Freitag, 24. Mai 2019

Vereinsgründung: Demenz-Netzwerk wird förderfähig

Akteure für eine demenzsensiblere Gesellschaft erarbeiten erste Projekte – Betroffene und Angehörige sollen leichter Unterstützung finden.

Im Netzwerk Demenz haben sich im vergangenen Jahr Ehrenamtliche und Hauptamtliche, die in der Betreuung oder Beratung von Pflegebedürftigen tätig sind, ebenso wie Vertreter der Krankenkassen, der Kommunen und der beruflichen Schulen mit den Organisatoren Landkreis und Klinikum Heidenheim zusammengeschlossen. Gemeinsam treten sie für eine demenzsensiblere Gesellschaft ein. Dazu gehört es auch, Erkrankten und ihren Angehörigen Unterstützung anzubieten. Bei Null anfangen müssen die Akteure hierbei nicht, denn im Landkreis Heidenheim gibt es schon etliche Hilfsangebote. „Allerdings kommt diese Information bei vielen Betroffenen nicht an, weshalb eines unserer Ziele sein muss, deutlich umfassender und niederschwelliger über Unterstützungsangebote und auch finanzielle Hilfen zu informieren“, so Michael Koffer, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Soziale Sicherung und Integration im Landratsamt Heidenheim. Erarbeitet wird hierfür ein Wegweiser, der online ebenso wie als Broschüre verfügbar sein wird – eine Arbeitsgruppe ist bereits mit der Konzeption befasst. Um die Kosten zu decken, ist das Netzwerk auf Förderung angewiesen. Möglichkeiten hierfür bietet der Bund über die Pflegekassen, unter anderem können Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen finanziert werden. „Um die Förderung bentragen zu können muss zwischen den Beteiligten im Netzwerk ein sogenannter freiwilliger Zusammenschluss erfolgen. Wir haben uns aus diesem Grund für eine Vereinsgründung entschieden“, so Koffer, der als Vorsitzender des Vereins Demenz-Netzwerk Heidenheim gewählt wurde und bereits einen Förderantrag gestellt hat. Wie Koffer in der ersten Vorstandssitzung vor wenigen Tagen berichtete, hofft der Verein auf Fördergelder in Höhe von 17.000 Euro. Finanziert werden soll damit die Gestaltung des Wegweisers für Betroffene und ihre Angehörige als erstes Projekt, aber auch weitere Projekte wie eine Veranstaltung für Betroffene, Angehörige und Interessierte im Spätjahr 2019 rund um das Thema besserer Umgang und ein gutes Leben mit Demenz.
Besondere Bedeutung hat für die Akteure auch die sektorenübergreifende Vernetzung, weshalb alle sechs bis acht Wochen weitere Treffen der Projektarbeitsgruppen stattfinden sollen, um Informationen über Angebote aber auch Bedarfe auszutauschen. „Auf dieser Basis können wir verschiedene Projekte angehen, seien es weitere Angebote für Betroffene oder auch Schulungen für Angehörige ebenso wie etwa im Einzelhandel, und so Unterstützung bieten“, so Koffer. Unterstützung, die dringend gebraucht wird, denn im Landkreis Heidenheim ist allein bei den über 65-Jährigen von mehr als 2800 an Demenz erkrankten Personen auszugehen – Tendenz deutlich steigend.

Info: Der Vorstand des Demenz-Netzwerks Heidenheim: Vorsitzender Michael Koffer (Landkreis Heidenheim), stellvertretende Vorsitzende Elke Fress-Kurz (Klinikum Heidenheim) und Konstantin Wall (Heimleiter Karl-Kaipf-Heim Herbrechtingen), Schriftführerin Sibylle Schumann (Landkreis Heidenheim), Kassenführer Mathias Brodbeck (Geschäftsführer DRK-Kreisverband Heidenheim), Beiräte Frank Seifert (AOK Ostwürttemberg), Monika Römer-Zimmermann (Kreisseniorenrat Heidenheim), Michael Waibel (Integratives Gesundheitshaus Heidenheim) und Aura Enßle (Pflegedienst Humanitas Heidenheim).


Besprachen bei der ersten Vorstandssitzung das weitere Vorgehen im Verein Demenz-Netzwerk Heidenheim: Mathias Brodbeck (hinten von links), Michael Koffer, Frank Seifert, Konstantin Wall, Sybille Schumann (vorne von links), Monika Römer-Zimmermann und Aura Enßle.
Foto: Landratsamt Heidenheim