Donnerstag, 26. November 2015

Präzisionsarbeit für die Automobil- und Luftfahrtindustrie

Landrat Thomas Reinhardt besuchte T+H Metallwarenfabrik GmbH in Gerstetten

Die T+H Metallwarenfabrik GmbH in Gerstetten ist seit nunmehr 30 Jahren in der Automobil- und seit 25 Jahren in der Luftfahrtindustrie tätig. Mit großem Erfolg: Das Unternehmen mit derzeit rund 230 Beschäftigten wächst kontinuierlich weiter. Dass T+H für deutlich mehr als Metallbauteile steht, machten die beiden Geschäftsführer Jürgen Truckenmüller und Frank Hebsacker sowie Seniorchef Günter Hebsacker bei einem Unternehmensbesuch von Landrat Thomas Reinhardt eindrücklich deutlich.
Zum Portfolio des Unternehmens zählt die gesamte Herstellungskette: die T+H Werkzeugbau GmbH stellt hochwertige Stanzwerkzeuge oder Zerspanteile her, mit denen die T+H Metallwarenfabrik GmbH dann in die Serienfertigung beziehungsweise Montage der Bauteile gehe. Die Teile für die Luftfahrt werden von der T+H Oberflächenbehandlung GmbH galvanisiert und lackiert. In allen Bereichen steht bei dem im Jahr 1985 gegründeten Zweifamilienbetrieb vor allem eins im Mittelpunkt: höchste Präzision. Mit dieser überzeugt das Unternehmen bei Kunden in der Automobil- und Luftfahrtindustrie, aber auch in der Land- und Forstwirtschaft, in der Medizintechnik und im Maschinenbau. Gefertigt werden beispielsweise Halterungen für das Aufrollsystem von Sicherheitsgurten, Kugelmatten für die Frachträume von Flugzeugen sowie Fensterrahmen für den Airbus A 350. Um solche Aufträge ausführen zu können, benötigt das Unternehmen gleich eine ganze Reihe von Zertifizierungen. „Eine der Stärken unseres Landkreises ist, dass viele Unternehmen lokal stark verwurzelt, aber weit über die regionalen Grenzen hinaus erfolgreich agieren – es ist beeindruckend hier vor Ort zu sehen, wie die sehr hohen Qualitätsansprüche der Kunden erfüllt werden“, so Landrat Thomas Reinhardt.
Wie Jürgen Truckenmüller deutlich machte, habe das Unternehmen beim Kunden auch dadurch Wettbewerbsvorteile, dass in kürzester Zeit Spezialanfertigungen auch in kleiner Stückzahl geliefert werden können. Das liege vor allem daran, dass die meisten Materialien auf Lager und Maschinen sowie Fertigungsverfahren im eigenen Haus seien.
Die mittlerweile rund 230 Mitarbeiter bezeichnete Frank Hebsacker als größtes Unternehmenskapital: „Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter und versuchen an der einen oder anderen Stelle, wie zum Beispiel durch flexible Arbeitszeitmodelle, etwas zurückzugeben.“ Beste Erfahrungen bei der Fachkräftegewinnung macht der Mittelständler mit der eigenen Ausbildung, wobei die eigenen Auszubildenden in der Regel übernommen werden. Bei den Galvanikberufen kommt der Firma das Cluster für Oberflächentechnik Ostwürttemberg, das seinen Schwerpunkt in Schwäbisch Gmünd hat, zugute. Zudem werden die Mitarbeiter oft doppelt ausgebildet und können je nach Auftragslage für Automotive und Luftfahrt fertigen. Die Firma profitiert von einem guten Betriebsklima, das sich an der sehr geringen Mitarbeiterfluktuation ablesen lässt. „Wenn der Kunde schnell große Stückzahlen braucht, legen wir auch mal eine dritte Schicht ein, was aber nur mit motivierten Mitarbeiten klappt“, so Truckenmüller.
Eine besondere Herausforderung für das Unternehmen ist die Lage im Wasserschutzgebiet, die die Investitionskosten für zusätzliche Firmengebäude um rund zehn bis 20 Prozent steigert. Diese Problematik gebe es mehrfach im Landkreis, so Landrat Reinhardt, der betonte: „Es muss uns gelingen, dass auf Landesebene klar wird welchen Aufwand es bedeutet, sauberes Trinkwasser in die Ballungsräume zu liefern. Der ländliche Raum ist hierfür an anderer Stelle finanziell zu unterstützen.“

Unternehmensbesuch bei der T+H Metallwarenfabrik GmbH in Gerstetten: Günter Hebsacker (von links), die beiden Geschäftsführer Frank Hebsacker und Jürgen Truckenmüller sowie Landrat Thomas Reinhardt mit zwei Fensterrahmen für den Airbus A 350.