Mittwoch, 28. August 2019

Qualitätswanderweg im Kreis Heidenheim: Auf den Spuren der Albschäfer

     

Auf dem Albschäferweg kann man den Spuren der Wanderschäfer in der Heidenheimer Brenzregion folgen und so die lange Kulturgeschichte und die oft nicht einfache Arbeit dieses Berufsstandes kennenlernen.
Die Wanderschäferei hat im Landkreis Heidenheim eine lange Tradition. Bis heute sind rund ein dutzend Schäferinnen und Schäfer mit ihren Herden unterwegs und tragen so durch natürliche Landschaftspflege auch zur Bewahrung der typischen Wacholderheiden und Wiesentäler und somit zum Erhalt wertvoller Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten bei. Der 158 Kilometer lange Albschäferweg führt auf die Spuren der Albschäfer und ist zugleich der erste Qualitätsweg auf der östlichen Schwäbischen Alb. Im Jahr 2015 wurde er schon vor der offiziellen Eröffnung mit dem Qualitätssiegel des Deutschen Wanderverbands ausgezeichnet. Erarbeitet wurde das Wanderangebot in einem Gemeinschaftsprojekt des Tourismusteams im Landratsamt Heidenheim mit Vertretern des Schwäbischen Albvereins, der Kommunen im Landkreis Heidenheim, des Forst, des Naturschutzes sowie zusammen mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. „Die Idee des Albschäferwegs gab es schon, seit 2009 das Tourismus- und Freizeitkonzept der Heidenheimer Brenzregion im Kreistag verabschiedet worden war. Den endgültigen Startschuss für das Projekt gab die Entwicklung eines Wanderwegekonzepts auf Ebene des Schwäbische Alb Tourismusverband e.V. Im Zuge dessen wurde auch über ein einheitliches Beschilderungssystem auf der gesamten Schwäbischen Alb entschieden, was für unsere weitere Wanderwegestrategie eine wichtige Voraussetzung war“, erklärt Monika Suckut, Tourismusbeauftragte im Landratsamt Heidenheim. Gefördert wurde das Projekt „Albschäferweg und seine Zeitspuren“ mit Mitteln der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg im Rahmen von LEADER und aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm.

Der Albschäferweg hat zehn Etappen, jede Etappe bietet nicht nur ein abwechslungsreiches Wandererlebnis durch die schönsten Landschaftsräume, sondern auf den am Wegesrand installierten Schäferfiguren aus Stahl auch Infos zur Brenzregion und der Wanderschäferei. Darüber hinaus zweigen vom Albschäferweg zehn Rundwanderwege zwischen 6 bis 20 km Länge ab, die sogenannten Zeitspuren. So ist im Lonetal beispielsweise ein Abstecher in die Eiszeit möglich, etwa zu der vom Erlebnis- und Ausstellungsbereich Archäopark Vogelherd umgebenen Vogelherdhöhle, die Teil des 2017 anerkannten UNESCO-Welterbes „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ ist. Eine weitere Zeitspur führt auf die Gerstetter Alb, wo Zeugnisse der einstigen Urmeerlandschaft zu finden sind. Und auf dem Albuch ist ein Blick über den Kraterrand des Steinheimer Beckens möglich, während es auf dem Härtsfeld der Herrschaftsweg vom Kloster Neresheim zur Burg Katzenstein führt und im Brenztal der landschaftsprägende Fluss im Mittelpunkt steht. „Jede Zeitspur hat ihren ganz besonderen Reiz, landschaftlich, geologisch oder kulturell“, so Monika Suckut. Wie sie betont, sei schon bei der Wegekonzeption – basierend auf dem Wegenetz des Schwäbischen Albvereins und des bisherigen Schäferwanderwegs der Stadt Heidenheim – gemeinsam mit allen Projektbeteiligten sehr genau darauf geachtet worden, neben einer landschaftlich abwechslungsreichen Strecke auf naturnahen Wegen und einer guten Infrastruktur auch zahlreiche Natur- und Kulturattraktionen der Heidenheimer Brenzregion zu bieten. Rund zwei Jahre Arbeit erforderte es dann von der Erstabstimmung über die komplette Beschilderung des Wegenetzes mit Wegweisern, Markierungszeichen und Informationstafeln bis zur Erarbeitung eines Pflegekonzepts, bis der Weg schließlich durchgehend den hohen Ansprüchen des Deutschen Wanderverbands entsprach und die entsprechenden Tourendaten, Kartenmaterial und Zusatzinfos für die Wanderer bereitstanden. Ein Angebot, das es nun zu wahren gilt. „Wir setzen hier insbesondere auf unser eingespieltes Team vom Schwäbischen Albverein, das uns hilft das Pflegekonzept umzusetzen. Ohne diese Unterstützung wäre das nicht leistbar“, sagt Monika Suckut. „Die Arbeit hat sich gelohnt und lohnt sich noch immer. Der Weg vernetzt sehr viele Themen und wird sehr gut angenommen. Aus den Übernachtungsbetrieben werden uns verstärkt Tages- und Übernachtungsgäste rückgemeldet und wir haben vermehrt Anfragen von Gruppen und für Pauschalen mit Gepäcktransport.“ Aber auch für die Landkreisbewohnerinnen und -bewohner selbst sei mit dem Albschäferweg ein zusätzliches Freizeitangebot geschaffen worden. „Der Albschäferweg bietet ein ganz tolles, abwechslungsreiches und authentisches Wandererlebnis. Ein Erlebnis, das wir kontinuierlich weiter ausbauen – etwa mit Zusatzangeboten wie der Albschäferwoche oder geführten Wanderungen beispielsweise zu unserem kulinarischen Spezialthema Ostalb Lamm“, berichtet die Tourismusbeauftragte, die für die Zukunft bereits jede Menge Ideen parat hat: „Meine Wunschvorstellung wäre, dass die Wanderer künftig auch in traditionellen Schäferkarren oder auf den Schafhöfen, beispielsweise im Zelt, übernachten können. Für uns geht die Arbeit am Albschäferweg also weiter.“

Info: Weitere Informationen zum Albschäferweg, Kartenmaterial und Freizeittipps gibt es im Internet unter www.albschaeferweg.de.

Auf dem Albschäferweg können Landschaft und Geschichte erlebt werden, wie etwa auf dem Härtsfeld rund um Burg Katzenstein. Foto: Heiko Grandel