. Die Stärke liegt aber vor allem im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen. Auch viele produzierende Betriebe erzielen mittlerweile große Teile ihrer Wertschöpfung mit nachgelagerten produktionsnahen Dienstleistungen, die auch zur Dienstleistungswirtschaft gerechnet werden können. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
- Die größten DL-Branchen liegen im Bereich der Finanzen und bei unternehmensnahen Dienstleistungen. Nach wie vor ist der Dienstleistungsbereich im Landesvergleich unterdurchschnittlich vertreten. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
- Das produzierende Gewerbe ist historisch und neben der Dienstleistungsbranche eine zentrale Stärke des Landkreises Heidenheim. Die Dienstleistungsbranche hat jedoch den Beschäftigtenzahlen von 2007 zufolge das produzierende Gewerbe ein- und überholt. Im produzierenden Gewerbe sind 27.600 Menschen tätig, im Dienstleistungsgewerbe sind 35.100 Menschen beschäftigt und in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten 1.100 Menschen. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
- Schwerpunkte im verarbeitenden Sektor liegen im Maschinen- und Werkzeugbau, bei Metallerzeugnissen oder in der Automobilzuliefererindustrie. Diese Branchen haben von der Exportorientierung in der Boomphase der vergangenen Jahre stark profitiert, sind aber jetzt von der gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Krise besonders betroffen. (WiRO)
- Aufgrund der positiven Entwicklungen in den vergangenen Jahren konnten sich viele Unternehmen eine gute Eigenkapitalbasis aufbauen und somit die aktuellen Auftrags- und Umsatzeinbrüche und die damit verbundenen Liquiditätsengpässe bislang abfedern. Durch arbeitspolitische Maßnahmen (z.B: durch Kurzarbeit) konnten die Stammbelegschaften bisher in den Unternehmen gehalten werden. Im Juni 2009 haben in Ostwürttemberg 474 Betriebe für insgesamt 14.336 Arbeitnehmer Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen angemeldet. (WiRO)
- Alle Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass die Wirtschaftskrise noch nicht voll auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen hat und mit steigenden Arbeitslosenzahlen auch im Landkreis zu rechnen ist. Vor allem junge Unternehmen sind von der Weltwirtschaftskrise betroffen, da sie noch keine Finanzpolster zulegen konnten. (WiRO)
- Die Bruttowertschöpfung ist eine wichtige Kennzahl im Strukturwandel. Insgesamt generiert der Landkreis im Jahr 2005 3.205 Mio. € an Bruttowertschöpfung. Davon entfallen auf das produzierende Gewerbe 1.312 Mio. € und auf den Dienstleistungsbereich 1.746 Mio. €. Es wird deutlich, dass die Dienstleistungsbranche in Sachen Bruttowertschöpfung das produzierende Gewerbe ein- und überholt hat. Dieser Trend wird durch die Entwicklung im Bauhauptgewerbe bestätigt. Dort nimmt von 1976 bis heute die Anzahl der Beschäftigten sowie die Anzahl der Betriebe kontinuierlich ab. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
Arbeitsmarkt:
- Lange Zeit hatte die Region die rote Laterne bei den Arbeitslosenzahlen im Vergleich mit den baden-württembergischen Regionen inne, wobei die Arbeitslosenquoten im Landkreis Heidenheim in der Regel über denen im Ostalbkreis lagen, was mit dem noch stärkeren Anteil des verarbeitenden Gewerbes zusammenhängt. Vom Konjunkturaufschwung der vergangenen Jahre hat der Arbeitsmarkt im Landkreis Heidenheim 2008 überproportional profitiert. Die Arbeitslosenquote lag Mitte 2008 mit 3,6 % um 0,3 Prozentpunkte unter dem Landesschnitt, hat zwischenzeitlich allerdings wieder die 5,5 % Marke erreicht und liegt damit 0,2 Prozentpunkte über dem Landeswert. (WiRO) Die Arbeitslosigkeit hat sich im Landkreis Heidenheim im Oktober 2009 um 139 auf 3.721 Menschen verringert. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 1.027 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Oktober 5,5 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 4,0 % belaufen. In Schwäbisch Gmünd lag die Arbeitslosenquote im Oktober 2009 bei 6,0 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 4,1 % belaufen. (Bundesagentur für Arbeit Aalen)
Patente/ Innovationen:
- Ostwürttemberg, insbesondere der Landkreis Heidenheim gilt als Raum für Patente und Talente. Nach Stuttgart und München führt die Region die Patentstatistik an.(Patentatlas 2006)
- Laut Patentatlas 2006 hat Ostwürttemberg, gemessen am Bundes- und Landesdurchschnitt, einen Spitzenplatz inne, der gehalten und ausgebaut werden soll. Mit einer Dichte von 159 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner verbesserte sich Ostwürttemberg bundesweit vom dritten auf den zweiten Rang in der Tabelle aller 97 Regionen. (Patentatlas 2006)
- Der Landkreis Heidenheim liegt innerhalb der Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg auf Rang 6 mit einem Innovationsindex von 49,5 %. (Innovationsindex 2006)
Insolvenzen:
- Im 1. Halbjahr 2009 gab es 21 Insolvenzen im Landkreis Heidenheim. Bei gleich bleibender Entwicklung in den weiteren Quartalen 2009 würden die Insolvenzen deutlich den Wert aus dem Vorjahr übertreffen. 2008 stieg die Anzahl der Insolvenzverfahren auf 37, ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 31. (WiRO)
Bevölkerungsentwicklung:
- 2008 wohnten Im Landkreis Heidenheim 132.773 Menschen. (Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband)
- Aufgrund der demographischen Entwicklung prognostiziert das statistische Landesamt bis 2025 im Landkreis Heidenheim einen Bevölkerungsrückgang von 5,7 % auf 125.205 Personen. In Baden-Württemberg sinkt die Bevölkerungszahl in diesem Zeitraum um 1 % von 10.749.506 auf 10.642.011 Menschen. (Statistisches Landesamt BW)
Stärken:
- Im Kreis Heidenheim kommen auf 100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 4,8 Ingenieure. Deutschlandweit liegt der Ingenieuranteil bei 2,2 Prozent. Das bedeutet Rang 24 im Bundesvergleich und Platz acht von 44 in Baden-Württemberg. (Institut der deutschen Wirtschaft Köln)
- Im Jahr 2007 registrierte man im Kreis Heidenheim 3.794 Straftaten je 100.000 Einwohner (Bundesdurchschnitt: 6.786 Delikte). Daraus folgt Rang 41 im Gesamtranking und Platz 6 von 44 in Baden-Württemberg. (Institut der deutschen Wirtschaft Köln)
- Statistisch stehen 100 Nachfrager im Kreis Heidenheim einem Angebot von 102,2 Ausbildungsplätzen gegenüber. Mit dieser Ausbildungsplatzdichte wird Rang 58 im bundesweiten Vergleich belegt. Deutschlandweit stehen im Schnitt 98,9 Lehrstellen für 100 Bewerber zur Verfügung. In Baden-Württemberg bedeutet das Platz 7 unter 44 kreisfreien Städten und Landkreisen. (Institut der deutschen Wirtschaft Köln)
Schwächen:
- Die Arbeitskosten je Arbeitnehmer belaufen sich im Kreis Heidenheim auf 39.009 €. Im Bundesmittel liegen diese Kosten, die sich aus dem Bruttolohn bzw /-gehalt und den Sozialversicherungsbeiträgen zusammensetzen, bei 31.846 €. Damit landet der Kreis Heidenheim bundesweit auf Rang 383. Innerhalb von Baden-Württemberg ergibt das Rang 38. (Institut der deutschen Wirtschaft Köln)
- Pro Jahr übernachten im Kreis Heidenheim statistisch betrachtet 1,2 Gäste je Einwohner. Im Bundesmittel sind es 4,8 Gäste pro Jahr und Einwohner. Das heißt Rang 365 im Gesamtranking und Platz 43 von 44 betrachteten Städten und Kreisen in Baden-Württemberg (Institut der deutschen Wirtschaft Köln)
- Der Saldo der Gewerbeanmeldungen und /-abmeldungen macht etwas Sorgen. Im Kreis Heidenheim lag dieser Saldo 2007 bei 0,8 je 1.000 Einwohner. Bundesdurchschnitt ist ein Wert von 1,4. Das bringt Rang 316 im Gesamtranking und Platz 40 unter 44 kreisfreien Städten und Landkreisen in Baden-Württemberg. (Institut der deutschen Wirtschaft Köln)
Trends:
- Bezüglich wirtschaftlicher und arbeitsmarktpolitischer Entwicklung macht sich in Ostwürttemberg wachsende Zuversicht breit. Parallel zu den zunehmenden Auftragseingängen steigen die Erwartungen für eine positive Geschäftsentwicklung. Nachdem im Frühsommer 2009 45 % der Unternehmen die Geschäftslage als „schlecht“ ansahen, sind es jetzt nur noch rund 37 %. (WiRO)
- Durch die zunehmenden Auftragseingänge sehen die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie seit Juni 2009 die Talsohle als durchschritten an. (WiRO)
Quellenangaben:
- Bericht der WiRO (Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg, Stand November 2009)
- Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
- Ostwürttemberg in Zahlen, IHK und Regionalverband
- Bundesagentur für Arbeit (Agentur für Arbeit Aalen, Berichtsmonat Oktober 2009)
- Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM-Regionalranking, Stärken-Schwächen-Profil Landkreis Heidenheim)
- Patentatlas 2006 (Analyse der IHK Ostwürttemberg)
- Innovationsindex 2006 (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)
- Landesforstverwaltung
Stand: November 2009








