Freitag, 7. Februar 2014

Zusatzbetreuung für Flüchtlinge

Landkreis reagiert auf steigende Asylbewerberzahlen

Die steigende Zahl der Asylbewerber ist für den Landkreis Heidenheim eine immer größer werdende Herausforderung - sowohl in Bezug auf die notwendigen Unterkünfte als auch auf die Betreuung und Integration der Flüchtlinge. Um dem gerecht zu werden, hat die Landkreisverwaltung im personellen Bereich reagiert.

Das Team im Bereich Betreuung und Beratung von Flüchtlingen wird seit Anfang Februar befristet durch den gebürtigen Syrer Mohammad Kurtan verstärkt, finanziell mit gefördert wird die Tätigkeit vom Jobcenter. „Wir freuen uns sehr, dass es uns durch diese Unterstützung möglich ist, die persönliche Betreuung der Flüchtlinge im Landkreis Heidenheim noch weiter auszubauen“, so Landrat Thomas Reinhardt und ergänzt: „Aktuell leben bei uns im Landkreis rund 300 Flüchtlinge, monatlich kommen 20 bis 25 weitere Asylbewerber hinzu. Das ist eine riesengroße Herausforderung, weshalb wir zusätzlich auf Unterstützer, gerade im ehrenamtlichen Bereich, ebenso dringend angewiesen sind, wie auf neue Möglichkeiten der Unterbringung.“
Neben der Gemeinschaftsunterkunft in der Walther-Wolf-Straße wurden mittlerweile dezentral weitere Unterkünfte in Bolheim, Gerstetten und Sontheim angemietet. In all diesen Häusern wird Mohammad Kurtan in der Betreuung und Beratung tätig. Seinen Arbeitsplatz wird er in der Walther-Wolf-Straße im Büro der Heimleitung haben, die er bei Übersetzungstätigkeiten und bei der Lösung von Konflikten in der Unterkunft unterstützen sowie beim Empfang von neuen Flüchtlingen begleiten wird. Zudem ist geplant, wöchentliche Treffen in den Unterkünften einzurichten, bei welchen Kurtan die Fragen und Anliegen der Bewohner sammelt.
Kurtan, der 1966 in Syrien geboren wurde, dort Rechtswissenschaften studierte und 1990 nach Heidenheim kam, arbeitet bereits seit längerem ehrenamtlich in der Gemeinschaftsunterkunft in Heidenheim. Er hat Erfahrungen unter anderem als Dolmetscher gesammelt und soll nun nicht nur als Übersetzer für die syrischen, sondern für alle arabisch sprechenden Flüchtlinge im Landkreis Heidenheim tätig werden. „Die sprachlichen Barrieren zu überwinden ist ein wichtiger Schritt zur Integration - mit dieser zusätzlichen Betreuung gehen wir hier den richtigen Weg“, betont Landrat Reinhardt, der aber auch Forderungen an das Land stellt: „Wir leisten vor Ort wichtige Arbeit und kümmern uns um die Unterbringung und die Betreuung der Flüchtlinge. Dabei können wir auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen setzen. Doch auch das Land muss auf die steigenden Flüchtlingszahlen reagieren und den Kommunen verstärkt unter die Arme greifen.“