Mittwoch, 26. Oktober 2016

Gefahr für Kaninchen

     

Nachdem seit einigen Wochen bei den Kaninchenbesitzern die Angst vor der RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) oder Chinaseuche umgeht, kommt möglicherweise nun noch eine zweite Bedrohung auf diese kleinen Haustiere zu. Wie das Landratsamt Heidenheim, Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz, mitteilt, ist im Kreis ein Fall von Myxomatose aufgetreten. Weitere aktuelle Fälle sind in Baden-Württemberg aufgetreten. RHD und Myxomatose sind zwei lebensbedrohliche Erkrankungen für jedes Kaninchen.
Die Myxomatose ist eine schon seit langem bekannte Krankheit. Sie wird durch einen Virus verursacht. Charakteristisch sind Schwellungen im Kopfbereich, an Anus und Genitalien. In der Folge fressen und trinken die Tiere auch weniger. Die Krankheit führt in der Regel innerhalb von zwölf Tagen zum Tod. Der häufigste Übertragungsweg geht über blutsaugende Insekten wie Kaninchenflöhe oder Stechmücken. Diese Gefahr kann durch Insektenbekämpfung verringert werden. Das Virus kann jedoch im Blut von Flöhen überwintern. Auch eine direkte Ansteckung von Tier zu Tier ist möglich. Jeglicher Kontakt zu Wildkaninchen sollte zudem unterbunden werden.
Einen sicheren Schutz bieten Impfungen: Gegen beide Krankheiten gibt es wirksame Impfungen. Es sind auch Kombinationsimpfstoffe auf den Markt, die gegen beide Krankheiten schützen. Bei der RHD sollte, wenn möglich auch gegen die neue Variante RHDV2 des Virus geimpft werden, welche für die aktuellen zahlreichen Ausbrüche verantwortlich ist. Impfungen mit der RHDV1- Variante bieten hiergegen nur einen unzureichenden Schutz, mildern aber die Symptome.
Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg hat nun eine Impfempfehlung für regionale und Landesschauen ausgesprochen. Es empfiehlt einen wirksamen Impfschutz gegen beide Varianten des RHD-Virus und gegen Myxomatose. So sollen nicht nur Kaninchen die auf solchen Schauen ausgestellt werden, sondern auch die jeweiligen Herkunftsbestände geimpft werden.
Kaninchenbesitzer können sich diesbezüglich an ihren behandelnden Tierarzt wenden.