Montag, 21. Juli 2014

Eine Brücke zur Arbeitswelt bauen

An der Technischen Schule wurde die erste „Talent Company“ in Baden-Württemberg eröffnet

Die „Talent Company“, ein Fachraum für Berufsorientierung, soll Schülern frühzeitig eine Brücke zur Arbeitswelt bauen. In der Heid Tech wurde am Donnerstag die erste „Talent Company“ in Baden-Württemberg unter der Schirmherrschaft von Kultusminister Stoch eröffnet.

An der Technischen Schule Heid Tech haben Schüler jetzt die Möglichkeit, sich in einem speziellen Fachraum beruflich zu orientieren und sich Eindrücke über verschiedene Unternehmen zu verschaffen. Das Projekt nennt sich „Talent Company“. Das Konzept dafür stammt von der Strahlemannstiftung.
Die Heid Tech in Heidenheim hat damit die erste „Talent Company“ in Baden-Württemberg. „Jetzt ist das Modell in fünf Bundesländern angekommen“, sagte Franz-Josef-Fischer, Unternehmer und Vorstandsvorsitzen der der Strahlemannstiftung. Die „Talent Company“ gehe gegen Perspektivlosigkeit vor, indem sie das Selbstwertgefühl Jugendlicher stärkt und ihnen helfe, die eigenen Talente bewusst zu erkennen und auch zu nutzen, so Fischer über das Modell. Er sei davon überzeugt, dass die Investition in dieses Konzept eine Fachkräfte-Sicherung für die Zukunft ist. Kooperationspartner sind neben der Strahlemannstiftung und der Schule auch die Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement „Ich für uns“ und der Landkreis. Die „Talent Company“ sei ein klares Bekenntnis zur Dualen Ausbildung, sagte Landrat Thomas Reinhardt. Zudem sei das Konzept nicht nur eine Unterstützung für die Schüler, es stärke auch die Wirtschaft im Landkreis, sagte er weiter. Denn das Konzept ist schulübergreifend: Die Schüler sollen von der achten bis zur zehnten Klasse frühzeitig in Kontakt mit den Unternehmen kommen und so einen Einblick in die Berufsfelder erhalten. Doch nicht nur die Heid Tech wird die „Talent Company“ nutzen. Auch andere Schulen in Heidenheim, wie zum Beispiel die Westschule, die Adalbert-Stifter-Realschule und die Kaufmännische Schule werden sich in dem Fachraum informieren können. Eine weitere Besonderheit des Modells sei, dass Ausbildungssuchende individuell von Job-Coaches betreut werden, erklärte Robert Knietig, der Abteilungsleiter für den Berufseinstieg bei der Heid Tech. Doch das Konzept sei mit einem großen Arbeitsvolumen verbunden. Denn nicht nur Schüler, sondern auch Unternehmen müssten immer auf dem laufenden gehalten werden. Der Schulleiter der Heid Tech Siegfried Ramsayer zeigte sich beeindruckt von dem Konzept. „Es ist eine Chance für die Jugend aus dem Landkreis.“ Es sei wichtig, dass man die Jugendlichen bei der Berufsfindung unterstütze, so Ramsayer. Auch Kultusminister Andreas Stoch, der die Schirmherrschaft für das Modell übernommen hat, ist erfreut, dass die Wahl für den ersten Standort der „Talent Company“ in Baden-Württemberg auf Heidenheim gefallen ist. „Die Stadt muss viel tun, damit junge Menschen hier bleiben, und dafür sind gute Schulen die Bedingung“, sagte Stoch. Die berufliche Orientierung komme derzeit in den Schulen zu kurz, deshalb werde Wirtschafts-, Berufs- und Studienorientierung in allen weiterführenden Schulen einen größeren Stellenwert erhalten.

Was macht die Strahlemannstiftung?
2002 gegründet, steht dem Verein Strahlemann seit 2008 auch die Strahlemannstiftung mit Sitz in Heppenheim fördernd zur Seite.
Sie wurde von mittelständischen Unternehmern sowie engagierten Mitmenschen gegründet und ermöglicht.
Über 75 Stifter und 150 Vereinsmitglieder, von der Einzelperson bis zum Großunternehmen, bilden den Kern der Gemeinschaft.
Die Strahlemannstiftung fördert und betreibt Bildungsprojekte weltweit. Sie will Kindern weltweit Perspektiven bieten und Brücken bauen zwischen Schule und Wirtschaft.
Mit dem Berufsorientierungskonzept Talent Company zählt Strahlemann zu den diesjährigen Preisträgern des Bildungspreises der ERGO Stiftung „Jugend & Zukunft“.

Aus: Heidenheimer Zeitung/Lisa Grässle, 19.07.2014