Mittwoch, 4. November 2015

Zwischen Berg und Tal die Brenz erleben

Auf den Albschäfer-Zeitspuren durchs untere Brenztal

Wandern ist gesund und Bewegung tut vor allem an trüben Herbsttagen gut. Wer seine übliche Sonntagstour satt hat, der sollte sich mal eine Etappe oder eine Rundwanderung auf den Albschäfer-Zeitspuren vornehmen.
Im unteren Brenztal lässt sich eine Tour auf dem Albschäferweg ganz bequem mit der Bahn verbinden. Folgt man am Startpunkt des Albschäferweges, an der Spitalkirche in Giengen, dem Symbol des Schäfers auf blauem Grund, dann führt er erst einmal hoch auf den Bruckersberg. Wenn nun die Bäume ihr Laub verlieren, erhascht man imposante Blicke auf die zwei Türme der Giengener Stadtkirche. Hoch überm Brenztal führt der Weg Richtung Hermaringen. Immer wieder blickt man hinunter, auf die Stadt, die Filzfabrik und hinüber zum kahlen Benzenberg mit seiner weitreichenden Heidelandschaft.
Die Filzfabrik ist eine der erwähnenswerten Stationen auf dem Albschäferweg. Seit mehr als 150 Jahren wird dort Wolle verwertet. Heute zwar aus Übersee, dennoch ist der Ursprung der Produktion den Albschafen zu verdanken.
Sobald die Verkehrsader B 492 überquert ist, geht es schon wieder hinein in ein Naturparadies am Hermaringer Schlossberg. Über Waldpfade erreicht man die Ruinen der Güssenburg. Von dort blickt man hinunter Richtung Osten ins heutige Brenztal und Richtung Westen in ein heute trocken gefallenes Brenztal. Der Hürbener Kagberg und der Burgberger Schlossberg wurde einst von der Brenz umschlungen. Das nächste Stück auf dem Albschäferweg führt über eine bezaubernde Heidelandschaft. Hier ist Schäfer Ernst Zeiner, mit seinen 74 Jahren wohl einer der ältesten aktiven Schäfer, mit seiner Herde unterwegs und für die Pflege zuständig. Auf dem Weg lohnt sich eine Einkehr im Hermaringer Vereinsheim.
Der nächste Abschnitt führt über den Hirschberg zur Brenzrenaturierung. Idyllisch breitet sich unterhalb des Hirschbergs ein naturreiches Wiesental aus. Gegenüber blitzt Schloss Burgberg hervor und unten schlängelt sich die Hürbe Richtung Brenz. Hinter der Bahnunterführung präsentiert sich einer der schönsten Abschnitte an der Brenz. Zu verdanken hat man diese Verwandlung des einstmals geraden und langweilig daherkommenden Flussbettes den Renaturierungsmaßnahmen des Landes. Hier sollte man unbedingt auf den Sitzgelegenheiten eine Rast einlegen. Mit ein wenig Glück rauscht der Eisvogel vorbei.
Wer nach den etwa sieben Kilometern schon genug hat, der begibt sich direkt zum Bahnhof nach Hermaringen, um von dort nach Giengen mit der Bahn zurückzukehren. Wer noch mehr von der Brenz oder ihren Höhen erwandern möchte, macht sich entweder auf der Zeitspur „Brenzberge“ durch Hermaringen und unterhalb des Benzenbergs zurück nach Giengen oder wandert weiter auf dem Albschäferweg über Bergenweiler nach Sontheim.
Richtung Bergenweiler verlässt man an der nächsten Bahnunterführung die Brenz und wandert über Wiesenwege weiter. Die Umrundung von Bergenweiler lohnt sich, denn der Blick reicht von hier oben bis weit ins Donautal. Es sei denn der herbstliche Neben macht einen Strich durch die Rechnung. Dann kann man den Weg durch Bergenweiler hindurch abkürzen und in der Dorfmitte den neuen Brenzplatz bestaunen, der im nächsten Jahr mit neun weiteren Plätzen an der Brenz zum Spielen, Lernen und Entspannen einlädt. Nach Sontheim gelangt man am Waldrand auf einem Wiesenweg und immer im Blick Schloss und Galluskirche in Brenz. Bis nach Sontheim sind letztendlich etwa 11 Kilometer zu wandern und wieder kann die Rückkehr mit der Bahn erfolgen. Wandergeübte schaffen es aber wohl leicht, den Rückweg nach Hermaringen auf der nächsten Albschäfer-Zeitspur „Brenztalblick“ anzutreten.
Über die Einkehrmöglichkeiten informiert man sich am besten auf der jeweiligen Internetseite der Gemeinde. Auf der Internetseite des Albschäferweges unter www.albschaeferweg.de findet man sie auf der interaktiven Kartenansicht.

Info:
Der Albschäferweg und seine kleinen Ableger, die Zeitspuren
Der neue Albschäferweg führt auf den Spuren der Hüte- und Wanderschäfer in 10 Etappen 158 Kilometer durch die wunderschöne Heidenheimer Brenzregion. Dabei werden Albuch, Härtsfeld, Gerstetter Alb und Brenztal durchwandert; eine Mehrtageswanderung kann man an beliebigen Punkten des Wegs starten und auf den Albvereinswegen abkürzen. Der neue Wanderweg ist als Qualitätswanderweg durch den Deutschen Wanderverband zertifiziert. Angedockt sind Rundwanderwege, sogenannte Zeitspuren, die sich ideal als Halbtages- oder Tagestour eignen.
Der Albschäferweg ist durchgängig mit dem Symbol eines Schäfers auf blauem Grund markiert. Auf den Zeitspuren folgt man einem gelben Ring. Orangene und grüne Wegweiser zeigen Ziele und Entfernungen auf dem Albschäferweg, den Albvereinswegen und den Rundwanderwegen an.
Mehr Informationen gibt es unter www.albschaeferweg.de, Übersichtsbroschüre erhält man bei den Tourist-Informationen, den Rathäusern oder im Landratsamt Heidenheim unter Tel. 07321/321-2593 oder E-Mail an wiftour@landkreis-heidenheim.de.

Schäfer Ernst Zeiner kann man auf dem Albschäferweg auf den Heideflächen am Schlossberg und Hirschberg in Hermaringen begegnen.

Die neuen gelben Wegweiser zeigen Ziele und Entfernungen auf dem Albschäferweg und den Albvereinswegen an. Die grünen Wegweiser dienen der Orientierung auf den Zeitspuren und weiteren Rundwanderwegen.