Freitag, 13. Juli 2018

Landräte fordern solide Grundfinanzierung der Kliniken in kommunaler Trägerschaft

     

Die Gesundheitsversorgung wollen die Landräte im bayerisch-württembergischen Grenzgebiet noch stärker in den Fokus nehmen. Beim turnusgemäßen Arbeitstreffen vereinbarten die Landräte Leo Schrell (Dillingen), Stefan Rößle (Donau-Ries), Hubert Hafner (Günzburg), Thorsten Freudenberger (Neu-Ulm), Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis) und Thomas Reinhardt (Heidenheim), die nachhaltige Finanzierung kommunal geführter Krankenhäuser insbesondere gegenüber der Bundesregierung, aber auch der Bayerischen Staatsregierung und der baden-württembergischen Landesregierung, noch stärker als bisher einzufordern.

Dabei unterstützen die Landräte das von beiden Landesregierungen stets propagierte Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Freistaat Bayern und im gesamten Land Baden-Württemberg zu schaffen. „Dafür ist eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung eine Grundvoraussetzung“, betont Landrat Leo Schrell. In diesem Zusammenhang wenden sich die Landräte massiv gegen die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) über die Definition von Qualitätskriterien angestrebte Neuordnung der Notfallversorgung an Kliniken.

„Unsere Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung sowie der Schwerpunktversorgung müssen mit ihrer hohen qualitativen ärztlichen und pflegerischen Expertise in kommunaler Trägerschaft erhalten bleiben und dazu auch über die Möglichkeit einer Notfallversorgung verfügen“, unterstreichen die sechs Landräte ihre Forderung unisono. Vor allem fordern sie, dass die im Bund politisch Verantwortlichen die bedarfsgerechte Versorgung in den ländlichen Regionen stärker in den Blick nehmen und dabei nicht ausschließlich dem G-BA das Feld überlassen. Aus diesem Grund wollen Schrell, Rößle, Hafner, Freudenberger, Scheffold und Reinhardt zu ihrem nächsten Treffen ausgewiesene Gesundheitspolitiker auf Bundesebene einladen, um in einer vertiefenden Diskussion nochmals auf die Sorgen und Nöte der Landkreise insbesondere in Bezug auf strukturelle Probleme bei der Krankenhausfinanzierung aufmerksam zu machen.

Junge Menschen und Familien vertrauen bei ihrer Lebensplanung auf ein attraktives persönliches Lebensumfeld. „Dabei spielt eine gute medizinische Grundversorgung einschließlich einer funktionierenden Geburtshilfeabteilung in den Landkreiskliniken neben zeitgemäßen Bildungsangeboten eine große Rolle“, sagt Landrat Stefan Rößle.

Ein weiteres Thema des Treffens war die Afrikanische Schweinepest. Dafür haben die Landratsämter in beiden Bundesländern entsprechend ministerieller Vorgaben Vorsorgemaßnahmen getroffen. Landrat Heiner Scheffold, selbst passionierter Jäger, betonte an die Adresse der Jäger und Jagdpächter gewandt, dass die Schwarzwildpopulation nur dann effektiv vermindert werden kann, wenn die Bereitschaft zu revierübergreifenden Drückjagden vorhanden sei.

Ungeachtet dessen waren sich die Landräte in der Einschätzung einig, dass man die Augen nicht vor den Tatsachen verschließen dürfe. So könne über kurz oder lang eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinpest insbesondere über unachtsam weggeworfene Lebensmittel nicht ausgeschlossen werden.


Die Gesundheitspolitik stand im Mittelpunkt der grenzüberschreitenden Landrätetagung, die vor kurzem im Landkreis Dillingen stattfand (im Bild von links): Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis), Leo Schrell (Dillingen a.d.Donau), Thomas Reinhardt (Heidenheim), Stefan Rößle (Donau-Ries), Thorsten Freudenberger (Neu-Ulm) und Hubert Hafner (Günzburg)