Dienstag, 5. Mai 2015

Mehr Prävention für Kinder und Jugendliche

Neuer Suchtbeauftragter will Angebote im Landkreis bündeln und ausweiten

Der neue kommunale Suchtbeauftragte des Landkreises Heidenheim startet bereits wenige Wochen nach seinem Jobantritt in die Projektplanung: Derzeit organisiert Peter Barth die regionale Umsetzung des bundesweiten Aktionstages Alkohol im Juni. Daneben will Barth vor allem die Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche in den kommenden Monaten noch weiter ausbauen.

„Im Bereich der Suchtprävention im Landkreis Heidenheim ist schon vieles bewegt worden, auf dieser Arbeit möchte ich nun aufbauen“, so Barth, der als Suchtbeauftragter auf seine Erfahrungen als Heilerziehungspfleger und Fachwirt für Sozialwesen ebenso wie auf sein gut ausgebautes Netzwerk setzen will. Während seiner beruflichen Laufbahn hat der heute 50-Jährige unter anderem in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Klinikum Heidenheim und als Fallmager im Jobcenter gearbeitet – „während dieser Zeit konnte ich natürlich schon viele Kontakte zu sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen knüpfen“, so Barth. Die Netzwerkarbeit, die Peter Barth besonders am Herzen liegt, soll nun gleich mehrere neue Projekte ermöglichen. Eines hiervon ist ein gemeinsam mit der Diakonie geplantes Präventionsprojekt beim 1. FC Heidenheim, zu dem Barth als Stadionsprecher bereits gute Kontakte hat. „Geplant ist, im Herbst verschiedene Veranstaltungen zur Suchtprävention für unterschiedliche Altersgruppen durchzuführen. Die Bausteine, die hierfür erarbeitet werden, sollen dann bei anderen interessierten Vereinen ebenfalls zum Einsatz kommen“, erklärt Barth.

Auch in den Schulen und Kindertageseinrichtungen soll die Präventionsarbeit noch besser vernetzt beziehungsweise ausgeweitet werden. Hierfür steht Barth auch mit der Polizei in Kontakt, Ziel ist eine Bündelung von Präventionsmaßnahmen gerade für Schulklassen. Im Kindergartenbereich greift zudem das Papilio-Projekt: Dabei bekommen Erzieher in den Kindergärten in einer Fortbildung konkrete Maßnahmen an die Hand, um die Kinder wirkungsvoll zu fördern und so Sucht und Gewalt vorzubeugen. In Baden-Württemberg sind derzeit acht Kindergärten als Papilio-Einrichtungen zertifiziert, sechs davon – mit großer Unterstützung des Round Table - im Landkreis Heidenheim. Ziel sei es, hier noch weitere Einrichtungen für eine Beteiligung zu begeistern. Auch hierbei hält Barth die Netzwerkarbeit für entscheidend. „Mir ist es wichtig bestehende Kontakte noch weiter auszubauen und neue Kontakte zu schaffen“, erklärt 50-Jährige, der durch Teamarbeit und die Bündelung von bislang getrennt laufenden Maßnahmen einzelne Themen intensiver aufgreifen möchte: „Jugend und Alkohol im Landkreis Heidenheim“ aber auch das Thema Essstörungen sollen so mehr in den Fokus gestellt werden, so Barth.

Zunächst ist der neue Suchtbeauftragte aber mit den Vorbereitungen für die Umsetzung der bundesweiten Aktionswoche Alkohol im Landkreis Heidenheim beschäftigt. Vor wenigen Tagen wurden rund 180 Wirte angeschrieben. „Ziel ist es, dass sich möglichst viele Wirte in der Aktionswoche vom 13. bis 21. Juni beteiligen, indem sie möglichst drei alkoholfreie Getränke preisgleich wie das preiswerteste alkoholische Getränk anbieten“, erklärt Barth. Flankiert werden soll die Aktion durch eine breite Streuung von Informationsmaterial. „Wir wollen das Bewusstsein für die Folgen des Alkoholkonsums schärfen“, so Barth, der mit diesem Projekt gleich voll und ganz in seinen neuen Job eingestiegen ist. „Planen, organisieren, netzwerken und zahlreiche Möglichkeiten, Schwerpunkte zu setzen“, so der 50-Jährige über seine Rolle als kommunaler Suchtbeauftragter, in der er nun „Bewährtes fortsetzen“ und „viele neue Ideen umsetzen“ möchte.

Info: Weitere Infos zum Thema Suchtprävention und Suchthilfe gibt es im Internet unter www.landkreis-heidenheim.de oder beim kommunalen Suchtbeauftragten Peter Barth, Tel. 07321/3212523.