Freitag, 13. Dezember 2013

Doppelt ausgezeichnet

Einser-Absolventin Franziska Eberhardt bleibt im Landratsamt Heidenheim

Zwei Auszeichnungen zum Abschluss: Franziska Eberhardt hat ihr Studium der Sozialen Arbeit an der Dualen Hochschule Heidenheim mit einem hervorragenden Ergebnis abgeschlossen. Die 23-Jährige, die von ihrem Ausbildungsbetrieb, dem Landratsamt Heidenheim, übernommen wurde und nun im Allgemeinen Sozialen Dienst tätig ist, hat in ihrer Bachelorarbeit die Heidenheimer Praxis, das heißt die Zusammenarbeit aller am Trennungs- und Scheidungsprozess beteiligter Institutionen, evaluiert.

Für die Einser-Studentin Franziska Eberhardt war die Abschlussfeier an der Dualen Hochschule gleich in mehrfacher Hinsicht ein Grund zum Feiern. Denn die 23-Jährige erhielt sowohl den Preis für die beste Bachelorarbeit in der Fakultät Sozialwesen (Note: 1,0), als auch - gemeinsam mit zwei anderen Studentinnen - den Preis als beste Studentin in der Fakultät Sozialwesen (Notendurchschnitt gesamt: 1,2). „Eine beeindruckende und hervorragende Leistung“, so Landrat Thomas Reinhardt, der sich freut, dass Franziska Eberhardt ein Arbeitsvertrag beim Landratsamt Heidenheim angeboten werden konnte. „Bereits während ihres Studiums war sie eine wertvolle Unterstützung für uns im Allgemeinen Sozialen Dienst. Daher freut es mich umso mehr, dass Frau Eberhardt bei uns bleibt. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die Duale Hochschule für uns ist, um hoch qualifizierte Top-Kräfte zu bekommen“, so der Landrat.
Schon den praktischen Teil ihrer dualen Ausbildung absolvierte Franziska Eberhardt im Fachbereich Jugend und Familie am Landratsamt Heidenheim. In den vergangenen drei Jahren hat Franziska Eberhardt damit nicht nur die Theorie der Sozialen Arbeit, sondern auch die Praxis der kommunalen Sozialarbeit im Pflegekinderfachdienst und in der Adoptionsvermittlung sowie im Allgemeinen Sozialen Dienst kennengelernt. Genau diese Erfahrungen sind es, die für Franziska Eberhardt nun den direkten Einstieg im Allgemeinen Sozialen Dienst möglich machen.
„Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und vielfältig. Einerseits ist es der direkte Kontakt zu den Familien, wobei wir Familien Beratung und Unterstützung anbieten, gegebenenfalls konkrete Hilfestellungen für Familien einrichten und dadurch mit den Familien zusammen einen Weg der Veränderung gehen und andererseits ist es die Dokumentation und steuernde wie kooperative Arbeit mit den Netzwerkpartnern“, so die 23-Jährige.
Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen „Partnern“ sei aber auch entscheidend für die Heidenheimer Praxis. Die Heidenheimer Praxis bei Trennungs- und Scheidungsfällen wurde vor sieben Jahren von einem eigens initiierten Arbeitskreis, dem Vertreter aller am Trennungs- und Scheidungsgeschehen beteiligten Einrichtungen von Anwälten über das Familiengericht und das Jugendamt bis hin zur Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche angehören. Die Arbeit von Franziska Eberhardt und die damit verbundene Fragestellung „Die Heidenheimer Praxis als erfolgversprechender Weg zur Wahrnehmung gemeinsamer elterlicher Verantwortung?“ ist die erste Evaluation dieses Zusammenspiels interdisziplinärer Stellen im Landkreis Heidenheim. Dabei wurde die Heidenheimer Praxis von den meisten befragten Elternteilen, die alle zwischen 2010 und 2012 an der Mediation teilgenommen haben, sehr positiv erlebt. 70 Prozent gaben an, sehr zufrieden oder zufrieden gewesen zu sein – in etwa dasselbe Ergebnis ergab sich ganz konkret für die Mediation, also das freiwillige Verfahren zur Beilegung des Konflikts, selbst. Nachgewiesene Effekte und Lernerfolge, welche von den befragten Eltern „zurückgemeldet“ worden seien, sind etwa die Trennung von Paar- und Elternebene, die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstwirksamkeit sowie die Minimierung des Konfliktniveaus. Die Bachelorarbeit dient gleichzeitig als Startschuss für eine langfristige Evaluierung der Heidenheimer Praxis.