Mittwoch, 29. Mai 2019

UNESCO-Welterbetag am 2. Juni

Welterbestätte „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ gestaltet erstmals den UNESCO-Welterbetag mit einem Programm

Der UNESCO-Welterbetag wird alljährlich am ersten Sonntag im Juni begangen und mit zahlreichen Veranstaltungen an den Welterbestätten deutschlandweit gewürdigt. „Der UNESCO-Welterbetag bietet eine wunderbare Gelegenheit, die sechs Welterbestätten unseres Landes zu besuchen und für sich zu entdecken“, so Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. „Unsere Welterbestätten repräsentieren auf herausragende Weise die reiche Denkmallandschaft von Baden-Württemberg und ihre weltweite Vernetzung.“ Am 2. Juni 2019 nimmt die Welterberegion „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ erstmalig an dem UNESCO-Welterbetag teil und gestaltet diesen Tag mit einem gemeinsamen Programm rund um das Thema Eiszeit. Landrat Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis), Sprecher des Steuerungskreises der Arbeitsgemeinschaft Weltkultursprung, erklärte dazu: „An den Fund- und Präsentationsorten der Welterberegion finden Sonderprogramme und Führungen statt. Es freut mich außerordentlich, dass unsere Welterbestätte erstmals den UNESCO-Welterbetag mit einem Programm gestaltet und sich dabei die Welterberegion als Ganzes präsentiert“.

Eröffnung am Hohle Fels

Das Programm mit dem Titel „EisZeitReiseTag“ erstreckt sich in der Zeit von 11 bis 17 Uhr von Schelklingen über Ulm bis Niederstotzingen. Am Hohle Fels im Achtal findet um 11 Uhr die offizielle Eröffnung des Welterbetages durch Staatssekretärin Katrin Schütz, Regierungspräsident Klaus Tappeser, Landrat Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis), Bürgermeisterin Iris Mann (Stadt Ulm) und den stellvertretenden Landrat Peter Polta (Landkreis Heidenheim) statt. Im Anschluss daran werden Führungen von Conny Meister (Landesamt für Denkmalpflege) und Reiner Blumentritt (Museumsgesellschaft Schelkingen) zum Thema „Forschung und Grabung am Hohle Fels“ angeboten. Conny Meister, der den Prozess der Welterbeanerkennung maßgeblich gestaltet und begleitet hat, wird den ganzen Tag vor Ort sein und für Fragen der Besucher bereit stehen.

Am Geißenklösterle, ebenfalls im Achtal, informieren am Fuße der Höhle zertifizierte Archäologieguides über die Ausgrabungsgeschichte, über die Fundsituationen und Schichtenfolge der Ausgrabungsstätte und geben die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten im Speerschleudern zu testen.

Das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren öffnet seine Steinzeitwerkstatt und lädt mit einer Reihe von Aktionen zum Mitmachen ein. Die Museumsdirektorin, Dr. Stefanie Kölbl führt die Besucherinnen und Besucher selbst zu den Besonderheiten der eiszeitlichen Schatzkammer.

Die Eiszeitreise geht weiter zum Museum Ulm. Hier gibt am Welterbetag Kurt Wehrberger, Kurator für Archäologie, einen Einblick in das Tal des Löwenmenschen. Gezeigt wird auch der Film „Die Rückkehr des Löwenmenschen“.

Die Reise führt weiter zum Hohlestein-Stadel im Lonetal. Professor Dr. Claus-Joachim Kind vom Landesamt für Denkmalpflege ist einer der Ausgräber der Höhle und nimmt interessierte Gäste am Welterbetag mit zu den Anfängen der Kunst und in die Kammer des Löwenmenschen.

Der Archäopark Vogelherd veranstaltet am Welterbetag von 11.30 bis 14.30 Uhr eine Steinzeit-Olympiade. Mitmachen können alle kleinen und großen Eiszeit-Athleten von 5 bis 99 Jahren. An sieben verschiedenen Stationen werden Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Wissen der Eiszeit-Athleten getestet. Um 15.30 Uhr werden die ersten drei Plätze in den jeweils verschiedenen Altersklassen gekürt und mit attraktiven Preisen versehen. Zusätzlich werden am Welterbetag auch öffentliche Führungen im Archäopark Vogelherd um 13 und 15.30 Uhr angeboten.

Shuttlebus-Service

Die Eintrittspreise in allen teilnehmenden Einrichtungen reduzieren sich am Welterbetag um die Hälfte. Eine weitere Besonderheit: Im Ach- und Lonetal fahren kostenfreie Shuttlebusse im 30-Minuten-Takt, um die Veranstaltungsorte im jeweiligen Tal miteinander zu verbinden.

„Der UNESCO-Welterbetag ist eine prima Gelegenheit, das Welterbe in unserer Region zu entdecken, zu erleben und den Spuren der frühen Menschheitsgeschichte im Ach- und Lonetal zu folgen“, erklärt Landrat Heiner Scheffold. „Alles wird man an diesem Tag sicherlich nicht schaffen, aber wir wollen auch im nächsten Jahr wieder am Welterbetag dabei sein. Wir freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher.“

Das ausführliche Programm und die Fahrplaninformationen gibt es unter:
https://welt-kultursprung.de/unesco-welterbetag/

Informationen

Das UNESCO-Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“.

Vor 40.000 Jahren schufen Eiszeitkünstler auf der Schwäbischen Alb in den Höhlen des Ach- und Lonetals bei Ulm die ersten figürlichen Kunstwerke und Musikinstrumente der Menschheit. Nirgendwo auf der ganzen Welt wurden bisher ältere vergleichbare Kunstgegenstände und Musikinstrumente gefunden. Im Juli 2017 verlieh die UNESCO sechs Höhlen und den umliegenden Landschaften in Ach- und Lonetal den Titel
UNESCO-Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“.

UNESCO-Welterbetag

Der UNESCO-Welterbetag wird seit 2005 auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des Vereins UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. alljährlich am ersten Sonntag im Juni begangen und mit zahlreichen Veranstaltungen an den Welterbestätten deutschlandweit gewürdigt. Aktionen im Zusammenhang mit den Welterbestätten sollen ein Bewusstsein für die Erhaltung unseres Welterbes schaffen. Am 2. Juni 2019 nimmt die Stätte „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ erstmalig an dem UNESCO-Welterbetag teil und gestaltet diesen Tag für Anwohner und Besucher mit einem gemeinsamen Programm rund um das Thema Eiszeit.

Die Veranstaltungen aller Welterbestätten in Deutschland unter:
https://welterbedeutschland.de/events-unesco-welterbe-deutschland/