Donnerstag, 16. August 2018

Hightech für Wind- und Wetterfeste

Bei der Straßenmeisterei wird im Sommer wie im Winter mit großem Gerät für freie Straßen gesorgt – voller Einsatz auch für die Auszubildenden.

     

Weit über 30 Grad, Baustelle am Straßenrand. Die Luft steht, der Schweiß läuft. Der Job der Straßenwärter der Straßenmeisterei im Landkreis Heidenheim war in den vergangenen Wochen alles andere als ein Zuckerschlecken. Die beiden Azubis sind dennoch von ihrem Traumjob überzeugt.
27 Straßenwärter sorgen auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Landkreis Heidenheim derzeit für freie Bahn. Sie werden unterstützt von den Azubis Michael Weinstock (zweites Lehrjahr) und Gregor Mendes (erstes Lehrjahr), die vom ersten Tag an voll mit im Einsatz waren. Denn zu tun gibt es das gesamte Jahr über jede Menge, immerhin sind die Straßenwärter nicht nur für den Winterdienst, sondern unter anderem auch für Mäharbeiten, für kleinflächige Reparaturen am Straßenbelag, die Sicherung von Baustellen, für das Aufstellen von Schildern, Ampeln und Leitpfosten und auch für die Wartung und Reinigung, etwa wenn Ölspuren oder sonstige Fahrbahnverschmutzungen beseitigt werden müssen, zuständig.
„Mit Blick auf die Verkehrssicherung ist unser Job sehr verantwortungsvoll – und was am besten ist: auch total vielfältig und abwechslungsreich“, so Michael Weinstock. Die meisten Arbeiten machen dem 18-Jährigen „richtig Spaß“, aber natürlich gebe es auch unschönere Aufgaben. Ein Dauerärgernis für ihn ebenso wie für seinen Azubi-Kollegen Gregor Mendes und die bereits gelernten Straßenwärter ist nämlich der illegal entsorgte Hausmüll, der auf Parkplätzen abgelagert oder einfach aus dem Auto geworfen wird.
Die Mitarbeit in der Kolonne, bei der Streckenwartung, an Baustellen oder auch mal in der Werkstatt der Straßenmeisterei ist für die Azubis längst nicht alles. Auch in die Büroarbeit wird zwischendurch reingeschnuppert – und natürlich geht es zum Blockunterricht und zum überbetrieblichen Unterricht an die Gewerbliche Schule Nagold. Am liebsten sind Michael Weinstock und Gregor Mendes aber draußen unterwegs. „Ich wollte einen Job, der nicht jeden Tag gleich ist und bei dem man im Freien arbeiten kann“, erzählt Gregor Mendes. Klar, dass das gerade bei hochsommerlichen Temperaturen auch anstrengend ist – zumal die Straßenwärter aus Sicherheitsgründen in voller Montur arbeiten –, überzeugt von seiner Jobwahl ist der 21-Jährige trotzdem: „Ich würde es wieder so machen.“
Besonders schätzen die beiden Auszubildenden es, im Team zu arbeiten. „Wir bekommen von den Kollegen gute Unterstützung, bei der Arbeit aber auch bei der Vorbereitung zum Beispiel auf Prüfungen“, so Michael Weinstock. Eine ganz wichtige Prüfung steht für ihn in den kommenden Monaten an: die für den LKW-Führerschein, den die Straßenwärter-Azubis während ihrer dreijährigen Ausbildung machen. „Das wird schon spannend“, so der 18-Jährige, der gerade mit dem theoretischen Unterricht begonnen hat und dem die Vorfreude ins Gesicht geschrieben steht. Markus Burger, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei, kann das gut nachvollziehen. Immerhin gerät selbst er angesichts des Fuhrparks der Straßenmeisterei – darunter auch ein 270 PS starker Hightech-Unimog im Wert von fast einer viertel Million Euro – auch nach vielen Jahren Berufserfahrung noch immer ins Schwärmen. „Klar ist es für viele Azubis eine coole Sache, dass der LKW-Führerschein im Rahmen der Ausbildung bezahlt wird – der LKW-Führerschein ist gleichzeitig Voraussetzung zur Zulassung für die Abschlussprüfung“, so Burger. Geschick im Umgang mit großen Gefährten muss ein angehender Straßenwärter dementsprechend ebenso mitbringen wie technisches Verständnis und praktische Veranlagung. In der dreijährigen Ausbildung werden die Azubis dann zu professionellen Allroundern: Holzbau, Metallbau, Maurerwesen und Kfz-Mechanik – „ein Straßenwärter braucht das Wissen aus vielen verschiedenen Berufen für seine Arbeit“, sagt Burger, der die Azubis als Ausbildungsleiter betreut. Im Normalfall käme jedes Jahr ein Auszubildender dazu, die meisten seien idealerweise vorab schon mal für ein Praktikum da gewesen. Wer sich für die Ausbildung entscheide und diese bei der Straßenmeisterei des Landkreises Heidenheim abschließe, habe extrem gute Chancen auf einen Arbeitsplatz da „bei uns in der Regel nach Bedarf ausgebildet wird“. Dementsprechend ist nicht verwunderlich, dass dem Ausbildungsleiter bereits erste Bewerbungen für das 2019 startende Ausbildungsjahr vorliegen – natürlich werden aber auch noch Bewerbungen für 2019 angenommen, so Burger, der gleichzeitig die Praktikumsplätze bei der Straßenmeisterei koordiniert: „Wer sich für Technik interessiert, gerne im Freien arbeitet und einen Job mit Zukunft haben will, kann sich also gerne melden.“

Info: Weitere Infos gibt es im Internet unter www.landkreis-heidenheim.de beziehungsweise bei Markus Burger, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei des Landkreises Heidenheim, Tel. 07321 9489212.

Freuen sich schon darauf, dass sie selbst ans Steuer der Einsatzfahrzeuge der Straßenmeisterei dürfen: Michael Weinstock (links) und Gregor Mendes.