Donnerstag, 12. Februar 2015

Brenzbahn-Probleme: Landkreis macht Druck bei der Bahn

     

Seit Ende der Weihnachtsferien kam es auf der Brenzbahn wieder vermehrt zu Problemen, die zu massiven Beeinträchtigungen der Fahrgäste und in der Folge zahlreichen Beschwerden führten. Die Landkreisverwaltung hat in einem Schreiben an den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg, Eckart Fricke, um Abhilfe gebeten.

Die Serie der Pannen auf der Brenzbahn reißt nicht ab. Nach den Weihnachtsferien kam es für über eine Woche zu erheblichen Problemen. Einige Züge sind komplett ausgefallen, ein großer Teil der Fahrten wurde nur mit einem anstelle von zwei Triebwagen durchgeführt. Dies hat dazu geführt, dass die Triebwagen total überfüllt waren und mehrfach Fahrgäste nicht mitgenommen werden konnten und auf den nächsten Zug warten mussten. Am Freitag letzter Woche und am Montag dieser Woche wurde die Fahrt des sogenannten Schülerzugs mit nur einem Triebwagen durchgeführt, sodass mehrere Schülerinnen und Schüler am Gleis zurückgelassen wurden. Ebenso sind häufig Verspätungen zu verzeichnen.

Landrat Thomas Reinhardt wandte sich deshalb bereits am 20. Januar 2015 an Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg. In seinem Schreiben wies er darauf hin, dass bei einem kurzfristigen Fahrzeugausfall alle Betroffenen mehr oder weniger Verständnis hätten, wenn der Verkehr einen Tag lang nicht optimal läuft. Wenn aber erkennbar ist, dass mehrere Fahrzeuge für einen längeren Zeitraum ausfallen, müsste ein bundesweit agierender Konzern wie die Deutsche Bahn AG in der Lage sein, rechtzeitig Ersatzfahrzeuge von anderen Strecken herbeizuschaffen. Weiter kritisierte Reinhardt, dass eine Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von Fahrgastinformation geschweige denn eine öffentliche Entschuldigung bei den Fahrgästen nicht stattgefunden habe. Es könne nicht sein, dass Fahrgäste morgens zum Bahnhof gehen und nicht wissen, kommt mein Zug pünktlich oder kommt er später und habe ich überhaupt Platz im Zug. Hier habe die Konzernkommunikation versagt.

Landrat Reinhardt bat den Konzernbeauftragen, durch geeignete Vorsorgemaßnahmen darauf hinzuwirken, dass derartig massive Beeinträchtigungen künftig vermieden werden und gegebenenfalls auch eine umfassende Information der Fahrgäste erfolgt.

Ein weiteres Schreiben richtete Reinhardt an den Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), die im Auftrag des Landes die Nahverkehrsleistungen bei der Deutsche Bahn AG bestellt und bezahlt. Darin äußerte er unter Hinweis auf die aktuellen Probleme den Wunsch, dass auch die NVBW als Bestellerin der Verkehrsleistungen entsprechend auf die Deutsche Bahn AG einwirkt.