Freitag, 11. Juli 2014

Q-Fieber: Keine Neuerkrankungen seit dem 7. Juli

Patienten werden in den kommenden Tagen befragt

Der aktuelle Q-Fieber-Ausbruch im Landkreis Heidenheim scheint nach derzeitigem Stand beendet zu sein. Wie Christoph Bauer, Fachbereichsleiter Gesundheit im Landratsamt Heidenheim, mitteilt, erkrankte eine Person an Q-Fieber zuletzt am 7. Juli, seitdem wurden keine Neuerkrankungen mehr beobachtet. Aufgrund einer Inkubationszeit von bis zu 30 Tagen sind nur noch vereinzelte Neuerkrankungen zu erwarten.
Insgesamt sind im Verlauf der vergangenen 2 Wochen rund 180 Menschen an Q-Fieber erkrankt, vier mussten intensivmedizinisch betreut werden, teilt Bauer das Ergebnis einer Abfrage unter den niedergelassenen Ärzten und dem Klinikum im Landkreis Heidenheim mit. Die Ergebnisse der Abfrage gingen Freitagnachmittag (11.07.) ein. Während des Ausbruches konnte die Zahl der Erkrankten nur anhand von Zwischenmeldungen zum jeweilig aktuellen Zeitpunkt bestimmt werden. Um noch unklare und offene Fragen im Rahmen des Ausbruches zu klären, wird der Fachbereich Gesundheit mit den betroffenen Menschen Kontakt aufnehmen. Mit Hilfe von Telefoninterviews werden ab Montag wichtige Fakten zum Verlauf der Krankheit von den Betroffenen erfragt. Dabei werden auch die Fälle, in welchen Menschen am Q-Fieber erkrankt sind, die nicht den Mondscheinmarkt auf einem Steinheimer Schafhof - der als Ausbruchsort lokalisiert wurde - besucht haben, näher beleuchtet.

Hintergrund: Anfang vergangener Woche gingen beim Landratsamt Heidenheim die ersten Meldungen ein, dass es zu einem gehäuften Auftreten von Lungenentzündungen im Landkreis kommt. Die aufgrund der auftretenden Symptome gestellte Differenzialdiagnose Q-Fieber, eine akute Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Coxiella burnetii ausgelöst wird, bestätigte sich innerhalb von wenigen Tagen. Durch entsprechende veterinärmedizinische Untersuchungen von Proben, die noch am selben Tag genommen wurden, konnte auch der Ausbruchsort festgestellt werden. Dass der unter Tieren häufiger vorkommende Erreger in diesem Fall auch auf Menschen übertragen wurde, hängt mit den besonderen Umständen zusammen: die Schafe haben kurz zuvor gelammt und durch das trockene Wetter konnte sich der Erreger, welcher mit dem Fruchtwasser und der Nachgeburt ausgeschieden wird, im Stroh halten und wurde als Staub über die Luft eingeatmet. Auf eigene Veranlassung des Eigentümers wurde die betroffene Herde zwischenzeitlich gegen Q-Fieber geimpft. Seitens der zuständigen Behörden wurden zudem weitere Maßnahmen ergriffen, um eine Ausdehnung des Q-Fiebers zu verhindern und alle Betroffenen bestmöglich zu schützen. So darf auf dem Hof bis zur völligen Beendigung der Infektion das Ablammen ausschließlich im Stall stattfinden, wo der durch die Ausscheidungen der Tiere infektiöse Mist und das Einstreu gesondert entsorgt werden können. Teile des Stalles und insbesondere die Ablammbuchten werden zudem mit speziellen Reinigungs- und Desinfektionsmittel behandelt, das Personal trägt ausschließlich betriebseigene Schutzkleidung. Dieser Maßnahmenkatalog beruht auch auf Empfehlungen der Fachministerien und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Steinheim erstellt, um zu gewährleisten, dass die insbesondere nach dem Lammen hochinfektiösen Tiere sich nicht im Freien aufhalten.