Montag, 10. August 2015

Hohe Gefährdung durch Fichtenborkenkäfer

Aktueller Witterungsverlauf verlangt von Waldbesitzern Aufmerksamkeit

Die heiße und trockene Witterung begünstigt die Entwicklung der Fichtenborkenkäfer, Buchdrucker und Kupferstecher. In den kommenden Wochen muss verstärkt mit dem Befall stehender Bäume gerechnet werden. Die frühzeitige Befallserkennung im Rahmen von Kontrollgängen und eine umgehende Aufarbeitung des befallenen Holzes sind unbedingt notwendig.
Die heiße und trockene Witterung begünstigt die Entwicklung der Fichtenborkenkäfer, Buchdrucker und Kupferstecher. Die durch den Sturm Niklas geschädigten Fichten boten dem Borkenkäfer sehr gute Brutbedingungen. Die erste Generation des Buchdruckers ist ausgeflogen und hat bereits eine weitere Brut angelegt, die sich aufgrund der warmen und trockenen Witterung rasant entwickelt. Die Geschwisterbruten der ersten Generation fliegen momentan aus.
In den kommenden Wochen muss verstärkt mit dem Befall stehender Bäume durch die zweite Generation und die Geschwisterbruten gerechnet werden.
Die frühzeitige Befallserkennung im Rahmen von Kontrollgängen und eine umgehende Aufarbeitung des befallenen Holzes ist unbedingt notwendig um weiteren Befall durch die ausfliegenden Jungkäfer zu verhindern. Das befallene Holz muss mindestens 500 Meter von gefährdeten Fichtenbeständen entfernt gelagert oder entrindet werden. Im Wald liegendes Brutmaterial muss entfernt oder gehackt werden. Um eine reibungslose Holzabfuhr zu gewährleisten, sollte das Holz gebündelt gelagert werden. Kleinpolter sind zu vermeiden. Die Abfuhr des Holzes kann sich durch die Betriebsferien der Sägewerke verzögern. Sollte das Holz nicht vor dem Ausflug der Jungkäfer abgefahren werden und eine Entrindung oder eine Lagerung in sicherer Entfernung zu gefährdeten Fichtenbeständen nicht möglich sein, besteht die Möglichkeit der Vorausflugsspritzung mit zugelassenen Spritzmitteln. Die Vorschriften zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald und die Zertifizierungsstandards sind zu beachten.

Befallene Fichten sind an braunem Bohrmehl am Stammfuß zu erkennen. Die Bohrmehlsuche sollte an trockenen, windstillen Tagen erfolgen. Frisch befallene Fichten sind häufig an einem Harzausfluss am Kronenansatz zu erkennen. Weitere Befallsmerkmale sind Spechteinschläge und Kronenverfärbung.

Bei Fragen oder bei Bedarf zur Unterstützung bei der Aufarbeitung bieten die örtlich zuständige Revierleitung oder das Landratsamt Heidenheim, Fachbereich Wald und Naturschutz, Telefon 07321/321-1371, Unterstützung.