Dienstag, 20. Mai 2014

Wegeplanung für Alltagsradler

Projekt RadNETZ: Erster Informationsaustausch auf Kreisebene

Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg hat vor wenigen Tagen das Projekt RadNETZ gestartet. Ziel ist es, ein alltagstaugliches und durchgängig sicheres und komfortables Landesradverkehrsnetz mit einheitlicher wegweisender Beschilderung zu schaffen. Dem Startschuss folgten bereits Gespräche der vom Land beauftragten Planungsbüros auf Kreisebene. Eine erste Info-Veranstaltung mit Vertretern des Landkreises Heidenheim und des Ostalbkreises fand Ende vergangener Woche in Aalen statt.
Bei dem Treffen wurden von den Vertretern des für die Region zuständigen Planungsbüros Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft mbH ein erster Netzentwurf und Kriterien zur Routenwahl vorgestellt. Teils entsprechen die Routen dem bereits bestehenden Landesradfernweg, der jedoch in erster Linie touristische Gesichtspunkte berücksichtigt. Das RadNETZ soll dagegen ein Alltagsradweg sein, der gleichzeitig für langsamere Einkaufs-Radfahrer wie auch für zügige Sportfahrer geeignet ist. Um dafür die optimale Lösung zu finden, sind nach dem ersten Informationsaustausch nun alle an der Planung des RadNETZes beteiligten Akteure - Landkreise, Kommunen und Verbände - gefragt. Sie sind aufgefordert, lokale Informationen, eigene Wünsche sowie Anregungen einzubringen. Zudem sind weitere Arbeitsgespräche auf lokaler Ebene geplant. Auf dieser Grundlage wird der Bedarf vor Ort ermittelt und eine an den Alltagsbedürfnissen der Bürger ausgerichtete Route geplant. Zudem werden die insgesamt rund 8000 Kilometer bestehender Routen in Baden-Württemberg von speziell geschulten Testradlern befahren, die den Status mit speziell entwickelten Smartphone-Apps erfassen. Die Daten werden den lokalen und regionalen Akteuren zur Verfügung gestellt, zudem werden Vorschläge für die Verbesserung konkreter Routen gemacht.
„In der Planung des RadNETZes sollen natürlich bestehende Radwege wie der Landesradfernweg aber auch unsere eigenen Radwege bestmöglich genutzt werden“, so Anne Pamir, stellvertretende Fachbereichsleiterin „ÖPNV und Straßenbau“ im Landratsamt Heidenheim. Wie sie betont, sei dieses Projekt eine willkommene Unterstützung zum Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur auch in ländlicheren Regionen. Radfahren werde immer beliebter, sei es aus gesundheitlichen Gründen, der Umwelt zuliebe oder aufgrund der Spritkosten - „umso wichtiger ist es, für alle Radfahrer ein sicheres Netz mit gleichzeitig über Landkreisgrenzen hinweg einheitlichen Standards beispielsweise in der Beschilderung, wie das Projekt RadNETZ sie vorsieht, anbieten zu können“, so Pamir. Zu den Kriterien für das Alltagsradnetz gehört etwa, dass die Wege bei Nässe, Dunkelheit und Schnee befahren werden können. Das heißt, sie müssen eine feste Oberfläche, z.B. Asphalt, haben, eine Beleuchtung in Siedlungsbereichen und reflektierende Elemente im Außenbereich bieten und zugänglich für Winterräumfahrzeuge sein. In den kommenden rund eineinhalb Jahren soll all dies landesweit im RadNETZ umgesetzt werden.