Dienstag, 6. Oktober 2015

Holzbau rechnet sich!

4. Regionaler Holzbautag informiert über innovativen Holzbau

138.000 Hektar Wald und eine enorme Dichte an holzverarbeitenden Betrieben gibt es in den Landkreisen Heidenheim, Ostalb und Schwäbisch Hall, die sich unter Federführung der regionalen Wirtschaftsförderung WiRO zur Initiative „Holzkompetenz hoch drei“ zusammengeschlossen haben. Mit dem Regionalen Holzbautag lieferten sie wieder viele Ideen und Informationen rund um den Baustoff Holz.

Rund 100 Teilnehmer kamen auf Einladung von „Holzkompetenz hoch drei“, der WiRO, der Clusterinitiative Forst und Holz Baden-Württemberg sowie den Verbänden Holzbau Baden-Württemberg und ProHolz BW nach Schwäbisch Hall, wo der Regionale Holzbautag zum insgesamt vierten Mal ausgetragen wurde.
Nach der Einführung durch den Haller Landrat Gerhard Bauer, der die Bedeutung von Holz für die wirtschaftliche Entwicklung im Ländlichen Raum unterstrich, erläuterte Jürgen Schaffitzel die Vorteile des Baustoffes Holz. Für den Geschäftsführer des gleichnamigen, gastgebenden Unternehmens sind dies zeitlose Ästhetik, leichtes Gewicht, dadurch geringere Transportkosten, durch einen hohen Vorfertigungsgrad mögliche kurze Bauzeiten, hervorragende Wärmeschutzeigenschaften sowie positiver Einfluss auf die Gesundheit und Wohlfühlcharakter. Anhand zahlreicher Beispiele wie dem der Gründerhalle des Technologiezentrums Schwäbisch Hall oder zweier im Zuge der Gmünder Landesgartenschau gebauter Brücken zeigte er außerdem, dass beim Holzbau Ökologie und Wirtschaftlichkeit keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig ergänzen.
Schaffitzel komplettierte damit die Impulse, die zuvor Professor Dr. Bertil Burian von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg gegeben hatte. Holzbau biete durch seine positiven Eigenschaften Lösungen für die Entwicklung flexibler, sich der jeweiligen Lebenssituation anpassender Wohnraumkonzepte. Neben der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte sieht er die Weiterentwicklung der Standardisierung von Holzbausystemen als wichtigen Faktor an. Doch noch mehr als das zählt für Burian: „Fortschritte im Holzbau, wie z.B. die beim Mehrgeschoss-Bau, müssen besser kommuniziert werden“.
In der abschließenden Diskussion zeigte sich, dass viele Bedenken gegenüber dem Holzbau, insbesondere beim Preis und Brandschutz, keine Grundlage haben. So habe Holzbau, ein konstruktiver Holzschutz und ein Mindestmaß an Qualitätsanspruch vorausgesetzt, denselben Lebenszyklus und dieselben Lebenszykluskosten wie ein herkömmlicher Stahlbeton-Bau. Rechne man noch die Kosten für den Rückbau ein, so sei Holzbau am Ende sogar preiswerter. Und auch beim Brandschutz schneide der Holzbau im Gegensatz zu konventionell erstellten Gebäuden oftmals besser ab.
Gezeigt hat der Holzbautag, dass Bauen mit Holz auch unter den Aspekten Nachhaltigkeit und Klimaschutz – Stichwort: CO2-Bindung – in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Dem zugutekommt, dass seit Frühjahr 2015 der Bundesrat die Nutzung von Holzbau vorschreibt, um Klimaschutzziele 2020 zu erreichen. Und auch Baden-Württemberg zieht mit, indem es durch sein neues Holz-Innovativ-Programm Förderzuschüsse für innovativen Holzbau ermöglicht.