Mittwoch, 27. Juni 2018

Hinweise zum Eichenprozessionsspinner

    

Auch im Landkreis Heidenheim ist der Eichenprozessionsspinner zwischenzeitlich flächendeckend vertreten. Seit nunmehr rund zehn Jahren breitet er sich von den südlichen Bereichen des Lankreises, in denen er erstmals festgestellt wurde, nach Norden aus. Die Gespinstnester sind zwischenzeitlich auch in den höher gelegenen Bereichen flächendeckend an Eichen anzutreffen.
Vermehrt wird er an freistehenden, gut besonnten Eichen in der Feldflur, in Gärten oder am Waldrand festgestellt, aber zwischenzeitlich auch an Eichen innerhalb des Waldes.
Die Brennhaare der Raupen können bei direktem Kontakt zu juckenden, entzündlichen Hautreaktionen führen aber auch Atembeschwerden oder weitere Reaktionen wie Fieber, Schwindel oder Bindehautentzündungen auslösen.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners halten sich tagsüber in von ihnen angelegten Gespinstnestern auf, die an stärkeren Ästen oder am Stamm der Eichen vorzufinden sind.
In ihnen finden auch die Häutungen und die Verpuppung der Raupen statt. Deshalb stellen die Gespinstnester, auf Grund der hohen Konzentration an Gifthaaren, den Hauptgefährdungsherd für den Menschen dar, der auch nach der Verpuppung der Raupen, die Ende Juni bis Anfang Juli erfolgt, weiterhin über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt.
Die allgemeinen Verhaltensregeln sehen Folgendes vor:

  • Bereiche mit befallenen Eichen und deren Umgebung sind zu meiden. Auch die Bodenvegetation unter befallenen Eichen kann durch herabfallende Gespinste mit Brennhaaren kontaminiert sein.
  • Direkter Kontakt mit den Raupen und den Gespinsten, in denen die Brennhaare konzentriert vorhanden sind, ist zu vermeiden.
  • Angebrachte Absperrungen an Einzelbäumen oder gesperrten Waldbereichen sind zu beachten und strikt einzuhalten. Spaziergänge in Wäldern mit hohen Eichenanteilen sind zu unterlassen.
  • Sofern man trotzdem in Kontakt mit den Raupenhaaren kommt, sollte die Kleidung möglichst außerhalb der Wohnräume gewechselt und bei mindestens 60°C gewaschen werden.
  • Bei auftretenden allergischen Reaktionen umgehend an den Arzt wenden.

Die einzig wirksame Maßnahme in der jetzigen Entwicklungsphase stellt die Absaugung der Gespinstnester dar, die nur durch Fachpersonal in entsprechender Schutzleidung und in der Regel mit Hilfe eines Hubsteigers erfolgen sollte.

Die Grundstückseigentümer sind für Gefahren verantwortlich die von ihren Grundstücken ausgehen. Eventuell erforderliche Maßnahmen (z. B. Absaugung, Absperrung mit Absperrband, Beschilderung) sind deshalb vom Eigentümer zu veranlassen und auch zu bezahlen. Zum eigenen Schutz sind Arbeiten in unmittelbarer Nähe zu befallenen Eichen zu unterlassen.

Maßnahmen in privaten Gärten sind nur erforderlich, wenn Dritte gefährdet sein können. Im Bedarfsfall sollte man sich an Unternehmer, die eine Bekämpfung durchführen können, wenden.

Bei öffentlichen Grünflächen sind Städte und Gemeinden für eventuell erforderliche Maßnahmen verantwortlich.