Donnerstag, 30. Mai 2019

Hantavirus: Bereits 17 Erkrankungen im Landkreis Heidenheim

Seit Jahresbeginn 2019 wurden dem Gesundheitsamt im Landkreis Heidenheim 17 Erkrankungen durch Hantaviren gemeldet.

Aufgrund der Häufung von Infektionen geht Christoph Bauer, Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Heidenheim, davon aus, dass 2019 ein Hanta-Jahr wird. Gute Nahrungsbedingungen im Herbst 2018 haben das Überwintern von Rötelmäusen, den Überträgern der Krankheit, begünstigt. Dementsprechend steigt nun das Infektionsrisiko. Im gesamten Vorjahr 2018 wurde im Kreis Heidenheim eine Infektion registriert.

Das Hanta-Virus Typ Puumala wird durch Rötelmäuse über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch die Inhalation virushaltiger feinster Tröpfchen in der Luft, durch den Kontakt der verletzten Haut mit kontaminiertem Staub oder durch Mäusebisse. Die Inkubationszeit, das heißt die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit, beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen, in Ausnahmefällen kann sie fünf bis 60 Tage betragen. Die Erkrankung beginnt mit abrupt einsetzendem hohem Fieber, das über drei bis vier Tage anhält. Begleitend treten unspezifische grippeähnliche Symptome wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen auf. Typisch sind beispielsweise auch Rückenschmerzen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet beim Puumala-Typ nicht statt. Eine überstandene Infektion führt wahrscheinlich zu einer Virustyp-spezifischen Immunität.

Die wichtigste Maßnahme um sich vor einer Hantavirus-Infektion zu schützen ist den Kontakt mit Ausscheidungen dieser Nager zu meiden. Arbeiten, bei denen Staub aufgewirbelt wird, führen über die Atemwege leicht zu Infektionen. Häufig erfolgt die Infektion bei Holzarbeiten im Wald und Garten sowie Reinigung von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen. Die Staubbelastung lässt sich durch Lüften der Räume und Befeuchten von Flächen minimieren.

Info: Wichtige Hinweise zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen gibt das gemeinsame Merkblatt der Charité in Berlin und des Robert Koch-Instituts im Internet unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/Hantavirus/Merkblatt_PDF.html.