Donnerstag, 19. März 2015

Tag des Wassers

Bedeutung für Mensch und Tier im Fokus

„Wasser und nachhaltige Entwicklung“ lautet das Motto des diesjährigen Weltwassertages, der seit 1993 immer am 22. März von den Vereinten Nationen ausgerufen wird. Das Schwerpunktthema wechselt jährlich und soll auf die vielfältige Bedeutung des Wassers für Mensch und Natur hinweisen.
Der Landkreis Heidenheim gehört in Baden-Württemberg zu den grundwasserreichsten Landkreisen. Über 43 Millionen Kubikmeter Grundwasser werden hier jährlich gefördert, berichtet Udo Awiszus vom Fachbereich Bau und Umweltschutz des Landratsamts Heidenheim. Davon werden die rund 128 000 Bewohner des Landkreises durch kommunale Wasserversorger und -verbände sowie zusätzlich rund drei Millionen Menschen in Baden-Württemberg durch den Zweckverband Landeswasserversorgung Stuttgart mit Trinkwasser versorgt. Deshalb liegen über 90 Prozent der Landkreisfläche in Wasserschutzgebieten, deren vorrangige Aufgabe es ist, einen nachhaltigen Schutz für das Grundwasser zu gewährleisten.

Viele Faktoren beeinflussen die Menge und Qualität des Grundwassers, z. B. Industrie, Landwirtschaft und Verkehr. Gerade der Einfluss der Landwirtschaft steht im Mittelpunkt einer Debatte, die im Herbst von der Landeswasserversorgung angestoßen wurde. Steigende Nitratwerte in einem Teil des Wasserschutzgebiets Donauried-Hürbe sind Anlass zur Besorgnis. Sie lassen sich zu einem großen Teil auf die mineralische und organische Düngung der dort befindlichen landwirtschaftlichen Flächen zurückführen. Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang bedeutet, die Düngung am Bedarf der Pflanzen auszurichten und dabei das schon vorhandene Angebot im Boden zu berücksichtigen. Eine scheinbar einfache Rechnung, die aber durch viele, manchmal unvorhersehbare Faktoren beeinflusst wird: Witterung, Ertrag, anfallende Güllemengen, Preise für mineralische Dünger usw. Ein eigens für diese Problematik eingerichteter Arbeitskreis beschäftigt sich ab April mit der Frage, wie die Landwirtschaft im Wasserschutzgebiet Donauried-Hürbe zukünftig ausgerichtet werden kann, um einen nachhaltigen Schutz des Grundwasser zu gewährleisten ohne gleichzeitig die Existenzgrundlage der Landwirte zu beeinträchtigen.

„Wichtig aus unserer Sicht ist eine kontinuierliche Aufklärung über die Bedeutung des Grundwasserschutzes und ein vertrauensvolles Miteinander aller Beteiligten“, so Erster Landesbeamter Peter Polta, Dezernent für Bau und Umwelt im Landratsamt Heidenheim, und betont: „Wasser ist eines der kostbarsten Güter der Erde, das durch nichts ersetzt werden kann. Die Grundwasservorräte hier im Landkreis Heidenheim sind auch eines unserer kostbarsten Güter und benötigen besonderen Schutz. Und um diesen Schutz zu gewährleisten, ist es wichtig auf eine nachhaltige Entwicklung in all den Bereichen zu achten, die auf das Grundwasser einwirken.“