Dienstag, 30. August 2016

Geblitzt: Kontrollen sollen Raser bremsen

Geschwindigkeitsmessungen für mehr Sicherheit auf den Straßen

Wenn’s im Landkreis Heidenheim blitzt, steckt häufig das Landratsamt dahinter. Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Heidenheim ist mit sechs stationären und zwei mobilen Geschwindigkeitsmessgeräten im Kreis präsent, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.

Mit den stationären Anlagen, wovon zwei drehbar sind, sollen rund um die Uhr die Schnellfahrer in Nattheim, Steinweiler, Bolheim, Söhnstetten und Königsbronn zur Einhaltung der innerorts geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen angehalten werden. Mit den mobilen Anlagen sind die Außendienstmitarbeiter des Fachbereichs zusätzlich außerorts – zu besonderen Anlässen wie dem Schulanfang auch innerorts – unterwegs. In festen Wochenplänen wird abgestimmt, wo und wann geblitzt wird: Insgesamt sind 100 verschiedene Standorte an dem 330 Kilometer langen Straßennetz des Landkreises möglich. Im ersten Halbjahr 2016 wurden die mobilen Messgeräte 357 Stunden lang betrieben.
Bei der Auswahl der Messstellen werden die vorhandenen Daten zur Unfallhäufigkeit der Verkehrspolizei herangezogen. „Wir überwachen die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkungen insbesondere im Bereich gefährlicher Strecken und an den Unfallschwerpunkten“, erklärt Kornelia Missler vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung und Fachbereichsleiter Stefan Endler betont: „Nicht angepasste Geschwindigkeit ist mit eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle und auch der Grund für die meisten tödlichen Unfälle. Mit unserer Tätigkeit setzen wir bei den Ursachen an und hoffen, dadurch auf das Fahrverhalten positiv einwirken zu können.“ Die Bußgelder sollen dabei der Prävention dienen und die Autofahrer dazu bringen, bei der nächsten Fahrt genauer auf die Tachonadel zu schauen.

Allein im ersten Halbjahr 2016 sind in der Bußgeldstelle des Landratsamtes Heidenheim 4939 Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst worden – in rund 90 Prozent der Fälle wurden Verwarnungen ausgesprochen, das heißt, es waren Beträge zwischen fünf und 55 Euro fällig, weil die Fahrer „nur“ bis zu 20 km/h zu schnell unterwegs waren. Bußgeldbescheide wurden 535-mal erlassen. Dies ist dann der Fall, wenn die zulässige Geschwindigkeit um mehr als 20 km/h überschritten oder das Verwarnungsgeldverfahren von den Betroffenen nicht akzeptiert wird. Und in 32 Fällen wurde im ersten Halbjahr sogar ein Fahrverbot aufgrund deutlich überhöhter Geschwindigkeit (31 km/h innerorts, 41 km/h außerorts zu schnell) ausgesprochen.
Den Einnahmen, die über Buß- und Verwarnungsgelder in die Landkreiskasse fließen, stehen dabei die Ausgaben für die Geschwindigkeitsüberwachung gegenüber: Und Einnahmen und Ausgaben fallen in nahezu identischer Höhe an, erklärt Endler. Wie er betont, gehe es bei den Tempokontrollen aber auch nicht ums Geld, sondern um „mehr Sicherheit und weniger Verletzte und Tote auf den Straßen“.