Samstag, 14. November 2015

Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Fahnenaktion von Terre des Femmes am internationalen Gedenktag     

Am 25. November 2015 wehen wieder die Fahnen als Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Auch im Landkreis Heidenheim werden vor vielen Rathäusern, dem Landratsamt und anderen öffentlichen Einrichtungen Fahnen gehisst.
Terre des Femmes will mit dieser Fahnenaktion ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen und der Frauen gedenken, die ihr zum Opfer fielen. Ganz besonders soll an die drei Schwestern Mirabal erinnert werden. Sie wurden am 25. November 1960 vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Verfolgung und Folter ermordet.
Ihr Mut im Kampf gegen einen Diktator gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen Unrecht zu entwickeln. Seit 1990 ist der Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen auch von den Vereinten Nationen offiziell als internationaler Gedenktag anerkannt.
Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Heidenheim, Susanne Dandl, unterstützt die Aktion von Terre des Femmes. Auch dieses Jahr können wieder, wie in den Vorjahren, vor vielen Rathäusern, dem Landratsamt und anderen öffentlichen Einrichtungen, Fahnen gehisst werden, um auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam zu machen.
Den Schwerpunkt der diesjährigen Aktionen bildet das Thema Frühehen. Weltweit werden pro Jahr 14,2 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Diese Menschenrechtsverletzung betrifft fast 40.000 Mädchen täglich! Die Folgen sind oftmals Schulabbruch, (sexuelle) Ausbeutung, zu frühe Schwangerschaft und finanzielle Abhängigkeit. Die Gründe sind vielfältig und reichen von Armut über mangelnde Bildung bis hin zu patriarchalen Traditionen, nach denen die Töchter zum Beispiel jungfräulich in die Ehe gehen müssen.
Auch in Deutschland gibt es Fälle, bei denen Minderjährige mit Migrationshintergrund zwangsverheiratet werden. Zwar liegt in Deutschland das Mindestheiratsalter bei 18 Jahren, mit Zustimmung des Familiengerichtes können allerdings auch 16-Jährige heiraten. Häufig werden Minderjährige auch im Rahmen einer religiösen bzw. sozialen Eheschließung verheiratet, die in traditionellen Familien denselben Stellenwert wie eine standesamtlich geschlossene Ehe hat.
Terre des Femmes setzt sich daher national als auch international für die Durchsetzung eines Mindestheiratsalters von 18 Jahren ohne Ausnahme ein und fordert verstärkte Präventionsmaßnahmen gegen Frühehen (zum Beispiel durch Präventionsmaßnahmen in Schulen und verbesserte Bildungsangebote für Mädchen).

Info: Die Forderungen von Terre des Femmes können mit einer Unterschrift unterstützt werden. Die Listen liegen in den teilnehmenden Rathäusern und öffentlichen Einrichtungen sowie bei der Gleichstellungsbeauftragten Susanne Dandl im Landratsamt Heidenheim aus. Weitere Informationen zur Aktion, zur Thematik Gewalt an Frauen und zum bundesweiten Hilfetelefon sind ebenfalls bei Susanne Dandl unter 07321/321-2559 erhältlich.