Montag, 8. Oktober 2018

Fachtag und Ausstellung zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft

     

Den Start ins Leben beginnen in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Kinder quer durch alle Gesellschaftsschichten mit einem bestimmten „Handicap“. Sie weisen eine vorgeburtliche Schädigung auf – das FASD, eine immer wieder als unsichtbar betitelte Behinderung und wohlgemerkt die häufigste angeborene geistige Behinderung überhaupt. FASD steht dabei für Fetal Alcohol Spectrum Disorder. Die typischen Symptome lassen sich genauer beschreiben mit angeborenen Fehlbildungen, hirnorganischen Beeinträchtigungen, geistiger Behinderung, Entwicklungsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten in unterschiedlicher Ausprägung.
Es handelt sich also keineswegs um eine völlig unsichtbare Behinderung, denn sie ist vielen der betroffenen Kinder auch deutlich anzusehen. Unsichtbar scheint sie deshalb zu sein, weil oftmals die auftretenden Symptome in ihrem unterschiedlichen Schweregrad einer anderen Diagnose zugeordnet werden. Symptome, die aber auf den mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zurückzuführen sind.
Mit einem von der SBK Heidenheim geförderten Fachtag am Montag, 22. Oktober 2018, in der Hammerschmiede in Königsbronn starten in diesem Jahr die Präventionstage des Kommunalen Suchtbeauftragten, der Mitarbeiter der Frühen Hilfen und der Kindergartenfachberatung des Landkreises Heidenheim. Dr. Heike Kramer, unter anderem Vorstand Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) und Vorstand FASD-Netzwerk Nordbayern e.V., wird ab 16.15 Uhr in zwei Fachvorträgen den medizinischen Kontext des FASD beleuchten und über die frühzeitige Prävention referieren.
Als Adoptiv- und Pflegemutter hat Dr. Gisela Bolbecher seit zwanzig Jahren Erfahrungen im Umgang mit von FASD betroffenen Kindern und Jugendlichen. Sie stellt in ihrem Vortrag „FASD – eine Herausforderung im Alltag“ die Schwierigkeiten und Bedürfnisse von FASD-Betroffenen vor und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Menschen mit FASD gelingt der Alltag trotz größter Anstrengungen nicht, sie bleiben ihr Leben lang hilfebedürftig, fordern dabei aber ihre Bezugspersonen durch oft zerstörerisches und aggressives Verhalten heraus. Dies wäre aber vermeidbar gewesen, denn das Kind trinkt mit.
Von Dienstag, 23. Oktober, bis Donnerstag, 25. Oktober 2018, ist die Wanderausstellung Zero in den Schloss Arkaden Heidenheim aufgebaut. Im Zentrum der Ausstellung steht ein begehbares Kuppelzelt, das die Gebärmutter symbolisiert und 40 Wochen Schwangerschaft aus der Perspektive des Kindes erlebbar macht. Mehrere interaktive Stationen greifen mittels Bild-, Ton- und Filmaufnahmen die Entwicklung des Kindes bis zur Geburt auf und gehen auf Themen rund um Schwangerschaft, Alkohol und Gesundheit ein. Menschen mit FASD kommen selbst zu Wort wodurch der Besucher authentische Einblicke in den Alltag der Betroffenen und ihrer Familien erhält.
Mit dieser Ausstellung sollen im Besonderen auch jugendliche Schüler für die Thematik sensibilisiert werden, so dass ein klassenweiser Besuch mit Führungen in Kooperation mit der Schulsozialarbeit des Landkreises Heidenheim möglich ist.

Alle Interessierten sind sowohl zum Fachtag als auch zur Ausstellung herzlich eingeladen. Beide Veranstaltungen sind kostenfrei.
Für den Fachtag wird um Anmeldung bis 15. Oktober 2018 unter Fachtag-FASD@Landkreis-Heidenheim.de gebeten