Freitag, 14. Februar 2014

Ein Notruf für ganz Europa

Landkreis und Hilfsorganisationen setzen europäisches Zeichen

Anlässlich des Tages des Euronotrufs am 11. Februar setzen das Landratsamt Heidenheim und die Hilfsorganisationen im Landkreis Heidenheim ein wichtiges europäisches Signal. „Wir möchten unsere Bürgerinnen und Bürger informieren, dass der Notruf 112 europaweit gilt“, so Landrat Thomas Reinhardt.

Eine EU-Studie hat gezeigt, dass in Deutschland nur 17 Prozent der Bevölkerung wissen, dass der Notruf 112 europaweit gilt. Damit liegt Deutschland in Europa auf dem viertletzten Platz. Es wird daher angestrebt, dass auf Fahrzeugen der Feuerwehren und Rettungsdienste im Landkreis Aufkleber mit dem blau-gelben „Notruf 112 europaweit“-Logo zu sehen sind. Die Feuerwehren Giengen und Steinheim sowie die Bergwachten Heidenheim und Herbrechtingen haben ihre Fahrzeuge bereits beklebt.
Für den Notruf gilt schon seit Jahren: Ein Europa – eine Nummer: 112! Ohne den einheitlichen Notruf 112 müssten die Bürger bei einer Reise durch alle EU-Staaten über 40 unterschiedliche nationale Notrufnummern kennen. Partner dieser 112-Aktion ist das Europa-Zentrum Baden-Württemberg in Stuttgart. Innenminister Reinhold Gall hat die Schirmherrschaft für die Aktion „112 – Feuerwehren und Rettungsdienste denken europäisch“ übernommen. „Der europaweite Notruf 112 bietet allen Bürgerinnen und Bürgern einen echten Vorteil. Er ist vorwahlfrei, kostenlos und verbindet sie in jedem EU-Land mit der örtlichen Notrufzentrale. Das kann Leben retten“, so Studienleiter Nils Bunjes vom Europa Zentrum. Die Feuerwehren seien europaweit präsent und genießen mit 93 Prozent die höchste Anerkennung von allen Berufsgruppen in der EU und das Vertrauen der Bevölkerung. Von der Aktion verspricht sich Bunjes auch eine Vorbildfunktion für andere Wehren im Land.
Für den Landkreis Heidenheim läuft die Notrufnummer 112 in der Integrierten Leitstelle Ostwürttemberg, die gemeinsam vom Landkreis Heidenheim und dem Ostalbkreis betrieben wird, auf. Die Notrufe werden nach einem strukturierten Frageschema bearbeitet und die nach Einschätzung des Disponenten erforderlichen Hilfskräfte alarmiert. Während die Einsatzkräfte anfahren, kann der Mitarbeiter bei Bedarf Erste-Hilfe-Hinweise an den Anrufer weitergeben. Ein System, das gut funktioniert. Inzwischen werde die Hilfsfrist im Rettungsdienstbereich Heidenheim in 95,2 Prozent der notärztlichen Einsätze und in 95 Prozent der Einsätze von Rettungswagen eingehalten, so Landrat Reinhardt, der betont: „Damit gehören wir zu den acht von 37 Bereichen in Baden-Württemberg, in denen die notärztliche Hilfsfrist tatsächlich eingehalten wird. Im Rettungswageneinsatz zählen wir zu den 25 Bereichen, die die Frist erfüllen.“

Landrat Thomas Reinhardt (von links), Steinheims Bürgermeister Olaf Bernauer und Ulrich Weiler, Kommandant der Gesamtfeuerwehr Steinheim, präsentieren den Europanotruf-Aufkleber auf einem Fahrzeug der Steinheimer Feuerwehr.