Freitag, 26. August 2016

Flüchtlinge arbeiten im Forst

Waldprojekt: Gemeinnützige Arbeit im Staatswald

Seit August wird Flüchtlingen im Landkreis Heidenheim während der Bearbeitung ihres Asylantrags eine gemeinnützige Beschäftigungsmöglichkeit im Staatswald geboten.
Asylbewerber haben die Möglichkeit, einer gemeinnützigen zusätzlichen Arbeit nachzugehen. Im Landkreis Heidenheim werden bislang von der Landkreisverwaltung, von Städten und Gemeinden sowie von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden solche Beschäftigungsmöglichkeiten geboten. Auch der Landesbetrieb ForstBW unterstützt die Initiativen zur Beschäftigung von Asylbewerbern. Somit konnte das neue „Waldprojekt gemeinnützige Arbeit im Staatswald“ im Landkreis Heidenheim als Gemeinschaftsprojekt der beim Landratsamt im Fachbereich Wald und Naturschutz angesiedelten unteren Forstbehörde und des Stabsbereichs Migration und Ehrenamt realisiert werden. Das Pilotprojekt ist im August gestartet. Seitdem arbeiten zwei in einer Gemeinschaftsunterkunft in Heidenheim lebende Männer aus Syrien im Staatswald, derzeit sind sie im Forstrevier Sontheim/Brenz unterwegs, künftig werden sie auch im Wallenhau bei Steinheim beschäftigt sein.
Das Einsatzspektrum schließt Tätigkeiten aus, die mit Maschinen zu tun haben. In Frage kommen Beschäftigungen im Bereich von Unterhaltungs- und Pflegemaßnahmen im Wald sowie beim Bau von Jagdeinrichtungen. Aktuell gehören die Kontrolle und Pflege von Jungbäumen und deren Schutz vor Konkurrenzvegetation sowie der Bau und die Instandhaltung von Hochsitzen zu den Aufgaben der beiden Männer. Angeleitet und unterstützt werden sie dabei von Hans Mickley aus Niederstotzingen, einem erfahrenen Waldarbeiter im Vorruhestand. Ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist Moritz Burr, der derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Landratsamt macht. Wie Mickley berichtet, sei das Projekt trotz anfänglicher Verständnisschwierigkeiten gut angelaufen. Die beiden Männer aus Syrien arbeiten derzeit an drei Tagen pro Woche acht Stunden im Wald. Und seien dabei – trotz der teils recht schwieriger Arbeitsbedingungen im Wald – hoch motiviert.

Info: Bei einer gemeinnützigen zusätzlichen Arbeit sind monatlich maximal 100 Stunden möglich, die entsprechend der gesetzlichen Regelung (§ 5 Asylbewerberleistungsgesetz) mit 1,05 Euro pro Stunde entlohnt werden.

Hans Mickley (Mitte links) und Moritz Burr (Mitte rechts) zusammen mit den Asylbewerbern Mohamadlouai Aljazairi (links) und Sabah Mohammad (rechts) bei Kultursicherungsarbeiten im Revier Sontheim/Brenz.