Freitag, 5. September 2014

Aufarbeitung des Q-Fieber-Ausbruchs

Auch nicht-erkrankte Besucher des Mondscheinmarktes
sollen untersucht werden

Die Welle der Q-Fieber-Erkrankungen in und um die Gemeinde Steinheim am Albuch ist abgeebbt. Zur Aufarbeitung des Ausbruchs ist nun eine wissenschaftliche Studie geplant, für die auch Personen untersucht werden sollen, die nach dem Besuch des Mondscheinmarkts in Steinheim nicht erkrankt sind.

Insgesamt erkrankten vom 13. Juni bis zum 31. August 259 Personen an Q-Fieber. Von diesen Erkrankten hatten 179 den Mondscheinmarkt auf einem Schafhof in Steinheim am Albuch am 13. Juni besucht und sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dort mit dem Bakterium Coxiella burnetii, dem Erreger des Q-Fiebers, angesteckt. Der über Schafe übertragene Erreger konnte im Tierbestand des Hofes nachgewiesen werden. Im genannten Zeitraum erkrankten weitere 80 Menschen, die den Mondscheinmarkt nicht besucht hatten, aber in der Gemeinde Steinheim wohnen oder arbeiten oder sich dort zumindest zeitweise aufhielten. Auf welche Art und Weise und über welche Infektionswege sich diese Personen angesteckt hatten, wird derzeit vom Fachbereich Gesundheit im Landratsamt Heidenheim untersucht.

Das Gesundheitsamt Heidenheim und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg planen zur Aufarbeitung und Analyse des Ausbruchgeschehens gemeinsam eine wissenschaftliche Studie zum Infektionsverlauf bei Q-Fieber. Ziel der Untersuchung ist es, neue Erkenntnisse über die relativ seltene Erkrankung zu gewinnen, um in Zukunft Ausbrüche durch geeignete Maßnahmen schon im Keim ersticken zu können. Die Studienteilnehmer profitieren aber auch ganz direkt von der Teilnahme.

Eine Erkrankung mit Q-Fieber geht meist mit Symptomen wie Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen einher. In manchen Fällen kommt es zu einer schweren Lungenentzündung. Manche Menschen nehmen den Q-Fieber-Erreger zwar in ihrem Körper auf, entwickeln aber keine Krankheitszeichen. Die Mediziner sprechen dann von einer stummen Infektion. Die Studie soll einerseits neue und wichtige Erkenntnisse zum Infektionsverlauf bei Q-Fieber bringen, gleichzeitig können stumme Infektionen bei Besuchern des Mondscheinmarktes aufgedeckt werden.
Die Studienteilnehmer tragen dazu bei neue, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und profitieren außerdem auch selbst von der Untersuchung. Sollte eine Infektion im Blut nachgewiesen werden, werden den Teilnehmern weitere Verlaufskontrollen angeboten. Eine Nachbeobachtung empfiehlt sich deshalb, weil sich auch bei einer stummen Infektion die Erreger unter Umständen im Körper einnisten können und zu einem späteren Zeitpunkt eine chronische Q-Fieber-Erkrankung ausbrechen kann. Im Rahmen der Studie kann ein chronischer Verlauf so rechtzeitig erkannt und effektiv behandelt werden.

„Wir bitten daher alle Personen, die den Mondscheinmarkt am 13. Juni in Steinheim besucht haben und anschließend nicht an Q-Fieber erkrankt sind, sich mit uns in Verbindung zu setzen“, so Christoph Bauer, Leiter des Gesundheitsamtes Heidenheim. „Wir bitten die Teilnehmer einen kurzen Fragebogen zu Ansteckungsrisiken auszufüllen und nehmen eine Blutprobe zur Untersuchung auf eine Q-Fieber-Infektion ab.“
An der Untersuchung können alle teilnehmen, die den Mondscheinmarkt besucht haben und keine Q-Fieber-Erkrankung durchgemacht haben. Der erste Schritt für eine Teilnahme ist die Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt (Telefon: 07321 / 321 - 2600). Die Teilnehmer bekommen dann einen Fragebogen und weitere Unterlagen mit der Post zugeschickt. Die Blutentnahme durch Ärzte des Gesundheitsamtes findet an zwei Terminen statt. Am 17. September findet die Blutentnahme von 9 bis 16 Uhr in der Hillerschule in Steinheim, Schulstr. 3, Gebäude B, Zimmer B-1.02 (Biosaal) statt und als Alternative am 18. September von 8 bis 19 Uhr im Landratsamt Heidenheim, Fachbereich Gesundheit (neuer Erweiterungsbau), Felsenstr. 36, in Heidenheim. Alle Teilnehmer bekommen ihren Befund schriftlich mitgeteilt. Personen, bei denen eine stumme Infektion nachgewiesen wird, werden beraten und erhalten das Angebot weiterer Verlaufskontrollen. Für weitere Informationen und Auskünfte wenden Sie sich bitte an das Gesundheitsamt.