Freitag, 25. Oktober 2019

Integrationskonzept 2.0: Beispiele und Maßnahmen für die Praxis

Fortschreibung rückt neben Geflüchteten auch Migration aus Europa in den Fokus.

In der jüngsten Sitzung des Kreistags (21. Oktober 2019) wurde das „Integrationskonzept 2.0“ für den Landkreis Heidenheim vorgestellt. Neben den Bedarfen geflüchteter Menschen werden darin auch die Bedarfe von Menschen aufgegriffen, die aus der Europäischen Union stammen. Aufgebaut wurde die Fortschreibung auf dem im Jahr 2017 veröffentlichten ersten Integrationskonzept, in welchem der Schwerpunkt bei der Integration von geflüchteten Kindern, Frauen und Männern lag. „Die Zahl ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger im Landkreis Heidenheim nimmt kontinuierlich zu. Hintergrund hierfür ist die Zuwanderung von geflüchteten Menschen wie auch die von Menschen aus Ost- und Südeuropa. Insbesondere die Zuwanderung aus Osteuropa hat in den vergangenen Jahren im Landkreis Heidenheim deutlich an Relevanz gewonnen“, erklärt Frank Neubert, Bildungskoordinator für Neuzugewanderte im Landkreis Heidenheim, die thematische Ausweitung.
Beteiligt waren an der Ausarbeitung des Integrationskonzepts 2.0 Migrantinnen und Migranten sowie zahlreiche Akteure aus der Integrationsarbeit. „Eine gelingende Integration von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe geworden, die uns alle angeht. In der Fortschreibung des Integrationskonzepts haben wir daher ganz bewusst auf eine breite Beteiligung gesetzt“, betont Verena Weiler, Teamleiterin im Stabsbereich Migration und Ehrenamt im Landkreis Heidenheim, die das Konzept zusammen mit ihrem Kollegen Frank Neubert ausgearbeitet hat. Als Basis dienten ihnen hierbei die Ergebnisse aus mehreren Workshops mit Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen und Neuzugewanderten, einer Befragung in den Städten und Gemeinden im Kreis sowie des Lehrforschungsprojekts „Schon angekommen“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim. Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit hatten hierbei eine groß angelegte Onlinebefragung unter Menschen mit Migrationshintergrund sowie eine Fallstudie an einer Schule durchgeführt, Experten zu zentralen Themen des Integrationskonzeptes befragt und zahlreiche Presseartikel zu diesem Thema analysiert.
Basierend auf diesem Beteiligungsprozess wurden für die Handlungsfelder Integration, Sprache, Bildung, Arbeit, Wohnen, Soziales, Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe, bürgerschaftliches Engagement sowie interkulturelle Öffnung Beispiele für bestehende Integrationsprojekte benannt, Ziele sowie Entwicklungsmaßnahmen herausgearbeitet. Ergänzt werden diese Kapitel durch Daten und Fakten zum Thema Migration sowie zur Integration im Landkreis Heidenheim. Das Konzept soll nun peu à peu umgesetzt werden, so Verena Weiler. „Die Integration unserer neuzugewanderten Mitbürgerinnen und Mitbürger ist ein dauerhafter Prozess. Gemeinsam mit dem Netzwerk Bildung und Integration, in dem mehr als 20 Einrichtungen, Behörden und Träger aus dem Landkreis vertreten sind, werden wir die im Integrationskonzept benannten Entwicklungsmaßnahmen nun priorisieren und deren Umsetzung vorantreiben.“