Montag, 30. Juli 2018

Große Befallgefahr durch Borkenkäfer

Landratsamt Heidenheim fordert Waldbesitzer zu engmaschigen Kontrollen und umgehendem Einschlag befallener Fichten auf

Die hohen Durchschnittstemperaturen der vergangenen Monate und die bereits aus dem Vorjahr vorhandene hohe Borkenkäferpopulation lassen aktuell bei den anhaltend hochsommerlichen Temperaturen einen vermehrten Stehendbefall durch die rindenbrütenden Borkenkäfer „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ in Fichtenbeständen befürchten.

Bereits im Frühjahr führten die deutlich zu hohen Temperaturen zu einem im Vergleich zu den Vorjahren früheren Schwärmflug der Borkenkäfer. Es ist deshalb zu befürchten, dass sich in diesem Jahr mindestens drei Generationen ausbilden können. Die prognostizierten Witterungsbedingungen für die erste Augusthälfte mit weiterhin hochsommerlichen Temperaturen bieten ideale Entwicklungsbedingungen für die Borkenkäfer und können zu beträchtlichen Schäden in Fichtenbeständen führen.

Auch im Landkreis Heidenheim steigen die Befallszahlen laut der unteren Forstbehörde aktuell deutlich an. Um schwerere Schäden zu verhindern, müssen die befallenen Fichten möglichst umgehend eingeschlagen und aus dem Wald verbracht werden, bevor die sich entwickelnden Käfer wieder ausfliegen und neuerdings Fichten befallen können. Waldbesitzer werden deshalb zur regelmäßigen Kontrolle ihrer gefährdeten Fichten-Bestände aufgefordert.

Nach den Bestimmungen des Wald- und Pflanzenschutzgesetzes besteht zur Abwehr von Schäden und zur Verhinderung der Ausbreitung von Schädlingen eine Verpflichtung der Waldbesitzer, entsprechende Maßnahmen im eigenen Wald zu veranlassen. In der jetzigen Situation sollte ein wöchentliches Monitoring der gefährdeten Bestände und gegebenenfalls der Einschlag von Käferholz umgehend erfolgen, teilt die untere Forstbehörde mit.

Kennzeichen des Käferbefalls sind:

- braunes Bohrmehl am Stammfuß, auf der Rinde, an Spinnweben und der Bodenvegetation,
- Harzfluß und Harztröpfchen, insbesondere am Kronenansatz,
- sich rot verfärbende Kronen und Nadelverlust,
- Abplatzen der Rinde, beginnend meist unterhalb der Krone bei oftmals noch grüner Krone.

Bei der Kontrolle sollten zunächst Bereiche mit bereits vorjährigen Befallsherden überprüft werden wie auch südexponierte Lagen mit schlechterer Wasserversorgung oder Bereiche, in denen Sturmschäden zu verzeichnen waren.

Nachdem aktuell ein Überangebot an Fichtenstammholz am Markt zu verzeichnen ist, und zudem viele Sägewerke im August ihren Betriebsurlaub haben, ist eine rechtzeitige Abfuhr vor Ausflug der sich im Holz entwickelnden nächsten Käfergeneration vermutlich nicht immer gewährleistet.

Folgendes wird empfohlen:

- Stämme entrinden, sofern noch Larven im Holz sind und der Käfer noch nicht entwickelt ist,
- Gipfelmaterial hacken,
- Käferholz aus dem Wald fahren und möglichst weit entfernt vom Wald lagern,
- als letztes Mittel, wenn andere Maßnahmen nicht möglich sind, die Vor-Ausflugs-Spritzung der Käferholz-Polter mit hierfür zugelassenen Mitteln unter Beachtung der Ausbringungsvorschriften (Gewässerschutz).

Fragen beantworten die Revierleiter oder die Mitarbeiter der unteren Forstbehörde beim Landratsamt Heidenheim, Tel. 07321/321-1390.