Montag, 21. September 2015

Ja zu Deutschland, Ja zum Landkreis

Einbürgerungsfeier im Landratsamt Heidenheim

Bei der zwischenzeitlich fünften Einbürgerungsfeier (17.09.2015) im Landratsamt Heidenheim begrüßte Landrat Thomas Reinhardt am Donnerstagabend rund 20 Neubürger im Landkreis Heidenheim. Sieben Personen wurden im Rahmen der feierlichen Veranstaltung eingebürgert, die weiteren geladenen Neubürger hatten die Einbürgerungsurkunde bereits im Laufe des Jahres erhalten.
Insgesamt sind seit Jahresbeginn rund 90 Männer, Frauen und Kinder mit 30 verschiedenen Staatsangehörigkeiten im Landkreis Heidenheim eingebürgert worden, zumeist hatten sie bislang einen türkischen, kosovarischen oder kroatischen Pass. „Heidenheim ist ein schöner lebens- und liebenswerter Landkreis – weltoffen, tolerant und multikulturell“, so Landrat Reinhardt, der die Neubürger im Landkreis dazu aufrief ihre Rechte zu nutzen und sich zu beteiligen. „Sie haben Ja gesagt – zur Bundesrepublik Deutschland und auch zum Landkreis Heidenheim. Und darüber freue ich mich sehr! Denn Ihre Entscheidung für Deutschland ist auch eine Chance für uns. Wir können es uns nicht leisten, auf das Potenzial von Menschen, die sich bewusst für unser Land entscheiden, zu verzichten. Es muss noch mehr ins Bewusstsein rücken, dass Menschen anderer Herkunft eine Bereicherung sind“, sagte der Landrat auch mit Blick auf die Vielzahl an hilfebedürftigen Menschen, die als Flüchtlinge ins Land kommen. „Ihre Einbürgerung nützt nicht nur Ihnen persönlich, sondern auch dem ganzen Land Baden-Württemberg“, so auch Evangelia Hüfner, Referatsleiterin beim Integrationsministerium, die betonte: „Vielfalt ist unsere Stärke und unser Potenzial für die Zukunft.“
Die Einbürgerungsfeier sei auch ein Symbol dafür, dass die Gesellschaft bereit sei Menschen, die hier leben wollen, aufzunehmen, so Kultusminister Andreas Stoch. Mit Blick auf die zahlreichen Flüchtlinge, die in Deutschland Zuflucht suchen, betonte er, dass Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Frieden für viele Menschen Ideale seien. Er forderte mehr Solidarität in Europa, „die Welt, wie wir sie heute haben, muss, so unterschiedlich sie ist, zusammenrücken.“ Dankbar zeigte sich Stoch für die gelebte Solidarität vor Ort. Er freue sich, dass Heidenheim so eine weltoffene Region ist. Die Neubürger rief er dazu auf, sich einzubringen: „Es reicht nicht, nur Einwohner zu sein. Seien Sie Bürger, mischen Sie sich ein.“
Alle Redner hoben hervor, welch enorme Bedeutung der Integration zukommt. Hierbei seien jedoch beide Seiten gefordert, so Landrat Reinhardt: Die einen, in-dem sie sich einbringen und die Werte und Gesetze in ihrer neuen Heimat anerkennen, die anderen indem sie sich öffnen und Zuwanderer – ebenso wie Flüchtlinge, die in größter Not Zuflucht in Deutschland suchen – willkommen heißen. „Sie haben bereits gezeigt, dass Integration gelingen kann“, so Reinhardt an die Neubürger gewandt.

In der Regel besteht nach acht Jahren rechtmäßigem Aufenthalt in Deutschland ein Anspruch auf Einbürgerung – bei besonderer Integrationsleistung kann dieser Zeitraum auf sechs Jahre verkürzt werden, bei Ehegatten ist eine noch kürzere Frist möglich. Innerhalb welches Zeitraums sich Personen für die Einbürgerung entscheiden, ist im Landkreis Heidenheim ganz unterschiedlich: Unter den Neubürgern bei der Einbürgerungsfeier waren ebenso Personen, die bereits nach sechs oder weniger Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit annahmen wie Personen, die bereits seit Jahrzehnten im Landkreis leben.

Einbürgerungsfeier im Landratsamt Heidenheim: Die anwesenden Neubürger wurden von Landrat Thomas Reinhardt (Zweiter von links) begrüßt. In ihren Grußworten betonten auch Kultusminister Andreas Stoch (links) und Evangelia Hüfner (Fünfte von links), Referatsleiterin im Ministerium für Integration Baden-Württemberg, die Bedeutung der Integration.