Montag, 21. November 2016

Großer Rätselspaß beim 33. Nattheimer Waldquiz

     

Bereits zum 33. Mal organisierten die Christliche Pfadfinderschaft Nattheim und das Landratsamt Heidenheim – Fachbereich Wald und Naturschutz das beliebte Nattheimer Waldquiz. Bei bestem Wetter waren am 20. November ca. 260 Natur- und Rätselfreunde mit Begeisterung dabei.
Sowohl viele echte Waldquiz-Profis als auch einige Neulinge wetteiferten auf der rund fünf Kilometer langen Strecke durch die Walddistrikte Kirchberg und Alenberg um den Hauptgewinn. An zehn Stationen mussten wieder Fragen zur Natur, Forstwirtschaft und Heimatkunde beantwortet werden. Um beispielsweise herauszufinden, wo der höchste bekannte Baum Deutschlands steht oder wie lange das Waldwegenetz im Landkreis Heidenheim ist, wurden teilweise allerhand Hilfsmittel benutzt. Das Smartphone als Hilfsmittel teilte die Naturfreunde in zwei Gruppen: die einen rätselten bewusst ohne Smartphone, die anderen suchten fleißig im Internet nach den richtigen Antworten. Dies wird für die Organisatoren des Fachbereichs Wald und Naturschutz auch in Zukunft eine Herausforderung beim Schwierigkeitsgrad der Fragen darstellen.
Nach dem Rundgang nutzten viele Rätselfreunde die Gelegenheit sich im gemütlich warmen Pfadfinderheim bei Glühwein, Tee, Kaffee und Kuchen wieder aufzuwärmen. Erwin Grüner, Joachim Saretz und ihre Helfer von der Christlichen Pfadfinderschaft Nattheim hatten alle Hände voll zu tun. Gegen 17 Uhr folgte mit der Preisverleihung der Höhepunkt der Veranstaltung. Oberforstrat Jens-Olaf Weiher vom Fachbereich Wald und Naturschutz des Landratsamtes Heidenheim gab die Lösungen der Fragen bekannt und ermittelte unter den Top-Platzierungen die Gewinner der insgesamt 40 Preise wie jedes Jahr per Los.
Ein ganz herzliches Dankeschön gilt vor allem den vielen jungen Pfadfindern, die wieder die Betreuung der zehn Stationen übernahmen, sie leisteten einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung.

Folgende Gewinner wurden ermittelt:

Je ein Stück Rehbraten:
Gudrun Häußler, Holger Zillgen, Franziska Häußler (alle Nattheim), Karen Brune (Heidenheim), Renate Fröscher (Hohenmemmingen)

Je ein Bund Weißtannenreisig:
Sonja Zillgen, Max Benz, Manfred Grüner (alle Nattheim), Julia Brune (Heidenheim), Elias Bürger, Thomas Bürger, Petra Bürger (alle Bolheim), Margarete Heuschmied (Herbrechtingen), Nicolas Hickl (Gerstetten), Gabi Fröscher (Giengen)

Je einen ForstBW-Schirm:
Bernd Fröscher (Giengen), Karin Mandl (Nattheim), Jakob Häußler (Schelklingen)

Je eine Flasche Wein:
Jürgen Frey (Oggenhausen), Karin Schmid (Steinweiler), Vanessa Mandl, Sabrina Horsch, Franz Beyrle (alle Nattheim), Jasmin Schymik (Aalen Waldhausen)

Je eine ForstBW-Tasse:
Ruben Bürger (Bolheim), Claudia Bosch Honold (Heidenheim)

Je ein ForstBW-Vesperbrett:
Joschua Häußler (Fellbach), Philipp Karremann (Heidenheim)

Je eine ForstBW-Zettelbox:
Verena Bürger (Heidenheim), Martin Reble (Aalen)

Je eine Freikarte für’s Ramenstein-Bad:
Susanne Fürst, Klaus Fürst, Janine Spira, Hans-Jörg Mandl, Yvonne Seeger (alle Nattheim), Guido Schmid (Steinweiler), Melanie Graimann (Giengen), Tanja Kaufmann (Rotensohl), Andrea Honold, Katrin Bürger (alle Heidenheim)

Die Gewinner der Rehbraten werden telefonisch über den Abholtermin informiert. Das Tannenreisig liegt an der Pfadfinder-Hütte bereit. Die sonstigen noch nicht überreichten Preise können bei Elke Neubrand im Landratsamt Heidenheim, Fachbereich Wald und Naturschutz, Felsenstraße 36, 89518 Heidenheim (Zi. C 204, Tel: 07321-321-1371) abgeholt werden.

Allen Gewinnern herzlichen Glückwunsch!

Und hier die richtigen Antworten:

Frage 1: Am Horizont erkennt man die Windkraftanlagen der Firma „Blauwind“. Der Begriff Bionik beschreibt die Übertragung biologischer Systeme aus der belebten Natur auf die Technik. Auch beim Bau von Windkraftanlagen versucht man sich an diesem Prinzip zu orientieren. Welche Aussage trifft zu:
Antwort: Analog zu den Flügeln der Schleiereulen sind die Rotorblätter bei einigen Modellen mit federartigen Zacken besetzt, die unter anderem den Lärm verringern.

Frage 2: Immer wieder wurde in der Vergangenheit der Gemeindewald Nattheim für die Bedürfnisse der Menschen geplündert: für die Waldweide, die Eisenhütten im Brenztal, den Abbau von Bohnerzen oder um eine ungünstige Finanzlage auszugleichen. Im 17. Jahrhundert war die Gemeinde Nattheim verpflichtet, den vor uns liegenden Teil der Handelsstraße von Heidenheim nach Nördlingen fahrbar zu erhalten. Wie trug der Gemeindewald Nattheim dazu bei?
Antwort: mit der Lieferung von Eichen-Kanthölzern für einen Prügeldamm

Frage 3: Fast 500 verschiedene Wildbienen-Arten sind in Baden-Württemberg heimisch. Viele dieser Arten sind vom Aussterben bedroht und kommen nur noch an wenigen Orten vor. So bieten auch die zahlreichen Heideflächen unseres Landkreises und Magerrasen wie dieser einzelnen Arten einen wertvollen Lebensraum. Welche Aussage über die Besonderheiten der Wildbienen stimmt nicht?
Antwort: Im Vergleich zur Honigbiene sind einige Wildbienen-Arten aufgrund eines körperei-genen Enzyms weniger anfällig gegenüber bestimmten Pflanzenschutzmitteln.

Frage 4: Die Douglasie ist an ihrer grob rissigen und korkartigen Rinde klar von der allseits bekannten Fichte zu unterscheiden. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde im 19. Jahrhundert erstmals nach Europa eingeführt. Sie ist bekannt für ihre hohe Wuchskraft und kann deutlich höher werden als die Fichte. Wo steht die Douglasie, die aktuell den Titel „höchster bekannter Baum Deutschlands“ trägt?
Antwort: im Stadtwald Freiburg

Frage 5: Auf diesem Weg verläuft die Grenze zwischen Staats- und Gemeindewald. Beide werden vom Forstamt im Landratsamt betreut. Seit einigen Jahren liegt das Land Baden-Württemberg im Rechtsstreit mit dem Bundeskartellamt. Das Kartellamt will diese besitzartenübergreifende Betreuung und Holzvermarktung verbieten. Wie wird die aktuell noch vorhandene Organisationsform des Forstes in Baden-Württemberg bezeichnet?
Antwort: Einheitsforstamt

Frage 6: Dieser Schotter wird genutzt, um Waldwege, die z.B. bei der Holzernte beschädigt und verschmutzt worden sind, wieder zu richten. Damit tragen die Forstbetriebe auch den Ansprüchen der erholungssuchenden Waldbesucher Rechnung. Wie lang ist das Waldwegenetz im Landkreis Heidenheim, das von den Forstbetrieben unterhalten wird?
Antwort: 1.350 Kilometer

Frage 7: Dieses Buchenholz-Sortiment bezeichnet man als „Schwelle“. Hieraus werden Eisenbahn-Schwellen gesägt, die vor allem an die Deutsche Bahn verkauft werden. Der Handel mit Holz und Holzprodukten spielt in einer globalisierten Welt eine immer größere Rolle. Dies kann auch negative Folgen haben – wie im Falle eines in Bau- und Verpackungsholz importierten Käfers, der in letzter Zeit mehrfach in der Presse zur Sprache kam. Er besiedelt sämtliche Laubbäume und zählt zu den größten Waldschädlingen weltweit. Um welchen Käfer handelt es sich?
Antwort: Asiatischer Laubholzbock

Frage 8: Um wertvolles Holz zu produzieren, werden in einigen Waldbeständen sogenannte Z-Bäume (= Zukunfts-Bäume) markiert. Diese sollen alt und dick werden. Dazu werden sie regelmäßig von anderen Bäumen freigestellt, die ihre Krone bedrängen. Am Ende bleiben nur noch die Z-Bäume übrig. Der Abstand zwischen den Z-Bäumen ist so gewählt, dass die Kronen der Bäume im Alter jeweils ausreichend Platz zur Verfügung haben. Wie viele Z-Bäume pro Hektar wurden in diesem Fichten-Bestand mit blauen Punkten markiert?
Antwort: ca. 200 Z-Bäume pro Hektar

Frage 9: Um den Wert des Baumes und seine jeweiligen Besonderheiten in der Gesellschaft hervorzuheben, wird in Deutschland – wie in vielen anderen Ländern ebenfalls – jährlich ein Baum des Jahres bestimmt. Dieser Feldahorn war Baum des Jahres 2015. Bringen Sie die Bäume der Jahre 2014, 2016 und 2017 in die richtige Reihenfolge:
Antwort: Traubeneiche – Winterlinde – Fichte

Frage 10: Der Luchs ist nach dem Bär und Wolf das größte in Europa vorkommende Landraubtier. Nachdem der letzte Luchs auf der Schwäbischen Alb im Jahr 1846 geschossen worden ist, wird inzwischen eine Wiederansiedelung diskutiert. Zuletzt sind in Baden-Württemberg die Luchse „Friedl“ und „Tello“ aus dem Alpenraum zugewandert. Mittels eines Sender-Halsbandes konnten Aussagen über die Größe ihres Streifgebiets getroffen werden. Dieses ist im Durchschnitt ca. 10.000 Hektar groß. Wie viele Luchse könnten demnach die Wälder des Landkreises Heidenheim besiedeln?
Antwort: 2-3 Luchse

Text: Rahel Lude, Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Forsten (Tel. 321-1389); r.lude@landkreis-heidenheim.de