Dienstag, 16. September 2014

Q-Fieber: Hofsperre aufgehoben

Impfung schlägt bei Schafen an - Weitere Herden nicht betroffen

Die für einen Schafhof in Steinheim am Albuch in Zusammenhang mit dem Q-Fieber-Ausbruch auferlegten Beschränkungen sind mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Bürgermeister Olaf Bernauer teilte der Familie die Nachricht am Montagabend telefonisch mit, nachdem vom Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz - die jüngsten Untersuchungsergebnisse der Schafe vorgelegt worden waren.

Die Untersuchungen hätten ergeben, dass die Impfung gut anschlage, so Dr. Gerhard Reinarz, Fachbereichsleiter Veterinärwesen. Nur noch vereinzelt seien geringe Raten des Erregers festgestellt worden - es bestehe jedoch keine erhöhte Infektionsgefahr, wie sie während der Ausbruchssituation bestand, mehr für den Menschen, weshalb die Betriebssperre aufgehoben werden könne. „Auf diese Nachricht haben wir gehofft, weshalb ich die Familie sofort informiert habe. Ich hoffe sehr, dass nun schnellstmöglich wieder Normalbetrieb auf dem Hof herrschen kann“, so Bernauer.
In Zusammenhang mit dem Q-Fieber-Ausbruch in Steinheim war in den vergangenen Wochen auch ein Monitoring in der Gemeinde durchgeführt und Schafe aller Schafhalter waren vom Schafherdengesundheitsdienst untersucht worden. Dabei seien keine Q-Fieber-Erreger festgestellt worden, teilt Reinarz mit. Lediglich bei neun von 154 untersuchten Tieren seien Antikörper nachgewiesen worden, woraus man auf eine frühere Q-Fieber-Erkrankung schließen könne - ein durchaus deutschlandweit übliches Bild. Wie sich im Lauf der Untersuchungen auch ergeben hat, sind einige Schafhalter in Steinheim an einer vorbeugenden Impfung interessiert. „Das Monitoring hat ein gutes Ergebnis geliefert, dennoch befürworten wir unter Berücksichtigung der Gesamtumstände und des zurückliegenden Q-Fieber-Ausbruchs in Steinheim eine solche Impfung“, so Bernauer, der betont: „Bei den Kosten für diese Impfung werden wir die Schafhalter nicht allein lassen.“
Parallel zu diesen Maßnahmen ist auch der Fachbereich Gesundheit im Landratsamt Heidenheim weiter in Sachen Q-Fieber aktiv: Am Mittwoch und Donnerstag werden Blutproben für eine Studie genommen, die sich mit den Personen befasst, die den Mondscheinmarkt in Steinheim besucht haben, und nicht an Q-Fieber erkrankt sind. „Unser Aufruf, sich untersuchen zu lassen, ist sehr gut angenommen worden, die Leute sind sehr interessiert“, so Fachbereichsleiter Christoph Bauer. In nur eineinhalb Wochen hätten sich nun rund 260 Personen gemeldet, welche bereit seien, einen Fragebogen zu beantworten und sich Blut nehmen zu lassen. „Die Studienteilnehmer tragen dazu bei neue, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und profitieren außerdem auch selbst von der Untersuchung. Sollte eine Infektion im Blut nachgewiesen werden, werden den Teilnehmern weitere Verlaufskontrollen angeboten. Eine Nachbeobachtung empfiehlt sich deshalb, weil sich auch bei einer stummen Infektion die Erreger unter Umständen im Körper einnisten können und zu einem späteren Zeitpunkt eine chronische Q-Fieber-Erkrankung ausbrechen kann“, so Bauer, der betont: „Im Rahmen der Studie kann ein chronischer Verlauf so rechtzeitig erkannt und effektiv behandelt werden.“