Mittwoch, 16. April 2014

Borkenkäfer-Gefahr aufgrund milder Witterung

Früher Käferflug erwartet

Der im Spätsommer des vergangenen Jahres angestiegene Borkenkäferbefall verlangt von allen Waldbesitzern für die kommende Saison erhöhte Aufmerksamkeit. Der milde Winter und die trockene Witterung der vergangenen Wochen bieten zusätzlich ideale Entwicklungsbedingungen für Borkenkäfer.

Früher als sonst wird in diesem Jahr der erste Schwarm des für die Fichten gefährlichen Borkenkäfers namens Buchdrucker schon sehr bald erwartet. Das bedeutet, dass besonders betroffene Waldbestände ab sofort intensiv überwacht werden müssen. Dazu gehören Bohrmehlsuche, Kontrolle auf abfallende Rinde, Spechteinschläge und die Begutachtung des Kronenzustandes.

Der trocken-heiße Sommer 2013 führte zu einer überraschenden Entwicklung des Buchdruckers im Spätsommer. In Folge dessen fiel ab Ende August in allen Landesteilen plötzlich und unerwartet viel Käferholz an; die Käferholzmenge im Landkreis Heidenheim hat sich im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr verzehnfacht. Grüne Fichten mit abfallender Rinde waren ein typisches Erscheinungsbild. Der darauf folgende milde Herbst und der der nahezu frostfreie Winter boten optimale Bedingungen für die Entwicklung der Larven und Puppen zu Jungkäfern. Dies bestätigen die Analysen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg. In den zur Überwachung der Populationsentwicklung vom Landesbetrieb ForstBW aufgestellten Pheromonfallen wurden in einigen Landesteilen schon Mitte März, im Landkreis Heidenheim Anfang April 2014 (KW 14) erste Buchdrucker gefangen.
Sollte diese frühe, trocken-warme Witterung anhalten, wird schon bald der Hauptschwarm des Buchdruckers auch auf der Ostalb erwartet. Um einer Kalamität und Zwangsnutzungen vorzubeugen, muss vor allem die erste Generation frühzeitig abgefangen werden. Ab sofort sollen Waldbesitzer ihre besonders betroffenen Bestände auf frischen Befall hin kontrollieren. Besonders anfällig sind genau die Bereiche, die im Vorjahr von Käfern befallen wurden, zudem frisch durchforstete Bestände und kleinräumige Windwürfe aus dem vergangenen Winter. Je nach Witterung müssen die Kontrollen in wöchentlichem oder (bei nasskalter Witterung) in zweiwöchigem Abstand erfolgen.
Da Borkenkäfer vor Waldbesitzgrenzen nicht halt machen, sollten sich Waldbesitzer gegenseitig informieren, wenn Befallsherde auf benachbarten Grundstücken festgestellt werden.

Eine wirkungsvolle Methode zur Einschränkung von Borkenkäferschäden ist eine saubere Waldwirtschaft. Privatwaldbesitzer werden deshalb gebeten, Fichtenbestände zu kontrollieren und befallene Bäume wie auch Schadholz aus dem vergangenen Winter zu entnehmen. Gipfel, die als bruttaugliches Material im Frühjahr in Frage kommen, sollten klein gesägt werden, damit sie austrocknen können.

Die Aushaltung des Holzes sollte vor der Aufarbeitung mit der örtlich zuständigen Forstrevierleitung abgestimmt werden. Nicht abgestimmte Maße können unter Umständen nicht verkauft werden, zumal die Holzkunden derzeit gut bevorratet sind und ein zügiger Holzabfluss nicht immer zu gewährleisten ist. Kleinstmengen sollten als Brennholz für den Eigengebrauch genutzt werden, da sie nicht verkauft werden können.

Info: Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die örtlich zuständige Revierleitung oder an das Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Wald und Naturschutz, Telefon 07321-321-1371.