Dienstag, 18. August 2015

Familienunternehmen setzt auf Regionalvorteil

Landrat Thomas Reinhardt besuchte Tegel-Technik in Giengen

Die Tegel-Technik GmbH realisiert seit mehr als 30 Jahren Automatisierungs- und Rationalisierungsprojekte im Bereich Fördertechnik. Auch individuellen Wünschen wird bei der Erstellung von Förderanlagen und Sondermaschinen Rechnung getragen – mit Erfolg: Das Unternehmen wächst kontinuierlich weiter. Bei einem Firmenbesuch zeigte sich Landrat Thomas Reinhardt von der Innovationsstärke des rund 70 Mitarbeiter starken international tätigen Unternehmens begeistert.
„Für jede logistische Aufgabe gibt es die optimale Fördertechnik“, machte Inhaber und Geschäftsführer Walter Tegel gleich zu Beginn deutlich, worauf das 1982 gegründete Unternehmen seit mehr als drei Jahrzehnten setzt: Individuelle Lösungen von der Konstruktion einer Anlage bis zur Bereitstellung der Steuerungstechnik mit sehr kurzen Liefer- und Servicezeiten aus einer Hand. Dies wiederum sei maßgeblich für die Kundenzufriedenheit, auf welche die Tegel-Technik GmbH ihren Erfolg baut. Die Kunden kommen dabei größtenteils aus Deutschland, doch auch der europäische sowie der chinesische, amerikanische und russische Markt werden beliefert. Nicht immer problemlos, wie Walter Tegel erklärt. Derzeit dürfe beispielsweise eine Anlage, die für einen russischen Kunden bestimmt ist, aufgrund des Wirtschaftsembargos nicht ausgeliefert werden.
Die Alles-aus-einer-Hand-Maxime der Tegel-Technik GmbH umfasst bei Bedarf auch die Arbeitnehmerüberlassung – wenn etwa neue Anlagen beim Kunden anlaufen, sind die Mitarbeiter von Tegel-Technik vor Ort, bis alles rund läuft. Basis hierfür seien natürlich motivierte, gut ausgebildete Mitarbeiter, so Walter Tegel. Er sieht darin – in Zusammenhang mit der regionalen Verwurzlung des Unternehmens – einen weiteren Grund für den geschäftlichen Erfolg: „Mit Mitarbeitern aus der Region haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht und eine geringe Fluktuation.“ Wert werde – gerade bei der Einstellung – zudem auf soziales Engagement gelegt. In der Ausbildung setzt Tegel-Technik außerdem auf Zusammenarbeit: So bringen die Ausbildungskooperationen mit Voith und BSH Hausgeräte immer wieder erfolgreiche Preisträger hervor. Zudem gebe es eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit den regionalen Hochschulen.
Wie Walter Tegel im Gespräch mit Landrat Thomas Reinhardt und Wirtschaftsförderer Michael Setzen erklärte, sei es im Standortwettbewerb nicht immer einfach, nicht aus der Region stammende Mitarbeiter für den Unternehmensstandort zu begeistern. „Aber bei der Suche nach Mitarbeitern im Bereich Konstruktion sind wir nun mit zwei jungen motivierten Ingenieur und Techniker fündig geworden und habe diese eingestellt. Im weiteren Bemühungen unsere Arbeitsplätze zu erweitern und zu sichern werden die Leistungen unseres Schaltschrankbaues und der dazu passenden Software einem breiten Kundenkreis zugänglich gemacht“, so Walter Tegel. Wie er betont, sei gerade die Konstruktion ein spannendes Aufgabengebiet, schließlich werden bei Tegel-Technik Förderanlagen für Wattestäbchen ebenso wie für LKW-Großlenkungen gebaut.
Die regionale Verbundenheit des Unternehmens zeigt sich auch in der Wahl der Lieferanten. So werde gleichzeitig sichergestellt, dass das Serviceversprechen - individuelle Lösungen in kürzester Zeit liefern zu können – gehalten werden kann. „Mit Lieferanten aus der Region können wir ganz kurzfristig auf Zuruf agieren“, so Marc Tegel, der gemeinsam mit seinen Geschwistern Nina und Ralf Tegel das Familienunternehmen des Vaters weiterführen wird. Wie er betonte, würden alle Lieferanten der Firma Tegel-Technik zudem darauf verpflichtet, dass sie ihren Mitarbeitern die gesetzlichen Mindestlöhne bezahlen.
„Die Tegel-Technik GmbH zeigt auf beeindruckende Weise, wie ein lokal verwurzeltes Familienunternehmen durch Innovationskraft, hoch qualifizierte Mitarbeitern und einen ausgezeichneten Service global unterwegs sein kann – und das sehr erfolgreich“, so Landrat Reinhardt. Die gute Geschäftsentwicklung des wachsenden Unternehmens macht nun auch eine räumliche Erweiterung notwendig. Die innerbetrieblichen Abläufe in den Bestandsgebäuden wurden bereits optimiert, doch „jetzt ist die Grenze erreicht“, sagt Walter Tegel. Neben dem Firmengebäude stehen in Richtung Neubau der Lebenshilfe noch mögliche Erweiterungsflächen zur Verfügung. Dazwischen liege allerdings der Aischgraben, der sich zur ökologischen Herausforderung entwickelt. Die Betriebsabläufe erfordern einen direkten Anbau an das Bestandgebäude, was in der Folge bedeutet, dass der Aischgraben umweltverträglich überbaut werden muss. „Die zuständigen Mitarbeiter im Landratsamt werden Sie gerne dabei unterstützen, nach möglichen Lösungen zu suchen“, sicherte Reinhardt zu und betonte: „Die Standortsicherung von Wirtschaftsunternehmen und somit weitere Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts ist für uns nicht nur ein Anliegen, sondern eine Herausforderung, die wir gemeinsam mit vielen anderen Akteuren ganz gezielt weiter angehen wollen.“ Dazu gehöre natürlich auch, Unternehmen wie Tegel-Technik bestmöglich dabei zu unterstützen, im Landkreis Heidenheim weiter zu wachsen.

Unternehmensbesuch bei der Tegel-Technik GmbH in Giengen: Ralf Tegel (von links), Thomas Böhle (Prokurist), Landrat Thomas Reinhardt, Walter Tegel und Marc Tegel.