Donnerstag, 18. April 2019

Für mehr Bio zwischen dem Büffeln

Workshop: In der Bio-Musterregion Heidenheim plus sollen auch in Kitas und Schulen verstärkt biologische Produkte auf die Teller kommen.

Gemeinsam mit dem Umweltbüro ÖKONSULT, zuständig in Baden-Württemberg für die bundesweite Informationskampagne für mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung, hat Bio-Musterregion-Regionalmanagerin Johanna Böll zum Bio-kann-jeder-Workshop in die Freie Waldorfschule in Heidenheim geladen. Dass die Teilnehmer – aus Schulmensen, Kitas, Cateringunternehmen und aus Verwaltungen – dabei nicht nur viel Informatives über ökologische Außer-Haus-Verpflegung erfuhren sondern auch selbst zum Küchenmesser griffen, liegt auf der Hand. Gemeinsam wurden köstliche und zugleich einfache Speisen aus Bio-Zutaten hergerichtet: Brotaufstriche, Rote-Bete-Suppe und Ingwer-Karotten-Nudeln wurden dann natürlich gleich gekostet. Wie auch Kita-Kinder und Schüler in den Bio-Genuss kommen können, schilderte Referent Andreas Greiner von ÖKONSULT. „Der Einsatz von Bio-Lebensmitteln ist mit einem durchdachten Konzept für jede Einrichtung gut möglich, sei es beim täglichen Mittagessen oder zunächst in der Pausenverpflegung oder beim zweiten Frühstück“, so Greiner. Er gab dazu auch praktische Tipps zur kreativen Speisengestaltung und nannte Möglichkeiten, wie sich Mehrkosten beim Einkauf von Bioprodukten reduzieren lassen.

Dass Bio sehr gut funktioniert, schilderte Brigitte Oppermann mit ihrem Team der Freien Waldorfschule. Hier wird seit drei Jahren mit etwa 80 Prozent biologischen Lebensmitteln gekocht. Brigitte Oppermann gab in ihrem Vortrag Einblicke in die Handhabung von ökonomischen, ökologischen und natürlich kulinarischen Herausforderungen in der täglichen Praxis. Wie sie deutlich machte, reicht es in der Außer-Haus-Verpflegung jedoch nicht aus, einfach auf Bio umzustellen. Wichtig sei darüber hinaus, das Bewusstsein bei den Schülern zu wecken, dass nachhaltige Ernährung richtig gut schmecken kann. Von seinen praktischen Erfahrungen berichtete der regionale Bio-Lieferant Wolfgang Mäck, der bereits viele Kindergärten und Schulen in der Musterregion mit Bio-Obst und Bio-Gemüse versorgt. Welche heimische Reisalternativen aus Kochdinkel den Speiseplan verfeinern können, erläuterte der Geschäftsführer des Kornkreises Wolfgang Wenzel.

„Eine nachhaltige Veränderung in der Außer-Haus-Verpflegung ist nur mit allen Beteiligten, von den Einrichtungsträgern über die Küchenkräfte bis hin zu den Schülerinnen und Schülern möglich. Der Workshop war ein erster wichtiger Schritt, um für dieses Thema zu sensibilisieren und interessierte Menschen zusammenzubringen“, so Regionalmanagerin Johanna Böll. Sie zog am Ende ein insgesamt sehr positives Fazit: „Der Workshop hat deutlich gezeigt: Bio kann nicht nur jeder, sondern Bio schmeckt auch jedem.“

Info: Weitere Informationen zum Thema „Bio in der Außer-Haus-Verpflegung“ gibt es im Internet unter www.oekolandbau.de/grossverbraucher.