Montag, 14. August 2017

Borkenkäfer-Gefahr unverändert hoch – aktueller Witterungsverlauf verlangt von Waldbesitzern weiterhin Aufmerksamkeit

     

Die heißen Temperaturverhältnisse im Juni haben zu einem sehr konzentrierten Schwärmflug des für Fichten gefährlichen Borkenkäfers namens Buchdrucker geführt. Die erste Generation konnte sich optimal entwickeln. Der Regen hat im Juli zu spät eingesetzt, so dass sich bereits die zweite Borkenkäfergeneration weit entwickeln konnte. Dies lässt sich aus dem Netz an Monitoring-Fallen, die der Fachbereich Wald und Naturschutz des Landratsamtes im Kreisgebiet unterhält, deutlich nachvollziehen.
Wie der Fachbereich Wald und Naturschutz im Landratsamt Heidenheim mitteilt, zeigen sich nun vermehrt Schäden und mit neuem Stehendbefall ist verstärkt zu rechnen. Die Käfer der letzten Schwärmwelle legen aktuell neue, so genannte Rammelkammern und Muttergänge an, sodass vor allem die Bohrmehlsuche wieder intensiviert werden sollte. Generell kommt es inzwischen durch die stärkere Vermischung von Jung- und Altkäfern, also zweiter Generation und Geschwisterbruten der 1. Generation zu einem häufigeren Nebeneinander verschiedener Entwicklungsstadien (Jungkäfer, Larven etc.) in den befallenen Bäumen.

Waldbesitzer sind aufgefordert, im wöchentlichen Abstand ihre besonders betroffenen Bestände auf frischen Befall hin zu kontrollieren. Besonders gefährdet sind Fichtenbestände ab Alter 60. Sehr anfällig sind gleichaltrige, wenig strukturierte Reinbestände, die eine schockartige Vorschädigung erlitten haben (vor allem instabile, plötzlich durch Sturm, Trockenheit, Kahlfraß usw. freigestellte Bäume an Bestandesrändern). Befall zeigt sich derzeit vor allem truppweise (2 bis 20 Bäume) durch Bohrmehl am Stammfuß (hinter Rindenschuppen und auf der Bodenvegetation) und durch einzelne dürre, rötliche Kronen. Die Bohrmehlsuche sollte an trockenen und windstillen Tagen erfolgen. Weitere Merkmale sind abfallende Rinde, Harztröpfchen unterhalb der Krone, Spechteinschläge und ein charakteristischer süßlicher Geruch.

Je nach Entwicklungsstadium bleiben zwei bis sechs Wochen Zeit bis zum erneuten Ausflug einer Käfergeneration und weiterem Stehendbefall. Waldbesitzer werden daher gebeten, befallene Bäume umgehend einzuschlagen, aufzuarbeiten und nach Möglichkeit mindestens 500m entfernt von gefährdeten Fichtenbeständen zu lagern. Bruttaugliche Gipfel sollten klein gesägt werden, damit sie rasch austrocknen. Vermarktung und Aushaltung des Holzes sollte vor der Aufarbeitung mit der örtlich zuständigen Forstrevierleitung abgestimmt werden.

Bei Fragen oder wenn Unterstützung zur Aufarbeitung benötigt wird, wenden Sie sich bitte an die örtlich zuständige Revierleitung oder an das Landratsamt Heidenheim - Fachbereich Wald und Naturschutz, Telefon 07321-321-1371.

Quelle und Autor: Fachbereich Wald und Naturschutz

Buchdrucker an einer Fichte mit frischem Bohrmehl. Foto: ForstBW