Montag, 6. August 2018

Asyl: Landkreis schließt weitere Unterkünfte

     

Vor dem Hintergrund der weiterhin niedrigen Zuweisungszahlen von Geflüchteten hat der Landkreis Heidenheim weitere Gemeinschaftsunterkünfte geschlossen. Inzwischen gibt es nur noch drei für die vorläufige Unterbringung genutzte Standorte in zwei Kommunen.

Die Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten brachte den Landkreis Heidenheim in den Jahren 2015 und 2016 an die Belastungsgrenze. Der Zuweisungsrekord war im Dezember 2015 erreicht, als 289 Geflüchtete in den Landkreis Heidenheim kamen und dementsprechend selbst die großen Not- und Behelfsunterkünfte des Kreises mit rund 100 oder mehr Plätzen innerhalb weniger Tage voll belegt waren. Seit Mitte 2016 hat sich die Situation deutlich entspannt, 2017 kamen insgesamt nur noch 216 Geflüchtete im Landkreis Heidenheim an, in diesem Jahr waren es bis Ende Juli 71 Personen.
„Aktuell rechnen wir mit einer Neuzuweisung von fünf bis sechs Geflüchteten monatlich“, so Erster Landesbeamter Peter Polta. Gleichzeitig seien natürlich viele Personen aus den Gemeinschaftsunterkünften ausgezogen – sei es weil aufgrund einer Anerkennung ein Umzug in eine eigene Wohnung möglich war oder aufgrund des Umzugs in die Anschlussunterbringung der Städte und Gemeinden. In die Anschlussunterbringung wechseln Geflüchtete, deren Asylverfahren nach 24 Monaten noch nicht abgeschlossen ist sowie abgelehnte Geflüchtete, bei welchen ein Abschiebehindernis vorliegt. Zudem wir die Anschlussunterbringung genutzt um anerkannten Personen, die nicht sofort eine Wohnung finden, eine Unterkunft zu gewähren. Aufgrund des stetigen Rückgangs der Belegungszahlen in den Gemeinschaftsunterkünften sei es möglich gewesen, weiter Unterkünfte zu schließen, so Polta. Ende März 2018 wurde bereits die Unterkunft in der Bahnhofstraße in Herbrechtingen geschlossen. Die Bühlbergstraße 30 und die Planiestraße 3 in Giengen werden seit dem Frühjahr ebenfalls nicht mehr als Gemeinschaftsunterkunft genutzt. Ende Juli 2018 wurde auch die Unterkunft im ehemaligen Schwesternwohnheim in Giengen geschlossen. Die 35 Bewohner sind bereits ins Integrationszentrum nach Heidenheim umgezogen. Die Mietverträge aller aufgelösten Unterkünfte konnten überwiegend bereits gekündigt werden.
Der Landkreis unterhält aktuell noch drei Gebäude für die vorläufige Unterbringung: In Heidenheim die Gebäude Walther-Wolf-Straße 1, dort leben aktuell 57 Menschen, und das Integrationszentrum in der Giengener Straße 149, in dem aktuell 123 Geflüchtete wohnen. In den Gebäuden Nr. 7 und Nr. 27 des Ziegelhofs in Steinheim leben aktuell insgesamt 46 Menschen. Insgesamt lebten Ende Juli 2018 noch 226 Geflüchtete in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises. Zum Vergleich: Anfang April 2016 waren es 1632 geflüchtete Frauen, Männer und Kinder in der vorläufigen Unterbringung – der Höchststand im Kreis.