Freitag, 2. September 2016

Schwerpunkte Integration und Bildung

Frank Neubert und Stefan Linke ergänzen Landratsamt-Team im Integrationszentrum Heidenheim    

Die Bildungsangebote für Neuzugewanderte im Landkreis Heidenheim werden künftig von einer zentralen Stelle des Landratsamtes aus koordiniert: Seit August übernimmt Frank Neubert diese Aufgabe. Neu ist auch die Stelle des Integrationsbeauftragten, die seit Anfang September Stefan Linke innehat. Beide werden das Team im Integrationszentrum Heidenheim unterstützen.
Die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen war im vergangenen Jahr und auch noch Anfang 2016 die größte Herausforderung für den Landkreis Heidenheim. Zwischenzeitlich kommen kaum mehr hilfesuchende Frauen, Männer und Kinder in den Kreis. „Die Arbeit wird dadurch aber natürlich nicht weniger“, so Erster Landesbeamter Peter Polta, der die Taskforce Asyl im Landratsamt leitet. Wie er betont, habe nun die Integration der Flüchtlinge höchste Priorität. Ein wichtiger Schritt sei hierbei mit der Eröffnung des Integrationszentrums Heidenheim (IZH) im Haintal bereits gemacht worden, zudem solle die Waldkirche zum Begegnungszentrum für Flüchtlinge, Ehrenamtliche und alle anderen Landkreisbewohner werden.
Im IZH haben zwischenzeitlich auch der Bildungswissenschaftler Frank Neubert und der Jurist Stefan Linke ihre Büros bezogen.
Zu Neuberts Aufgaben als neuer Bildungskoordinator gehört insbesondere die Bündelung von Angeboten für Neuzugewanderte im Bildungsbereich. Hierzu ist es zunächst erforderlich, alle Bildungsakteure und deren Angebote – besonders mit Blick auf die spezielle Zielgruppe der Neuzugewanderten – zu erfassen. „Gerade in diesem Bereich sind seit rund eineinhalb Jahren viele neue Angebote erstanden, hier gilt es den Neuzugewanderten und den beteiligten Akteuren einen Überblick und Transparenz zu bieten“, so Neubert. Ziel ist eine weitere Vernetzung der beteiligten Bildungsakteure, um die Unterstützung der Neuankömmlinge im Kreis beim Einstieg in Kindertageseinrichtungen und Schulen ebenso wie im Bereich der beruflichen oder allgemeinen Weiterbildung auszubauen und zu optimieren.
„Dabei soll der Bildungskoordinator den Städten und Gemeinden auch beratend zu Seite stehen und Impulse für neue Bildungsangebote und -initiativen anhand des tatsächlichen Bedarfs im Landkreis Heidenheim setzen“, so Polta. Die Stelle des Bildungskoordinators sieht er gleichzeitig als eine weitere Bereicherung der Bildungsregion Heidenheim, in der Landkreis und Stadt Heidenheim bei zentralen Projekten wie der Zukunftsakademie oder beim Übergang Schule-Beruf bereits eng zusammenarbeiten. Neubert, der ursprünglich aus dem Landkreis Heidenheim stammt und in Schwäbisch Gmünd an der Pädagogischen Hochschule Bildungswissenschaften studierte, steht bereits in Kontakt mit den Akteuren der Bildungsregion. Der Bildungskoordinator wird als fester Ansprechpartner mit Schnittstellenfunktion allen Beteiligten im Migrationsbereich zur Verfügung stehen. Die Stelle wird über das auf zwei Jahre angelegte Förderprogramm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.

Eng zusammenarbeiten wird Neubert auch mit dem neuen Integrationsbeauftragten Stefan Linke. Linke, der an der Universität Tübingen Rechtswissenschaften studierte und seit vielen Jahren ehrenamtlich Erfahrung in der Netzwerkarbeit von Vereinen gesammelt hat, ist seit Anfang September für die kreisweite Vernetzung von haupt- oder ehrenamtlich an der Integrationsarbeit beteiligten Akteuren zuständig. Damit gewinnt das Thema Integration im Landkreis Heidenheim eine noch bedeutendere Rolle. „Die Integration der Menschen, die in größter Not zu uns gekommen sind, zu ermöglichen und zu fördern ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, die nur gelingen kann, indem alle an einem Strang ziehen“, so Polta. Wichtig sei deshalb, die Integrationsarbeit noch besser zu verknüpfen und entsprechend des Bedarfs vor Ort in Zusammenarbeit des Landkreises mit den Städten und Gemeinden abzustimmen Die Optimierung des bereits bestehenden Netzwerks unter Berücksichtigung aller relevanten Akteure der beruflichen und gesellschaftlichen Integration gehört ebenso dazu wie die Abstimmung zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, die die Landkreisverwaltung bereits Anfang 2015 mit der Einrichtung einer Koordinationsstelle Ehrenamt-Hauptamt in den Fokus genommen hat. Bei der weiteren Vernetzung von Behörden, Wohlfahrtverbänden und Ehrenamtlichen wird der Integrationsbeauftragte nun ebenso tätig sein wie bei der Erstellung von integrativen Angeboten für Menschen mit Migrationshintergrund. „Hier sehen wir ein ganz wichtiges Tätigkeitsfeld des neuen Integrationsbeauftragten, der somit besonders im künftigen Begegnungszentrum in der Waldkirche aktiv sein und die Angebote mit gestalten wird“, erklärt Polta. Wichtig ist es Stefan Linke darüber hinaus, auch direkter Ansprechpartner für Flüchtlinge ebenso wie für andere Landkreisbewohner zu sein: „Das Ehrenamt ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Eine weitere Vernetzung mit allen Akteuren wird zum Vorteil aller führen: der Flüchtlinge, der Arbeitgeber und auch der lokalen Vereine.“
Die Stelle des Integrationsbeauftragten wird für drei Jahre vom Land gefördert, das mit der Verwaltungsvorschrift Integration die Integrationsarbeit auf kommunaler Ebene unterstützt.
Zusammen mit Neubert und Linke wird die nun personell verstärkte Koordinationsstelle Hauptamt-Ehrenamt um Regina Fried nun alle Aspekte rund um die Integration von Flüchtlingen unter Beteiligung aller Akteure im Kreis abdecken können.

Frank Neubert

Stefan Linke