Donnerstag, 21. Mai 2015

Impfaktion für Flüchtlinge

Gesundheitsamt informierte in den Gemeinschaftsunterkünften

Im Rahmen der Europäischen Impfwoche organisierte das Gesundheitsamt Heidenheim im April eine Impfaktion für Flüchtlinge und Asylbewerber im Landkreis Heidenheim. Die Familien wurden in den Gemeinschaftsunterkünften über das Angebot von Schutzimpfungen in Deutschland informiert. Die Impfungen übernehmen die niedergelassenen Kinder- und Hausärzte.
Im Landkreis Heidenheim leben derzeit rund 150 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber. In ihren Herkunftsländern konnten diese Menschen oft keine oder nur eine unzureichende medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Viele Kinder und Jugendliche haben deshalb keinen ausreichenden Impfschutz. Bei Erwachsenen konnten die anstehenden Auffrischungsimpfungen nicht immer zeitgerecht durchgeführt werden. Besonders problematisch werden diese Impfdefizite immer dann, wenn empfängliche Menschen eng zusammenleben. Krankheitsausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen, beispielsweise Masern und Windpocken, können die Folge sein.
„Alle Menschen, die in Deutschland leben, sollten ganz unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus über einen Impfschutz mit den allgemein empfohlen Impfungen verfügen“, appelliert Christoph Bauer, Leiter des Gesundheitsamtes Heidenheim. Bei einer hohen Durchimpfung der Bevölkerung werden auch Menschen, welche aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, durch die sogenannte Herdenimmunität geschützt. Die medizinischen Fachkräfte des Gesundheitsamtes Heidenheim haben deshalb im Rahmen der diesjährigen Europäischen Impfwoche die Familien in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge und Asylbewerber besucht und über die Impfangebote in Deutschland informiert. „Die Resonanz auf unser Informations- und Beratungsangebot war überwältigend“, freut sich Bauer. An den beiden Aktionstagen wurden über 80 Prozent der Familien erreicht. Die Information und Beratung vor Ort wurde durch Dolmetscher und Informationsmaterialien in Muttersprache vermittelt. Alle Eltern bekundeten ein großes Interesse, sich und ihre Kinder entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission impfen zu lassen. Da lediglich jede zweite Person überhaupt über ein Impfdokument verfügte, händigte das Gesundheitsamt Impfpässe aus.

Im Vorfeld hatte das Gesundheitsamt die niedergelassenen Ärzte über die Impfaktion informiert und darauf hingewiesen, dass die Familien für die Impfungen in die Praxen weitervermittelt werden. „Auf diesem Wege möchte ich mich bei den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen für die Unterstützung unserer gemeinsamen Impfaktion ganz herzlich bedanken“, betont Bauer. „Einige Praxen hatten sogar eine extra Sprechstunde zur Impfung eingerichtet.“ Dank der hohen Impfmotivation ist davon auszugehen, dass die Impflücken bei Familien, die in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge und Asylbewerber leben, im Wesentlichen geschlossen werden konnten.

Inzwischen erhalten alle Flüchtlinge und Asylbewerber, die erstmals im Landkreis Heidenheim Aufnahme finden, bei ihrer Ankunft Informationsmaterialien zu Schutzimpfungen in ihrer Muttersprache. Das Gesundheitsamt (Fachbereich Gesundheit im Landratsamt Heidenheim, Tel.: 07321 321-2600) steht außerdem für individuelle Impfberatungen für alle Menschen im Landkreis Heidenheim zur Verfügung.