Montag, 15. Januar 2018

Asyl: Landkreis schließt weitere Unterkünfte

     

Der Landkreis Heidenheim wird in den kommenden Wochen Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete in Königsbronn, Herbrechtingen und Giengen schließen.
Aktuell leben im Landkreis Heidenheim 384 Personen in der vorläufigen Unterbringung in sieben Gemeinschaftsunterkünften, zwischen zehn und 20 Personen pro Monat werden derzeit neu zugewiesen. Zum Vergleich: Der Zuweisungsrekord war Ende 2015 erreicht, als 289 Flüchtlinge innerhalb eines Monats in den Landkreis Heidenheim kamen. Im Jahr 2016 lebten teils mehr als 1600 Geflüchtete an rund 30 Standorten im Kreis in Gemeinschaftsunterkünften. Neben den deutlich niedrigeren Zuweisungszahlen sind auch Veränderungen im Asylstatus für den Rückgang der Zahlen in der vorläufigen Unterbringung ursächlich. So können etwa anerkannte Flüchtlinge aus einer Gemeinschaftsunterkunft ausziehen und eine eigene Wohnung beziehen oder wechseln in die Anschlussunterbringung der Städte und Gemeinden. In der Anschlussunterbringung leben anerkannte Geflüchtete, die keine eigene Wohnung finden, geduldete Flüchtlinge, die ausreisepflichtig sind aber nicht abgeschoben werden können, oder Geflüchtete, deren Asylverfahren nach 24 Monaten in der vorläufigen Unterbringung nicht abgeschlossen ist.
Im vergangenen Jahr hat der Landkreis Heidenheim die Zahl der Gemeinschaftsunterkünfte bereits deutlich von 22 auf aktuell sieben genutzte Standorte reduziert – teils sind die Mietverträge ausgelaufen, teils wurden die Unterkünfte an anerkannte Geflüchtete bzw. die Städte und Gemeinden untervermietet. Die Schließung weiterer Unterkünfte folgt in den nächsten Wochen: Zum 31. Januar endet das Mietverhältnis für die Gemeinschaftsunterkunft in Königsbronn-Ochsenberg, in der seit Ende 2015 bis zu 55 geflüchtete Personen Platz gefunden haben. Die Unterkunft wird schon seit einiger Zeit nicht mehr für die vorläufige Unterbringung genutzt, sondern wurde zum Teil an die Gemeinde für die Anschlussunterbringung untervermietet.
Ende März wird zudem die Gemeinschaftsunterkunft in der Bahnhofstraße in Herbrechtingen geschlossen, die seit Ende 2014 peu à peu belegt worden war. Teils lebten in den Gebäuden mit den Hausnummern 17 bis 21 rund 200 geflüchtete Frauen, Männer und Kinder. Aktuell sind dort noch mehr als 90 Personen untergebracht. Mehr als die Hälfte wird in den kommenden Monaten in die Anschlussunterbringung wechseln, die weiteren Personen werden in andere Gemeinschaftsunterkünfte in Giengen oder Steinheim umziehen. Ebenfalls Ende März wird die Unterkunft in der Bühlbergstraße in Giengen geschlossen, in der seit Mitte 2014 durchschnittlich rund 50 Personen ein vorübergehendes Zuhause gefunden hatten. Die aktuell noch dort untergebrachten 27 Geflüchteten werden in den kommenden Wochen in die Anschlussunterbringung wechseln.