Donnerstag, 31. Juli 2014

Q-Fieber: Feuerwehr lagert Mist um

Der aktuelle Q-Fieber-Ausbruch im Landkreis Heidenheim scheint beendet zu sein, nun läuft die Aufarbeitung auf Hochtouren.

In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde Steinheim die Umlagerung des Mistes auf dem Betriebsgelände eines Schafhalters, der als Ausbruchsort lokalisiert wurde, veranlasst. Die intensiv vorbereitete Aktion wurde am Mittwochabend von Aktiven der Feuerwehr im Beisein aller beteiligten Fachleute ohne Probleme durchgeführt.

Die Umlagerung und Beseitigung des aus den Ablammbuchten stammenden Mistes war von der Gemeinde Steinheim verfügt worden. „Aber es war natürlich klar, dass wir die Familie mit dieser Sache nicht allein lassen können“, betont Bürgermeister Olaf Bernauer. Deshalb sei die Feuerwehr im Ort zu Rate gezogen und in Abstimmung mit den zuständigen Fachbereichen des Landratsamtes ein detaillierter Maßnahmenplan entsprechend den Empfehlungen des Landes aufgestellt worden. Dieser wurde nun von zehn Feuerwehrleuten umgesetzt: Der verschlossene Container, in welchem der Mist bislang auf dem Hof des Schafhalters untergebracht war, wurde auf eine nahe gelegene Wiese des Hofbesitzers gebracht, wo der Mist mit einem Greifer in eine vorbereitete Mulde befördert wurde. Vermischt wurde der Mist mit Branntkalk, um eine Erhitzung und somit die Zerstörung der
Q-Fieber-Bakterien zu beschleunigen. Als Sofortmaßnahme wurde der Hügel mit Erdaushub bedeckt. Sobald die Temperatur stabil ist, wird die Mischung aus Mist und dem als Desinfektionsmittel fungierendem Branntkalk mit einer Silofolie abgedeckt. Nach fünf Wochen kann der Mist untergepflügt werden - der Q-Fieber-Erreger ist dann vollständig zersetzt.

Da Branntkalk zur Beimengung verwendet wurde, arbeiteten die Feuerwehrleute in leichter Schutzkleidung und mit Atemmasken. Bürgermeister Bernauer koordinierte und begleitete die Maßnahme zusammen mit dem Fachberater Chemie der Feuerwehr, den Leitern der Fachbereiche Gesundheit sowie Veterinärwesen und Verbraucherschutz und dem Dezernent für Ordnung und Sicherheit des Landratsamtes. Der komplette Wiesenbereich war für die Aktion abgesperrt worden. Auch in den kommenden Wochen wird noch prophylaktisch ein Sicherheitsradius von zehn Metern um die Mistmulde abgesperrt werden. Die Temperatur wird nun regelmäßig von den Mitarbeitern des Fachbereichs Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Landratsamt kontrolliert, bevor der Mist abgedeckt wird.
„Ich bin froh, dass wir der Familie durch den Einsatz unserer Feuerwehrleute bei dieser Aufgabe helfen und gleichzeitig das Problem der kontrollierten Mistbeseitigung lösen konnten“, so Bernauer. Wie er betont, sei die Aktion problemlos abgelaufen.
Der Bürgermeister hofft, dass nun auch für die Familie auf dem Schafhof wieder ein wenig Ruhe und Normalität einkehren wird. Eines galt dabei schon seit dem Ausbruch des Q-Fiebers: „Lammfleisch ist unbedenklich und kann natürlich gegessen werden“, betont Bernauer, der auch selbst weiterhin Lammfleisch auf dem Speiseplan stehen hat. Der Verkauf gehe weiter, auch wenn der Hof bislang noch gesperrt sei; eine andere Verkaufsfläche im Ort sei dem Schafhofbesitzer angeboten worden.

Im Landratsamt Heidenheim läuft unterdessen die weitere Aufarbeitung des Q-Fieber-Ausbruchs, die Befragung der rund 240 Betroffenen läuft. „In den vergangenen Wochen gingen zwar noch Nachmeldungen ein, wodurch die Gesamtzahl der Betroffenen noch anstieg, doch das sind keine neu Erkrankten, sondern noch nicht gemeldete Patienten“, erklärt Christoph Bauer, Fachbereichsleiter Gesundheit. Der letzte laborgesicherte Erkrankungsfall sei am 15. Juli gewesen. Wenn alle Betroffenen befragt wurden, werden die Daten weiter ausgewertet, wobei insbesondere herausgefunden werden soll, wo sich nach derzeitigem Stand eine geringe Anzahl von Personen, die nicht den als Ausbruchsort lokalisierten Mondscheinmarkt auf dem Steinheimer Schafhof besuchten, angesteckt hat.