Mittwoch, 19. April 2017

Gartenabfälle müssen sachgerecht entsorgt werden

     

Mit den steigenden Temperaturen steigt die Vorfreude auf den nahenden Frühling und die Gärten werden auf die neue Saison vorbereitet. Dabei fallen einige Grünabfälle wie Zweige, Blätter und Rasenschnitt an, die leider oftmals im Wald entsorgt werden. „Der Wald ist eine ausgewogene Lebensgemeinschaft. Mit den Gartenabfällen kommen deutlich mehr Nährstoffe in den Wald. Als Folge können sich stickstoffliebende Pflanzen wie die Brennnessel oder Brombeersträucher vermehren und die standorttypischen Pflanzenarten verdrängen“, sagt Rahel Lude, zuständig für Forstschutz im Fachbereich Wald und Naturschutz im Landratsamt Heidenheim. Gartenabfälle können außerdem Wurzeln, Zwiebeln, Knollen, Samen oder Pflanzenteile von standortfremden oder nicht heimischen Pflanzen enthalten, die sich in den Wäldern massiv ausbreiten können. „Gebietsfremde invasive Arten, wie das Indische Springkraut oder der Japanische Staudenknöterich, können sich zu einer Bedrohung für das Ökosystem Wald entwickeln und müssen in der Folge mit hohem Personal- und Kostenaufwand wieder entnommen werden“, betont Rahel Lude. Im Landkreis Heidenheim gäbe es verschiedene Möglichkeiten, Gartenabfälle zu entsorgen und die Waldbesuchenden würden dringend gebeten, diese Möglichkeiten zu nutzen und ihren Gartenmüll nicht in den Wald zu bringen.
Pflanzenabfälle wie Zimmerpflanzen, Blumen, Hecken-, Strauch- und Rasenschnitt, Laub oder Rinden- und Holzabfälle werden entweder am Entsorgungszentrum Mergelstetten oder in den vom 8. April bis zum 11. November 2017 bereitgestellten Containern an den bekannten Wertstoffzentren der Gemeinden korrekt entsorgt.
Näheres zu Standorten und Öffnungszeiten unter: www.abfallwirtschaft-heidenheim.de.

Die Dischinger Revierleiterin Beatrix Diedering ärgert sich über die typischen Überbleibsel einer Gartenneugestaltung im Frühjahr: Rosen, Sträucher, Laub, Efeu, Schnittgut, Sägemehl und ein bisschen Bauschutt. All das hat im Wald nichts zu suchen und wird zur Anzeige gebracht, sobald ein Hinweis auf den Verursacher vorliegt.

Hintergrundinformation (Quelle: Bundesamt für Naturschutz 2012):

Auswirkungen einer illegalen Entsorgung von Gartenabfällen für die Wald- und Grünflächen:

  • Der Nährstoffhaushalt wird durch Stickstoffeinträge gestört. Infolge der Überdüngung breiten sich Stickstoff liebende Pflanzen wie Brennnesseln oft flächig aus. Anspruchsvollere und konkurrenzschwächere Pflanzen verschwinden dagegen.
  • Gärung und Fäulnisbildung (insbesondere bei Rasenschnitt) führen zur Störung der Mikroorganismen im Boden und somit des natürlichen Nährstoffkreislaufs.
  • Gartenabfälle können Wurzeln, Zwiebeln, Knollen oder Samen von nichtheimischen, konkurrenzstarken Pflanzen enthalten, die sich ausbreiten und unsere heimischen Pflanzen verdrängen können.
  • Durch Gartenabfälle gelangt Nitrat in den Boden, das sich letztlich in unserem Grundwasser wiederfindet. Es schadet der Wasserqualität und damit unserer Gesundheit.
  • Sobald sich an einer Stelle Abfälle befinden, kommt durch Nachahmer immer mehr Unrat dazu. Innerhalb kurzer Zeit befindet sich eine kleine Deponie in Wald.
  • Abfälle müssen, auch wenn sie von Dritten illegal abgelagert wurden, nach Abfallrecht vom Grundeigentümer entfernt und einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt werden. Das verursacht Kosten. Handelt es sich um Staats- oder Gemeindewald, sind diese von der öffentlichen Hand zu tragen – also vom Steuerzahler.
  • Die Entsorgung im Wald verstößt gegen umweltrechtliche Vorschriften und stellt zumeist eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit dar.