Montag, 11. August 2014

Damit Flüchtlingskinder spielen können

Für die 72 Kinder von Asylbewerbern soll es spezielle Aufenthaltsräume in den Unterkünften geben

Als eine 25-köpfige Delegation von Freiwilligen Spielzeug in die Asylbewerberunterkunft an der Walther-Wolf-Straße brachte, lenkte sie damit den Blick auf die 72 Flüchtlingskinder, die es derzeit im Landkreis gibt.
Kinder haben eigene Bedürfnisse, und das Spielen nimmt dabei sicherlich einen zentralen Raum ein. Unter den mehr als 420 Flüchtlingen, die sich momentan im Landkreis aufhalten, sind 72 Kinder, und in nächster Zeit werden dazu noch einige Geburten erwartet. „Die Kinder haben einiges mitgemacht“, sagt Heimleiterin Michaela Wiedemann, zum Teil seien schlimme Schicksale dabei. Und der Zustrom bleibt: Gerade die syrischen Flüchtlingsfamilien hätten oft mehrere Kinder. Damit es den Kindern hier gut geht, wird bereits einiges getan: Die meisten Asylbewerber nehmen das Angebot an, die kleineren Kinder einen Kindergarten besuchen zu lassen. „Dort bekommen sie Kontakt zu anderen Kindern und lernen auch die Sprache schnell“, sagt Katja Knorr, die als pädagogische Betreuerin für Familien, Frauen und Kinder in den Asylunterkünften zuständig ist. Für größere Kinder besteht Schulpflicht, und diese Kinder bekommen gemäß dem Bildungs- und Teilhabepaket auch Schulmaterial und die Teilnahme an Schulausflügen bezahlt. Auch Kinderbetten werden den Asylbewerbern zur Verfügung gestellt. Das Geld für Kleidung und Spielzeug hingegen ist äußerst knapp bemessen, sodass der Landkreis hier auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen ist, die es auch gibt. „Wir haben ein kleines Lager für solche Dinge, die wir dann je nach Bedarf an die Familien weitergeben“, berichtet Michaela Wiedemann.
In nächster Zeit will Katja Knorr in allen Unterkünften (Heidenheim, Gerstetten, Bolheim und Giengen) einen Kinderraum einrichten, in dem diese sich aufhalten und spielen können. Den Grundstock für Spielzeug haben gestern 25 junge Menschen gelegt, die beim Kreisverband Aalen des DRK gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leisten. Innerhalb dieses Jahres nehmen die Freiwilligen an vier Seminarwochen teil. Die Gruppe war während der ersten Woche in der Heidenheimer Jugendherberge und hat sich als soziales Hilfsprojekt die Asylbewerberunterkunft ausgesucht. Nach Rücksprache mit der Heimleiterin war klar, dass eine Spielzeugspende genau das Richtige wäre. Geld haben die FSJler durch bezahltes Blutspenden während einer Seminarwoche in Kirchheim-Teck gesammelt, gestern brachten sie gemeinsam das Spielzeug in der Walther-Wolf-Straße vorbei. „Damit machen Sie vielen Kindern eine große Freude“, sagte Michaela Wiedemann zu den jungen Menschen.
Welche Spielsachen kommen bei den Flüchtlingskindern gut an? „Genau die gleichen wie bei den Kindern hier“, sagt Katja Knorr: Alles, womit man basteln kann, Bälle, Legos, Bauklötze, Spielzeugautos. Die FSJler haben zudem Federballschläger gekauft, die auch die Erwachsenen benutzen können. Auch Kinderwagen und Fahrzeuge für Kinder werden immer wieder benötigt. Wer helfen möchte, kann sich bei Michaela Wiedemann erkundigen, was benötigt wird (Tel. 07321/9466378). Selbstverständlich sollten gespendete Dinge in einem guten Zustand und nicht beschädigt sein.
Quelle: Heidenheimer Zeitung/Silja Kummer