Mittwoch, 14. August 2019

Ministerlob für „Fit für den Abschluss“     

Minister Manne Lucha informierte sich über Landkreis-Projekt für neuzugewanderte Jugendliche.

Im Kreis-Projekt „Fit für den Abschluss“ werden neuzugewanderte Jugendliche unter 25 Jahren durch eine schulergänzende Lernbegleitung beim Erwerb eines ersten Schulabschlusses und beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt. Bei einem Besuch im Landratsamt Heidenheim informierte sich Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha am 13. August 2019 über das vom Landkreis Heidenheim und über den Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt, das zu Jahresbeginn angelaufen ist. Beteiligte Schulen sind die Maria-von-Linden-Schule in Heidenheim, die Werkrealschule im Schulverbund im Heckental in Heidenheim, die Technische Schule in Heidenheim und die Bibrisschule in Herbrechtingen, umgesetzt wird das Projekt an jeweils zwei Schulen von der Deutschen Angestellten-Akademie Ostwürttemberg und der Volkshochschule Heidenheim. An den Schulen wurden beziehungsweise werden die teilnehmenden Schüler in Kleingruppen von Lernbegleitern im Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und Englisch aber auch bei der Selbstorganisation und beim Erlernen von Lerntechniken, von Alltags- und Berufswissen unterstützt. Wie wichtig das Projekt ist, machte Erster Landesbeamter Peter Polta deutlich: „In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind ebenso wie mit EU-Migrationshintergrund, deutlich angestiegen. Bei vielen Zugewanderten steht der Übergang von der Schule in den Beruf kurz bevor, oft gibt es aber migrationsbedingte Lernrückstände oder Sprachschwierigkeiten.“ Auffallend sei, dass die Zahl der ausländischen Schüler, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, deutlich angestiegen ist: Allein zwischen den Jahren 2011 und 2017 habe sich der Anteil im Kreis Heidenheim auf 21 Prozent verdoppelt. Wie Landtagsabgeordneter Martin Grath betonte, „können wir uns nicht erlauben, solche Menschen zu verlieren“ – insbesondere da, etwa im Handwerk, händeringend um Azubis gerungen werde.
Vorgestellt wurde das Projekt von Frank Neubert, Bildungskoordinator für Neuzugewanderte (Stabsbereich Migration und Ehrenamt, Landratsamt), und Verena Weiler, Teamkoordinatorin Integration und Ehrenamt (Stabsbereich Migration und Ehrenamt, Landratsamt), die das Projekt gemeinsam konzipiert hatten und von Seiten des Landratsamtes betreuen. Aus erster Hand erfuhren die Besucher von den Vertretern und Lernbegleitern der Projektträger ebenso wie von Vertretern der Schulen und am Projekt beteiligter Schüler, wie das Projekt umgesetzt wird. Mehrfach betont wurde, wie wichtig es sei, dass solch erfolgreiche und wichtige Projekte nachhaltig angelegt werden.
Minister Manne Lucha nahm die Anregungen aus Heidenheim – zum Thema Nachhaltigkeit ebenso wie zum Thema Bürokratieabbau – gerne mit zurück nach Stuttgart. Wie er sehr deutlich machte, sei „Fit für den Abschluss“ ein gelungenes Beispiel für erfolgreiche Integrationsarbeit, besonders begeistert zeigte er sich von dem Lebensbezug der von den Lernbegleitern vermittelten Themen – hier werde Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Mit dem Projekt würden Themen wie Antidiskriminierung und Chancengleichheit und somit die Ziele des ESF, der ein Baustein zur Verwirklichung der europäischen Idee sei, perfekt aufgegriffen.
Wie Matthias Schauz, Sozialdezernent im Landratsamt und Vorsitzender des regionalen ESF-Arbeitskreises, hervorhob, ist „Fit für den Abschluss“ nicht das einzige regionale ESF-geförderte Projekt, mit dem der Übergang von der Schule in den Beruf umgesetzt wird. Mit „Startklar“ gibt es schon seit vielen Jahren ein Projekt zur erweiterten Berufsorientierung für Jugendliche, das sich an die Klassen 8, 9 und 10 an allen Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen im Kreis richtet.