Dienstag, 13. Oktober 2015

Asyl: Helfer auf Klausur

Austausch von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen bei Konferenz Flüchtlingshilfe und Ehrenamt des Landkreises Heidenheim

Die Bürger im Landkreis Heidenheim reagieren auf die weiterhin ansteigenden Zahlen der Asylbewerberneuzugänge mit immer größer werdender Hilfsbereitschaft. Das zeigt sich auch darin, dass sich in allen Städten und Gemeinden mit Gemeinschaftsunterkünften Helfer- und Unterstützerkreise gebildet haben. Bei einer Klausur von Landkreisverwaltung und Ehrenamtlichen wurde nun die Zusammenarbeit zwischen Hauptamt und Ehrenamt weiter vertieft.
Rund 250 Flüchtlinge werden dem Landkreis Heidenheim derzeit monatlich zugewiesen – etwa sechsmal so viele wie noch vor einem Jahr. Die Landkreisverwaltung ist für die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften sowie die Betreuung der hilfesuchenden Männer, Frauen und Kinder zuständig. Um diese „riesengroße Herausforderung“ stemmen zu können, sei der Landkreis Heidenheim dringend auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. „Viele Menschen, die in größter Not Zuflucht bei uns suchen, benötigen schlichtweg mehr Unterstützung, als wir von Amts wegen leisten können“, so Landrat Thomas Reinhardt. Individuelle Begleitung oder Beratung könne nur mit ehrenamtlicher Unterstützung ermöglicht werden. In diesem Zusammenhang sei es zunehmend wichtig, die ehrenamtliche Arbeit zu verzahnen und noch besser zu koordinieren.

Dieses Thema stand auch im Mittelpunkt einer ganztägigen Klausurtagung, zu der der Landkreis Heidenheim die Vertreter der ehrenamtlichen Unterstützerkreise im Landkreis, von Wohlfahrtsverbänden und der Großen Kreisstädte Heidenheim und Giengen in das Congress-Centrum geladen hatte und die von Elmar Dollinger, Freundeskreis Asyl Herbrechtingen-Bolheim, sowie Regina Fried, Koordination Ehrenamt beim Landkreis, moderiert wurde. Der Sozialdezernent der Landkreisverwaltung, Anton Dauser, erläuterte zunächst die Grundkonzeption des Landkreises zur Unterbringung und Betreuung der Asylbewerber während der vorläufigen Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften. Zudem erklärte er im Detail, wie die aktuell gestartete Kooperation mit den Wohlfahrtsverbänden Diakonie und AWO aussieht: Diese soll der Förderung und Stärkung des Ehrenamts im Bereich der Eingliederung von Asylbewerbern und Flüchtlingen dienen. Ziele der Kooperation seien die Unterstützung der Städte und Gemeinden bei der Eingliederung von Asylbewerbern und Flüchtlingen in die kommunalen Strukturen, die Gewinnung von ehrenamtlichen Kräften, die Anerkennung des Ehrenamts durch Förderung und professionelle Unterstützung (Schulungen und Supervision), die Schaffung eines Angebots für die Freundes- und Unterstützerkreise zur Umsetzung einheitlicher Arbeits- und Vorgehensweisen und die Koordination des Einsatzes von ehrenamtlichen Kräften. Während der Klausurtagung konnten die Ehrenamtlichen mit den Koordinatoren der Kooperationspartner Diakonie und Arbeiterwohlfahrt – Ulrich Abele, Marei Biesinger (jeweils Diakonie) und Christine Schulten (AWO) – persönlich ins Gespräch kommen.

Auch der inzwischen bei den Ehrenamtlichen im Landkreis etablierte und auf der Homepage des Landkreises abrufbare lokale Leitfaden mit Informationen und Hinweisen für ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit wurde präsentiert. Im Januar soll eine aktualisierte und überarbeitete Version mit weiteren Antworten auf häufig gestellte Fragen aufgelegt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt war im Zuge der Klausur auch die Darstellung der Arbeitsabläufe in der Landkreisverwaltung, in welcher nicht nur die Mitarbeiter des neu geschaffenen Fachbereichs Flüchtlingshilfe und Ehrenamt mit der Sozialbetreuung und der Wohnheimleitung, sondern auch Mitarbeiter aus anderen Bereichen wie Gebäudemanagement und Ausländerbehörde im Thema Asyl tätig sind.
Im Gegenzug stellten zudem die Vertreter der Freundeskreise Asyl ihre Arbeitsschwerpunkte bei der Begleitung der Asylbewerber vor, schilderten ihre Erfahrungen und präsentierten erfolgreiche Projekte für Asylbewerber und Flüchtlinge. Bereits während der ersten Sitzung verständigten sich die Teilnehmer darauf, dass dieser Austausch zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen als „Konferenz Flüchtlingshilfe und Ehrenamt im Landkreis Heidenheim“ nun jährlich stattfinden soll. Noch weit vor Jahresfrist wird es aber schon Mitte November eine Fortsetzung der ersten Tagung geben, bei welcher in Workshops Möglichkeiten, Empfehlungen und Vorschläge für eine weitere Optimierung der Kooperation und Kommunikation zwischen Ehrenamt und Landkreisverwaltung erarbeitet werden sollen.

Info: Neben dem Leitfaden für Ehrenamtliche sind auf der Homepage des Landratsamtes Heidenheim unter www.landkreis-heidenheim.de zahlreiche Informationen zum Asylverfahren, zur Betreuung und Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen eingestellt. Um ein erfolgreiches Zusammenwirken aller Beteiligten zu erreichen und den hohen Anforderungen in der Flüchtlingsarbeit gemeinsam gerecht zu werden, kooperiert der Landkreis Heidenheim seit Kurzem bei der Unterstützung und Koordination des Ehrenamts mit den Wohlfahrtsverbänden Diakonie und AWO, Ansprechpartner sind:

Koordinatoren beim Kooperationspartner Diakonie:
Ulrich Abele
07321 3594-11
Diakonat@famabele.de

Marei Biesinger
07321 3594-11
Biesinger.m@diakonie-heidenheim.de

Koordinatorin beim Kooperationspartner AWO:
Christine Schulten
07321 9836-17
c.schulten@awo-heidenheim.de

Allgemeine Fragen zum Thema Ehrenamt beantwortet Regina Fried, Koordination Ehrenamt und Kommunikation im Landratsamt Heidenheim. Sie ist von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 11.30 unter Tel. 07321 321-2341 bzw. per E-Mail r.fried@landkreis-heidenheim.de erreichbar.

Elmar Dollinger, Freundeskreis Asyl Herbrechtingen-Bolheim, moderierte die Ehrenamtsklausur, bei welcher Hauptamtliche und Ehrenamtliche im Bereich Asyl auf Einladung der Landkreisverwaltung Heidenheim zusammenkamen.