Mittwoch, 3. September 2014

Förderung des Ländlichen Raums

Entwicklungsprogramm neu ausgeschrieben

Die Städte und Gemeinden im Ländlichen Raum werden bei der Bewältigung des demografischen Wandels und der strukturellen Entwicklung gezielt mit dem „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ (ELR) von der Landesregierung unterstützt. Im Fokus stehen insbesondere eine zeitgemäße Entwicklung der Infrastruktur sowie eine flächendeckende Schaffung gleicher Lebensbedingungen. Ein Schwerpunkt ist dabei die Ortskernstärkung.

Investitionen von Unternehmen werden in der Regel mit zehn Prozent der Investitionssumme unterstützt. Die maximale Förderung beträgt 200.000 Euro je Projekt. Gefördert werden können kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten. Wiedernutzungen von Gewerbebrachen und Verlagerungen in Gewerbegebiete haben hierbei Priorität.

Bei Wohnbauprojekten steht die Umnutzung von leer stehenden Gebäuden zu Wohnungen oder die umfassende Modernisierung von Wohngebäuden in den Ortskernen im Mittelpunkt. Der Fördersatz liegt bei 30 Prozent der Investitionssumme. Umnutzungsvorhaben werden mit bis zu 50.000 Euro pro Wohnung gefördert, Modernisierungen oder ortsbildgerechte Neubauten in Baulücken mit maximal 20.000 Euro.

Neu in das Programm aufgenommen wurde unter anderem eine besondere Förderung für die interkommunale Zusammenarbeit vor Ort: Aufnahmeanträge können nicht nur wie bisher für Teilorte, sondern für ganze Gemeinden oder interkommunale Projekte gestellt werden. So trägt das neu ausgerichtete ELR dazu bei, die Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunen zu erweitern.

Zudem wurden die Fördermöglichkeiten erweitert: Mit dem neuen ELR wird die infrastrukturelle Entwicklung im Ländlichen Raum vorangetrieben, indem neue kreative Lösungen insbesondere für kleine Gemeinden gefördert werden. So kann beispielsweise die Zusammenlegung von Kindergärten oder Verwaltungsgebäuden gefördert werden, sofern dafür ein vorhandenes Gebäude genutzt wird.

Die Höhe der Förderung orientiert sich zudem künftig verstärkt am Gemeinwohlaspekt des Projekts. Mit Blick auf die demografische Entwicklung sowie den fortschreitenden Flächenverbrauch konzentriert sich die ELR-Förderung außerdem noch stärker als bisher auf die Innenentwicklung. Ziel ist, vorhandene Potenziale im Ortskern zu nutzen und Leerständen in den Ortskernen vorzubeugen. So werden Umnutzungen leerstehender Gebäude als Wohnungen im Vergleich zu Modernisierungen bevorzugt gefördert.

Kommunen können außerdem als Schwerpunktgemeinden in das Programm aufgenommen werden. Schwerpunktpunktgemeinden verfügen über eine umfassende Entwicklungskonzeption, die Maßnahmen zum Umgang mit der demografischen Entwicklung, zu einer flächensparenden Siedlungsentwicklung sowie zum Schutz von Natur und Landschaft enthält. Sobald eine Gemeinde als Schwerpunktgemeinde anerkannt ist, erhält sie einen Fördervorrang und profitiert bei kommunalen Projekten von einem höheren Fördersatz.

Damit Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Innenentwicklung einbezogen werden können, unterstützt das neue ELR die Bürgerbeteiligung durch Moderation im Planungs- und Umsetzungsprozess.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg zu finden: http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/ELR/8710.html. Ansprechpartner vor Ort sind die beauftragten Mitarbeiter der Städte und Gemeinden. Infos erteilt auch der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Michael Setzen, m.setzen@landkreis-heidenheim.de, Tel. 07321/321-2595. Die Anträge sind über die Städte und Gemeinden zu stellen und müssen bis 24. Oktober 2014 beim Regierungspräsidium vorliegen.

Info: Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) ist das zentrale Förderprogramm der Landesregierung zur integrierten Strukturentwicklung von Städten und Gemeinden im Ländlichen Raum sowie von ländlich geprägten Orten im Verdichtungsraum und den Randzonen um den Verdichtungsraum. Das Land unterstützt mit dem ELR die Strukturentwicklung im Ländlichen Raum im Jahr 2014 mit insgesamt 60,4 Millionen Euro.