Donnerstag, 13. Oktober 2016

Müllsünder nutzen Parkplätze als Deponien

Straßenwärter sammeln monatlich mehrere Tonnen wilden Müll ein

Sommer wie Winter sorgen die Straßenwärter der Straßenmeisterei im Landkreis Heidenheim für freie Bahn auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Zunehmend müssen sie aber auch neben den Straßen ausrücken, weil Autofahrer ihren Hausmüll am Straßenrand oder auf Parkplätzen entsorgen.
Der wilde Müll ist ein Problem, das nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostet – immerhin kommen so monatlich mehrere Tonnen Abfall zusammen. Besonders schlimm ist es an den Parkplätzen: Da sei es nicht ungewöhnlich, dass die Straßenwärter ganze Säcke an Hausmüll, der neben den öffentlichen Mülleimern entsorgt wurde, einsammeln müssen. Da kommen durchaus zwischen fünf und sechseinhalb Tonnen Müll zusammen – pro Monat, erklärt Markus Burger, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei im Landkreis Heidenheim. Wilder Müll, den die Straßenwärter schlimmstenfalls einzeln von Hand zusammen tragen müssen. „Ist ja klar, dass an die Säcke gerne mal ein Fuchs rangeht – wie das dann am nächsten Morgen aussieht und im Hochsommer riecht, kann man sich vorstellen“, ärgert sich Burger. Die Müllsünder sind aber nicht nur auf Parkplätzen unterwegs. „Auch am Straßenrand finden wir häufig Müllbeutel, die aus dem Auto geworfen wurden – an einer Strecke entsorgt so jemand schon seit Wochen regelmäßig seinen Hausmüll“, so Burger.
Um rund 15 Parkplätze, 68 km Bundesstraßen, 132 km Landesstraßen und 133 km Kreisstraßen zu überwachen, sind vier Streckenwärter dreimal die Woche mit zwei Fahrzeugen unterwegs. Ihre Aufgabe ist in erster Linie die Streckenwartung, dazu zählen auch kleinflächige Instandsetzungsmaßnahmen oder die Erneuerung von Schilden und anderem Straßenzubehör, damit die Strecken sicher befahren werden können, erklärt Burger. Und in immer größerem Umfang komme eben das Müllsammeln dazu und das kostet Zeit und verursacht Kosten – nicht nur für die Arbeitszeit, sondern auch für die Entsorgung.
Teuer werden kann es aber auch für die Müllsünder selbst: Nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften kann die wilde Ablagerung von Abfällen mit erheblichen Geldbußen geahndet werden und unter Umständen auch zu einer Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft führen. Vom Landratsamt werden dabei alle Verstöße zur Anzeige gebracht, die Straßenmeisterei steht in engem Kontakt mit der Polizei.

Info: Die Straßenmeisterei des Landkreises Heidenheim ist Teil des Fachbereichs ÖPNV und Straßenbau im Landratsamt Heidenheim. Derzeit sind bei der Straßenmeisterei 27 Straßenwärter und ein Auszubildender beschäftigt. Zu den Hauptaufgaben gehört die Überwachung und Instandhaltung von 333 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Daneben sind rund 58 Kilometer straßenbegleitende Geh- und Radwege zu unterhalten. Im den kalten Monaten liegt der Schwerpunkt beim Winterdienst außerhalb der Ortschaften, im Frühjahr beginnen die Mäharbeiten, die für eine freie Sicht der Verkehrsteilnehmer erforderlich sind, und die Asphaltierungsarbeiten, um die im Winter entstandenen Fahrbahnschäden zu beheben. Im Herbst werden alle Straßenrandbereiche und Böschungen gemäht.

Die Straßenwärter der Straßenmeisterei müssen jeden Monat tonnenweise wild entsorgten Hausmüll auf Parkplätzen und neben den Strecken einsammeln.