Freitag, 10. Juli 2015

Zukunft im Blick – im Landkreis Heidenheim

Partner aus Wirtschaft und Politik wollen gemeinsam den Wirtschaftsstandort stärken

Die Zukunft des Landkreises Heidenheim im Blick behalten – für einen starken Wirtschaftsstandort und ein attraktives Umfeld zum Arbeiten und Leben – war das Thema einer Auftaktveranstaltung am 9. Juli 2015 im Landratsamt Heidenheim. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und weiteren Organisationen wollen der Landkreis Heidenheim und die IHK Ostwürttemberg in den kommenden Monaten Maßnahmen in fünf verschiedenen Handlungsfeldern entwickeln und umsetzen.

Der Landkreis Heidenheim steht aufgrund seiner Wirtschafts- und Sozialstruktur vor besonderen Herausforderungen: Eine aktuelle Wirtschafts- und Strukturanalyse der IHK Ostwürttemberg sowie eine SWOT-Analyse der Prognos AG zeigen, dass Entwicklungen im Landkreis Heidenheim besonders im Bereich Arbeitsmarkt, aber beispielsweise auch bei neuen Gewerbeansiedlungen schwächer ausfallen, als in anderen Landkreisen oder dies in Vergangenheit der Fall war. Beide Studien wurden dem Verwaltungsausschuss des Kreistages im Januar 2015 vorgestellt. Der Landkreis Heidenheim und die IHK arbeiteten daraufhin gemeinsam fünf Handlungsfelder heraus, denen sich der Landkreis nun vorrangig annehmen wird. „Wir wissen um die Probleme im Landkreis Heidenheim, die wir auf Basis dieser beiden Studien nun jedoch gezielter angehen können. Wir wissen, in welchen Bereichen wir noch aktiver werden müssen – nun setzen wir mit vereinten Kräften alles daran, das Potenzial und die Stärken des Landkreises zu nutzen, um negative Entwicklungen zu stoppen und eine Trendwende zu erreichen. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt: Der Landkreis Heidenheim hat sehr gute Zukunftschancen“, so Landrat Thomas Reinhardt.

Die definierten Handlungsfelder sind: Arbeitsmarkt und Beschäftigung stärken, Bestandsbetreuung in der Wirtschaft sichern, Wissenschaft und Hochschullandschaft ausbauen, substanzielle Gründungskultur etablieren und Gewerbeflächen-Management proaktivieren. Die entwickelte Agenda beinhaltet je Handlungsfeld den Ist-Zustand – abgeleitet aus den Ergebnissen der Studien - und welche Ziele dabei sinnvoll erscheinen und vorstellbar sind. Der Verwaltungsausschuss des Kreistages sowie der gesamte Kreistag stimmten dem Konzept der Handlungsaufträge abschließend im April 2015 zu.

In einer Auftaktveranstaltung am 9. Juli 2015 begrüßten Landrat Thomas Reinhardt, IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Moser, Michael Setzen, Wirtschaftsförderer des Landkreises, und IHK-Volkswirtschaftsreferentin Michaela Eberle die möglichen Partner aus Wirtschaft, Politik und der weiteren Organisation zu diesem innovativen Prozess. Die beteiligten Partner werden sich nun in Gruppen jedes Handlungsfeldes annehmen und gemeinsam an den formulierten Zielen arbeiten. Die Gruppen sollen ihre Ideen und Maßnahmen eigenständig entwickeln und deren Umsetzung aktiv begleiten. Der zunächst auf rund ein Jahr angesetzte Prozess soll dabei als ein offener verstanden werden; das heißt, es können themenübergreifende Ansätze ebenso wie auch Untergruppen zu speziellen Bereichen innerhalb eines Handlungsfeldes entstehen. Die IHK und das Landratsamt werden dabei jedes Handlungsfeld personell unterstützen.

„Es ist wichtig, dass sich der Landkreis und die Partner in dem nun folgenden Prozess zwar an den fünf Handlungsfelder orientieren können, gleichermaßen verzichten wir aber ganz bewusst auf ausführliche Zielvorstellungen oder gar vorstellbare Lösungsansätze, um all denen, die mitmachen ausreichend Raum für neue Ideen und Wege zu gewähren“ betont IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Moser. Landrat Reinhardt ergänzt: „Besonders wichtig ist es uns hierbei, dass wir Partner aus verschiedensten Bereichen im Landkreis Heidenheim mitnehmen: Dazu zählen Politik und Wirtschaft ebenso wie die Städte und Gemeinden, die Gewerkschaften sowie das Jobcenter und die Agentur für Arbeit. All diese Partner können ihre Erfahrungen und ihr Wissen einbringen, so dass wir proaktiv an der Zukunft des Wirtschaftsstandortes arbeiten können.“

„Die Wirtschafts- und Strukturanalyse der IHK Ostwürttemberg zeigt über Indikatoren wie Bevölkerung und Demographie, Arbeitsmarkt, Wirtschaftskraft und Wettbewerb, Bildung, Innovation und sozialer Lage –mit einem Blick auf die Wirtschaft vor Ort, deren Portfolio, Leistungs- und Erneuerungsverhalten – speziell die Entwicklung und Dynamik innerhalb der letzten Jahre im Landkreis“, erklärt IHK-Volkswirtschaftsreferentin Michaela Eberle die Kernergebnisse der Studie, die mit Basis für die weitere Arbeit ist. Unter anderem sind dies die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung, die hohe Geburtenrückgänge, Abwanderungs- und Pendlersaldi sowie ein vergleichsweise hohes Durchschnittsalter zeigen. Arbeitslosenquoten die mitunter auf Großstadtniveau liegen, bestehende Beschäftigungsabhängigkeiten in Branchen, die in hochwettbewerblichen Märkten agieren und eine sinkende Wertschöpfung im produzierenden Gewerbe gehören ebenso zu den Ergebnissen, wie eine erkennbar verhaltene Gründerkultur. Dies ist speziell bei Gründungen, die mit einem Handelsregistereintrag und Beschäftigungsaufbau einhergehen erkennbar, aber auch bei denen in Wachstumsbranchen wie der Information und Kommunikation. Nicht erfolgte Geschäftsübernahmen und ein rückläufiges und auf wenige Unternehmen basierendes Investitionsverhalten in Forschung und Entwicklung zählen ebenso zu den Erkenntnissen.
„Der Landkreis Heidenheim – Wald und Wissen – Wirtschaft und Struktur im Wandel ist deshalb auch das Titelthema der aktuellen Ausgabe unserer IHK-Zeitschrift“, erklärt Michaela Eberle. Dort sind die Ergebnisse der Studie aufgearbeitet nachzulesen; Interviews mit Landrat Thomas Reinhardt und Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg ergänzen das Thema.

Die vollständige Studie sowie die Agenda der Handlungsfelder stehen auf www.ostwuerttemberg.ihk.de zur Verfügung. Ebenso wie Informationen zur statistischen Daten und zur konjunkturellen Lage bei der IHK Ostwürttemberg bei Michaela Eberle, Tel. 07321 324-197 oder eberle@ostwuerttemberg.ihk.de.