Dienstag, 9. Dezember 2014

Nahverkehrsplan für bessere Vertaktung

Der Kreistag hat die Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Landkreis Heidenheim beschlossen.

Zugestimmt wurde zudem der Aufnahme eines erweiterten Szenarios, das auch in Schwachverkehrszeiten und auf weniger stark frequentierten Linien über den ursprünglichen Plan hinausgehende Angebotsverbesserungen vorsieht.

Mit Hilfe des Nahverkehrsplans soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den nächsten Jahren durch den Landkreis gesteuert und weiterentwickelt werden. Wie Dietmar Maier von der für die Ausarbeitung des Nahverkehrsplans zuständigen NahverkehrBeratung Südwest den Kreisräten versicherte, bestehe in weiten Teilen des Landkreises Heidenheim bereits ein gut ausgebautes ÖPNV-Angebot. Abseits der Hauptachsen treten jedoch auch Lücken im Angebot zutage. In den ländlichen Gebieten im Osten (insbesondere Dischingen mit seinen zahlreichen Ortsteilen), Westen (einzelne Ortsteile von Gussenstadt und Steinheim) und Süden (Ortsteile von Giengen, Niederstotzingen und Sontheim sowie der südlichen Exklave von Herbrechtingen) bestehen teilweise auch größere Angebotslücken, zum Teil besteht hier keine Abend- und Sonntagsbedienung.

Die Bereitstellung eines angemessenen Angebots, auch in den dünner besiedelten Räumen, stellt
eine der größten Herausforderungen für den ÖPNV der Zukunft dar, der mit der Fortschreibung des Nahverkehrsplans begegnet werden soll - dieser hat dabei die Funktion eines Rahmenplans.

Für die Planung wurde das Liniennetz des Landkreises nach der Nutzungsfrequenz in drei Leistungsnetze unterteilt. In Leistungsnetz I eins soll es zu Hauptverkehrszeiten mindestens zwei Fahrten pro Stunde geben, in Leistungsnetz II mindestens einen Stundentakt und im Grundnetz Fahrten nach Bedarf sowie gegebenenfalls eine zusätzliche Abdeckung von Normal- und Schwachverkehrszeiten durch flexible Bedienungsformen wie Ruftaxis.

Die Umsetzung des Nahverkehrsplans soll sukzessive im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Landkreises erfolgen. Dabei können Maßnahmen zur Verbesserung des Bedienungsangebots nach einem Grundsatzbeschluss des Kreistags bei einer finanziellen Beteiligung der betroffenen Gemeinden umgesetzt werden.